Archiv der Kategorie: Web 2.0

Angela Merkel im Google Hangout – Deutsche IT abgehängt

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Es ist Wahlzeit und da suchen alle unsere Politker die Nähe zum Volk. Da tauchen plötzlich selbst Politiker mit Genscher Web Qualifikation bei Facebook auf oder gehen wie die Kanzlerin sogar zu Google+, um dem tumben Volk ihre Weisheiten zu vermitteln. Dabei wird offensichtlich, dass Deutschland die Schlacht um die Plattformen bei den sozialen Netzwereken verloren hat. Ohne seine privaten Daten bei Facebook oder Google bei der Anmeldung abgegeben hat, kann der Bürger mit seinen Politikern nicht mehr kommunizieren. Armes Deutschland, wenn wir nicht einmal einen offenen Chat Room für Deutschland etablieren können. Beim Dienstwagen wäre es undenkbar, dass die Kanzlerin einen Chevrolet fährt.

Aktueller Youtube Kommentar von Nora Gomringer :
Wenn du die Welt verlässt

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Anpassung des deutschen Urheberrecht an das Web Zeitalter – Dringend

Diskussionen um das Urheberrecht haben es inzwischen bis in die deutsche Parteienlandschaft geschafft. Wobei die Piraten für ihr zentrales Anliegen auch keine praktikable Lösung haben. Eine recht gute Zusammenfassung der Situation der Verbraucher (Jugendliche), Rechteinhaber (Komponisten, Autoren, sonstige „Künstler“), Verleger, Abmahnanwälte und anderen Parteien, die auf diesem Feld Geschäfte machen wollen, findet man in dem Beitrag von Felix Schwenzel über eine Veranstaltung DER SCHUTZ DES GEISTIGEN EIGENTUMS. Welchen Ärger Private und Firmen im deutschen Rechtedschungel, speziell in Sozialen Netzwerken, bekommen können wird recht gut im Buch von Thomas Schwenke  „Social Media Marketing und Recht“ zusammengefasst. Wenn man dieses Buch auch nur in Auszügen gelesen hat, wird man die kafkaeske Situation in Deutschland nur noch mit Kopfschütteln bewerten können.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Rechtslage in Deutschland einen großen Teil der Jugendlichen kriminalisiert, weil sie Medien benutzen, die frei verfügbar sind, deren Nutzung beschränkt ist und für die es fü rsie gar keine Möglichkeit des legalen Erwerbs gibt. Die Jugendlichen haben nun einmal keine Kreditkarte (zum Glück). Die in anderen Ländern übliche „Prepaid Kreditkarte“ ist bisher in Deutschland nur wenig verbreitet. Nur Apple bietet für seinen iTunes Shop die Möglichkeit zur einfachen Bezahung mit einer Prepaid Karte ähnlich wie bei Mobiltelefonen an.

Eines der größten Probleme ist beim Urheberrechtsschutz, dass man meist nicht weiß, wer die Rechte eigentlich besitzt und wie man im Internet legal Rechte einfach erwerben kann. Vorbild wäre z.B. der Kauf einer iPhone App mit wenigen Mausklicks. Völlig unübersichtlich wird die Lage, wenn ausländische Urheberrechte ins Spiel kommen. Es gibt sehr viele Lösungsvorschläge von den verschiedenen Interessengruppen aber keine Einigung auf einen parktikablen Weg, der den Autoren einen gerechten Lohn aber auch den Kunden eine sinnvolle Nutzung der im Internet offen angebotenen Medien erlaubt. Es ist nicht einzusehen, dass die „Künstler“ gegenüber anderen „Schaffenden“ z.B. Ingenieuren und Programmierern eine Vorzugsbehandlung für ihre meist doch wenig kreativen Werke erhalten. Würde man die Prinzipien des deutschen Urheberrechts z.B. auf die Software im Web anwenden, würde der Betrieb sofort zusammenbrechen. Sobald der „Künstler“ nur einen Browser öffnet benutzt er Millionen von Programmierzeilen, die private Programmierer aber auch Firmen als Open Source der Gemeinschaft zur Verfügung gestellt haben. Gemäß der Praxis des deutschen Urheberrechts müsste man vor der Benutzung des Browsers alle Programmierer fragen, ob sie mit der Nutzung einverstanden sind. Ähnlich müsste man bei der Benutzung einer DIN-Schraube vorgehen, wenn man die Ingenieure ähnlich behandeln würde wie die „Künstler“.

Das Problem mit dem deutschen Urheberrecht im Internet läßt sich mit den üblichen Mitteln, Rechtsanwälten, Richtern und tausenden von Abmahnungen nicht vernünftig lösen. Eine einfache Lösung gemäß der Prinzipien wie sie sicg bei technischen Erfindungen bewährt haben, wäre z.B. das folgende Verfahren:

  1. Alle schützenswerten „Werke“ (Text, Musik, Malerei, Fotos usw) müssen zentral registriert werden. Die Regisriernummer muss bei allen Bildern, die im Web verwendet werden (versteckt) angegeben werden. Es ist Unsinn bei jedem Bildchen eine dreizeilige Referenzinformation zu fordern. Jeder Benutzer kann mit einem Klick diese Information abrufen. Der Autor zahlt für die Registrierung eine geringe  Gebühr (einige Euro) die jährlich ansteigt, ähnlich der Patentgebühr bei technischen Erfindungen. Damit soll verhindert werden, dass ein Rechtefriedhof entsteht.
  2. Zu jedem „Werk“ wird angegeben, wie Nutzer Rechte erwerben können. Für Privatpersonen werden einige typische Nutzungsmöglichkeiten standardisiert und mit Pauschalpreisen versehen.

Interessanterweise wird ein ähnliches System in USA von den Republikanern vorgeschlagen, die meinen dass das bestehende Copyright System den Fortschritt und die Wirtschaft hemmt. Das wäre durchaus ein Ansatz eine weltweite Internet Copyright Regelung zu etablieren, die mit dem globalen Ansatz des Internets kompatibel wäre.

Mit der Anpassung des Copyrights in USA soll das auch in USA grassierende Abmahnunwesen bekämpft werden und die Einnahmen der Künstler zu Lebzeiten verbessert werden. Ein Zentrales Copyright System für Deutschland mit Vernetzung zu anderen Ländersystemen könnte man mit einigen Millionen Euro entwickeln und sicher für < 1 Million € im Jahr betreiben. Bei der GEMA gibt es bereits jetzt ein solches zentrales Auskunftssystem für Musikwerke, das aber nur die von der GEMA vertretenen Werke enthält.  Nachdem immer mehr Bürger das Internet als Informationskanal nutzen kann man wohl fordern, dass von den  800 Millionen €, die unsere öffentlich rechtlichen Sender für ihren Betrieb erhalten, das notwendige Geld für diese zentrale Infrastruktur abgezweigt wird. Dadurch würden sich auch die Chancen für junge Autoren erhöhen schon in ihren Anfangsjahren Einnahmen zu bekommen. Typisch erhalten junge Musiker < 100 € im Monat und nur etwa 4000 Platzhirsche (deren Musik bei Silberweiß gespielt wird) erhalten Beträge über 2000 €. Aber auch damit kann man keine grossen Sprünge machen. Deutschlands Abmahnanwälte verdienen da erheblich besser. Sie verschicken jährlich Abmahnungen im Wert von mehr als 460 Millionen €. Schon für einen illegalen Download müssen Jugendliche 100 € bezahlen. So mancher Komponist wäre froh wenn er im Jahr so viel Geld für eine Komposition erhalten würde.

Online Werbung – mehr Content oder mehr Geld für Google Adsense?

Erfahrene Google Benutzer schauen sich die ersten Refernzen nach einer Suche gar nicht an, weil sie wissen dass diese Referenzen über das Google Tool AdSense „gekauft“ wurden und oft mit der Suche wenig zu tun haben.  Ähnlich ist es mit der maßgeschneiderten  Werbung, die in er rechten Spalte von Google angezeigt wird.

Allmählich gibt es aber auch Klagen von Unternehmen, die mit Google AdSense ihre Werbung von Google anzeigen lassen, wenn bestimmte Schlüsselworte (z.B. Insurance) bei der Suche eingegeben werden. Für einen Kunden, der dann die Werbung anklickt, müssen die Unternehmen bis zu 20 $ (Pay-per-Klick) an Google bezahlen. Da nur wenige Kunden dann wirklich kaufen, ist die AdSense Werbung vielen kleinen Unternehmen schon zu teuer geworden.

Es gibt aber auch eine Alternative um Aufmerksamkeit von Kunden zu bekommen. Macht man seine Website für Besucher interessanter, so wird diese von Google höher bewertet und öfter von Kunden gefunden ohne dass man die teure Werbung dafür bezahlen muss. Ein bewährte Methode ist z.B. einen interessanten Blog zu pflegen und auch in Sozialen Netzwerke zu platzieren. Selbst wenn man einen professionellen Autoren dafür bezahlt ist das häufig billiger als die AdSense Werbung. Auf alle Fälle ist der Markt für Online Werbung begrenzt und wird nicht wesentlich größer wenn auch Facebook, Bing, Apple, Telekom, Vodafone   u.a. vom Werbekuchen etwas abbekommen wollen. Bei zuviel Werbung schalten die Benutzer auch auf Durchzug oder meiden sogar Dienste, die sie mit Werbung zumüllen.

Ein wesentlicher Grund für mein Privates Portal ist, dass es völlig frei von Werbung betrieben wird. Da die Teilnehmer inzwischen genügend von allen möglichen Services mit exzessiver Werbung genervt sind, schätzen sie eine werbefreie Plattform immer mehr. Hier muss der Vater dem Sohn nicht mehr erklären, dass er an Anzeigen für Attraktive Singles, die in der echten Spalte immer wieder auftauchen eigentlich nicht interessiert ist. Schwierig wird es auch in Unternehmen, wenn Mitarbeiter partout keine Werbung haben wollen, wenn sie im Web Arbeiten für das Unternehmen durchführen.

Mit Werbung auf der eigenen Webseite kann man sehr schnell mit dem deutschen Urheberrecht und anderen Gesetzen  in Konflikt kommen, da es für unsere Justiz Webseiten mit verschiedenen Bereichen (Mash-Ups) und anderen Verantwortlichen noch nicht gibt. Grundsätzlich gilt – ohne Werbung weniger Ärger.

Das nächste EU Wolkenkuckucksheim – EU Cloud Computing

Die EU versucht immer wieder neue Technologien zu fördern obwohl bekannt ist, dass nichts schlimmer für die Entwicklung einer Technologie ist als die Einmischung von Politikern und Bürokraten. Das Internet und das weltweite Mobilfunknetz sind nur deshalb erfolgreich geworden, weil sich die Politik wohl mangels Sachkenntnissen nicht eingemischt hat. Der neueste Hype ist Cloud Computing. Dabei konnte man schon vor 30 Jahren auf den alten IBM 3270 Terminals weltweite Computer Services nutzen.  Die hohen Kosten für die Datenübertragung und die geringe Datenrate begrenzten den Kreis der Benutzer aber auf große internationale Firmen.

Die EU Kommission hat nun erkannt, dass Cloud Computing vor allem für kleinere Firmen (und Privatleute) zu erheblichen Einsparungen und verbesserten Dienstleitungen führen kann. Mit Anwendung des Cloud Computing könnte man auch die Prozesse in den europäischen und nationalen Bürokratien erheblich verringern. Typisch ist, dass die EU Kommission im eigenen Haus da nicht tätig werden will.

Leider hat Europa den Trend zum Cloud Computing verschlafen. Die Universitäten bilden keine Spezialisten dafür aus – man arbeitet ja selbst lieber ungestört auf seinem eigenen System. Geld für die Anschaffung einer größeren Cloud Infrastruktur und Cloud Anwendungen für die Ausbildung gibt es nicht. Der führende deutsche IT Anbieter, SAP, muss sich deshalb die Technologie in USA einkaufen (SAP kauft Ariba). Cloud Computing kann sich nicht auf wenige große Datencenter beschränken (z.B. in Island oder Grönland), weil die Antwortzeiten dann zu groß werden. Man muss die Verteilung der Cloud in die Fläche beherrschen. Dafür wird man in der EU keine Experten mit Erfahrung finden.

Eine weitere Grundvoraussetzung für Cloud Computing ist eine leistungsfähige Netzinfrastruktur speziell für das Hochladen von Daten. Hierfür benötigt man eine Glasfaserinfrastruktur, die bis in die kleinen Unternehmen und Privathaushalte reicht. So etwas gibt es heute in der EU allenfalls in Estland oder Litauen. Die Politik in Deutschland legt das Schwergewichtzur Zeit auf die Stromleitungen. Da bleibt kein Geld für Kommunikationsinfrastruktur übrig.

Ganz wichtig für den Betrieb von Cloud Services sind die rechtlichen Rahmenbedingungen. Die deutschen Gesetzgeber haben es geschafft den rechtlichen Rahmen für Internet Services so ungünstig zu gestalten, dass eigentlich kein großer Service Betreiber in Deutschland effektiv arbeiten kann u.a. weil die Benutzer von den deutschen Abmahnanwälten mit Abmahnungen überflutet werden. . (Dieser Blog läuft bei einem Provider  in USA, mein persönliches Portal läuft bei einem Provider in der Schweiz!) Google verwendet für seinen URL Shortener Service formal die Adresse goo.gl (Grönland). Grönland gehört formal nicht zur EU, hat aber als von Dänemark administriertes Gebiet, viele Privilegien in der EU. Typisch ist z.B. dass der Server für die Qualitätssicherung in deutschen Krankenhäusern (CIRS) in der Schweiz betrieben wird, um die verschlüsslten, persönlichen Daten der Patienten und der behandelnden Ärzte vor dem Zugriff der deutschen Internet Justiz abzusichern.

Die EU hat also das Cloud Computing verschlafen. Beruhigend ist da allenfalls dass da Bayern mit seiner Initiative Bayern 3.0 „voranprescht“. Der Spott der Piratenpartei greift dabei zu kurz – immerhin siedeln sich die großen IT Konzerne (Microsoft, Google …) bevorzugt in Bayern an.

Google Bild Suche – der nächste Schritt zur totalen Transparenz

Die Google Bild Suche eröffnet eine völlig neue Dimension der Verknüpfung persönlicher Daten. Damit kommen Bild Verfahren, die seit etwa 1992 an den Universitäten entwickelt werden zum praktischen Einsatz.  Solche Systeme gab es schon früher z.B. bei Yahoo , Picsearch u.a. Durch Google wird der Kreis der Nutzer aber sicher erheblich größer.  Probieren Sie z.B.  Google Suche selbst aus mit Eingabe des eigenen Namens „vorname nachname„. Sicher werden Sie genauso verblüfft sein wie ich, welche Informationen mit einer Anfrage plötzlich im Web über Sie gefunden werden. Konnten bisher nur Webseiten oder Websites mit Ihnen assoziiert werden auf denen Ihr Name oder Ihre Email Adresse enthalten war, so kann Google jetzt von einer Seite ausgehend auf denen eines ihrer Bilder (es muss kein Porträt sein!) auftaucht, andere Seiten finden auf denen dieses Bild auftaucht. Ein ypisches Beispiel ist z.B. ein Avatar, den Sie unter verschiedenen Benutzer Namen in verschiedenen Systemenz.B. Twitter, Facebook, Google usw benutzen. Jetzt finden Sie auch Bilder die „gute Freunde“ im Web mit Ihrem Namen getagged haben.  Sie werden eventuell auch Bilder finden, die eigentlich nichts mit Ihnen zu tun haben. So taucht auf meiner Suchliste auch ein Bild von Angela Merkel auf. Da sieht zunächst nach einem Fehltreffer aus. Bei genauerer Analyse gehört das Bild aber zu einem Artikel der FAZ, zu dem ich einen Kommentar abgegeben habe.

Mit der neuen Google Bild Suche werden viele persönliche Strategien, wie man mit persönlichen Daten im Web verantwortlich umgeht, hinfällig.  An die Möglichkeit einer sytematischen, weltweiten Suche nach Bildern und Verknüpfung von Metadaten haben wohl nur wenige Wissenschaftler vor ein paar Jahren gedacht. Es ist zu erwarten, dass in der Zukunft noch mehr neue Such- und Auswerteverfahren im Web auftauchen werden. Man sollte sich also sehr gut überlegen welche persönliche Daten man ins Web stellen will und sollte auch seine vielleicht etwas IT technisch unbedarften Freunde bitten, mit den persönlichen Daten anderer etwas vorsichtiger umzugehen.

Privates Portal und soziales Netzwerk für Kinder und Jugendliche

Kommerzielle soziale Netzwerke erlauben Jugendlichen erst Zugang mit 13 Jahren (Facebook) oder 18 Jahren (Google+). Fast alle Schulen in USA betreiben deshalb ein eigenes eMail System und zum Teil schon private soziale Netzwerke! Mit Facebook, Google+ und Co ist z.B. Jugendarbeit im Verein oder Koordination von Schulprojekten nicht möglich. Aus gutem Grund! Schließlich möchte man die persönlichen Daten der Kinder nicht unbedingt weltweit veröffentlichen und die Kinder auch nicht der agressiven Werbung von Google und Facebook aussetzen. Natürlich möchte man die Kinder auch von unangenehmen Kunden bei Facebook schützen. Viele Facebook Kunden sind aber bereits heute jünger als 13 Jahre – manche sogar jünger als 10 Jahre. Das ist eindeutig illegal! Natürlich möchte Mark Zuckerberg das Mindestalter absenken. Es ist aber wohl besser sich rechtzeitig nach Alternativen umzusehen, bei denen der Zugang zur Gruppe eigenverantwortlich kontrolliert werden kann.

Vor speziellen eMail Systemen für Kinder wie z.B. Mail4Kids  rate ich ab. Hier können die Täter die Zielgruppe direkt angreifen. Schon vor 12 Jahren gab es beim SWR ein soziales Netzwerk für Kinder. Fpr eine Demo legte ich ein typisches Familienkonto an. Schon nach einer Stunde meldeten sich zwielichtige Typen bei dem Demo-Mädchen! Die Verhältnisse sind sicher in der Zwischenzeit noch schlimmer geworden. In den USA werden auch Systeme zur Kontrolle und zur Überwachung für eMail von Kindern angeboten z.B. ZooBuh! Das ist allenfalls für sehr kleine Kinder sinnvoll. Die beste Lösung ist wohl immer noch, dass man sich bei einem seriösen Provider wie z.B. 1&1 eine eigene Domain mit eMail Postfächern. mit Thunderbird auf dem Client die eMail verwaltet für etwa 10 €/Monat. Wenn man sich diesen Luxus mit Freunden teilt, dann kostet dieser Luxus weniger als 0.50 € im Monat. Man kann dann auch mit dem Handy auf die eMails zugreifen und wenn nötig auch die eMail Adressen der Kinder ändern, wenn diese mißbraucht werden. Kontrollen sollte man den Kindern erklären und mit ihnen Absprechen.

Vom Google Follower zum Google Skeptiker

Als Google eine Reihe von Funktionen wie Google Mail, Google Docs usw angekündigt hat, konnte man annehmen dass Google ein relativ offenes System zur Verfügung stellt. Leider haben die Google Entwickler ziemlich freienLauf erhalten und die Funktionen des Systems dauern geändert. Dabei war aber nie wirklich eine neuartige sinnvolle Funktion, die man nicht schon von anderen Systemen gekannt hätte. Als dann Google Apps angeküdigt wurde bin ich mit einer kleinen Gruppenanwendung für einen Verein auf die Google Plattform umgestiegen. Eigentlich sollte mit Google Apps eigentlich das ganze Google Angebot besser strukturiert werden. Leider wurden aber auch hier wieder die Funktionen relativ willkürlich geändert. Nun kann man wohl wenig daagegen sagen, wenn Google neue Funktionen auf der Plattform einführt. Schwierig wird es allerdings wenn Google bewährte Funktionen einfach abschafft.

Bisher konnte mit Google Groups eMail Verteilerlisten anlegen, bei denen nicht alle Benutzer bei Google registriert waren. Es genügte die Angabe der eMail Adresse. Das ist für heterogene Gruppen sehr wichtig, da sich nicht alle Gruppenmitglieder bei Google registrieren wollen oder können. Nun hat Google diese Funktion umgestellt und erlaubt jetzt ähnlich wie Facebook nur Gruppenmitglieder auf den Verteilerlisten, die auch bei Google registriert sind.

Die Absicht ist klar. Google (und Facebook) wollen nicht dass die Benutzer eigene Mail Systeme z.B. Thunderbird oder MS Mail benutzen. Alle Benutzer sollen im System Google bleiben, damit die Werbung an den Benutzer gebracht werden kann. Dies artet zur Zeit immer mehr aus. Viele Benutzer fühlen sich durch zum Teil agressiv personalisierte Werbung bedrängt. Viele Benutzer wollen ihre persönliche oder geschäftliche eMail nicht Google anvertrauen. Beispielsweise erlauben deutsche Gesetze Unternehmen nicht, persönliche Daten ihrer Kunden im Ausland zu speichern. Man kann bei Google auch keine lokalen Backups z.B. seiner eMail machen.

Bei langfristiger Nutzung der Google Apps muss man sich darauf einstellen, dass etwa alle zwei Jahre das ganze System geändert werden muss und man einen großen Teil der eigenen Anwendung wieder ändern muss. Migrationshilfen gibt es bei Google nicht. (Die helfen auch nicht wenn dauernd die Semantik der Plattform geändert wird).  Auch kann man die eigenen Daten nicht vernünftig verwalten. Dass das auch anders geht zeigt z.B. die WordPress Plattform, die sehr verantwortungsvoll gemanaged und erweitert wird ohne dass die Kunden dauernd wieder Anpassungen vornehmen müssen.

Zum Glück gibt es genügend andere Anbieter von Plattformen, mit denen man effizient arbeiten kann und sich nicht den Google Zwängen und den Geschäftsbedingungen von Google unterwerfen muss. Meist kann man auf den anderen Plattformen Google Search, die einzig wirklich attraktive Funktion bei Google, einfach integrieren.

Google+ und Google Apps sind als Plattform für langfrisitge Projekte, die über mehrer Jahre laufen sollen zumindets im jetzigen Zustand und mit der jetzigen Unternehmensphilosophie nicht geeignet. Ciao Google Apps.

Google Gadget ohne Werbung in Sharepoint einbetten

Mit einem Privat Portal z.B. auf einer Cloud Sharepoint Plattform kann man ähnliche Systeme wie bei iGoogle oder Facebook aufbauen, ohne sich deren Werbung und ohne seine privaten Daten ausliefern zu müssen. Google verdiente bisher sein Geld mit Werbung. Zusätzlich sollen jetzt auch Benutzerdaten an Interessenten verkauft werden. Das wird langsam mehr als lästig wenn Google bisher werbefreie Funktionen wie z.B. Google Groups oder Google Gadget nun auch mit Werbung vollpflastert. Besonders ärgerlich ist das, wenn man auf seiner Webseite nun bei jedem eingebetteten Google Universal Gadget (siehe Google Gadgets in Sharepoint einbetten)  agressive Werbung sieht wie z.B.

Google Gadget with advertising

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das nimmt nicht nur Platz auf der eigenen Webseite weg sondern stört durch agressive Grafik und die Links zur Werbung.

Leider kann man bei den Google Universal Gadgets die Werbung nicht unterdrücken (das erlauben auch die T&Cs nicht!). Man kann aber bei Sharepoint das Gadget in einem Inhalts Editor Webpart so anzeigen, dass die Reklame ohne Scrollen nicht sichtbar ist.

Man erhält vom Google Universal Gadget Builder bei Get the Code z.B. folgendes Javascript:

<script src=“//http://www.gmodules.com/ig/ifr?url=http://likesbox.com/igoogle/news/tagesschau.xml&amp;synd=open&amp;
w=320&amp;h=300&amp;title=Tagesschau+ARD+-+Aktuelle+Nachrichten+-+Inland+Ausland+Wirtschaft+Kultur+Sport&amp;
border=%23ffffff%7C3px%2C1px+solid+%23999999&amp;output=js“></script>

Dieses Javascript speichert man als TXT File im Sharepoint Portal ab und kopiert die LINK URL zu diesem Gadget Textfile. Nun platziert man ein Inhalts Editor Webpart auf der Sharepoint Seite und gibt die URL zum Gadget Textfile ein.

Zusätzlich begrnezt man noch die Höhe des Webparts (im Beispiel 320 Pixel) so, dass die Google Werbung nicht sichtbar wird. Damit erhält man jetzt folgende Anzeige auf der eigenen Webseite

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese Lösung funktioniert, ist aber nicht ganz befriedigend. Langfristig wird die Microsoft und/oder die Open Source community  attraktive Gadgets für PCs und Tablets sowie kompatible Apps für Mobiltelefone und Tablets verfügbar machen müssen, wenn sie gegen die Konkurrenz von Google und Apple bestehen wollen. Wie Apple gezeigt hat, kann man für gute Gadgets und Apps durchaus Geld verlangen besonders wenn die Anwendungen ohne lästige Werbung und Datenschnüffelei angeboten werden.

Achtung: Beim Einbetten von Google Gadgets muss man natürlich auch die betreffenden Google Geschäftsbedingungen beachten, die vorschreiben, dass man die Google Gadgets nicht verändern darf . Man darf die Werbung nicht entfernen. Das ist bei einem kleineren Anzeigefeld mit Scrollen offensichtlich OK, da viele Google Gadgets die Scroll Funktion eingebaut haben.

Sharepoint WIKI ausdrucken und archivieren

In einem benutzerfreundlichen Portal sollten eigentlich möglichst wenig WORD und PDF Dokumente verwendet werden. Der größte Teil der Webseiten für die Benutzer sollte als WIKI erstellt werden. In Sharepoint 2007 musste man noch relativ mühselig die einzelnen Webseiten mit Webparts zusammenstellen. In Sharepoint 2010 kann man WIKIs als Grundgerüst für die Organisation der Portalseiten benutzen. Wikis zu erstellen ist in Sharepoint sehr einfach (so geht’s) .  Autoren müssen eigentlich nichts mehr über Sharepoint Details wissen um den Inhalt eines Sharepoint Portals zu erstellen. Ganz ähnlich wie früher auf den Webpart Seiten kann man Webparts auch in WIKIs einbetten. Damit erhält man eine höchst flexible Plattform für das Verwalten von Sharepoint Sites.

Leider lernen heute selbst die Schüler in den Schulen noch immer WORD Dokumente zu erstellen und zu editieren, die eigentlich im Web Zeitalter durch WIKIs ersetzt werden sollten mit denen man auch komplexe Themen vernünftig gliedern und vernetzen kann. Viele Benutzer gehen heute mit Wikipedia um ohne auf die Idee zu kommen, diese Technik auch für die eigenen Dokumente zu nutzen.

Ein oft erwähnter vermeintlicher Nachteil bei WIKIs ist, dass man diese für die Internet Analphabeten oder für das Archiv nicht ausdrucken kann. Bei Sharepoint 2010 gibt es aber eine relativ einfache Möglichkeit WIKIs auszudrucken.

In USA ist man da schon etwas weiter und gibt an den Universitäten den Benutzern eine Hilfe wie man WIKIs exportieren und ausdrucken kann (Anleitung der Stony Brook University). Im Prinzip erstellt man einfach eine WIKI Ansicht, in der die einzelnen Seiten wie bei einem Textdokument verkettet werden und diese dann ausdrucken kann (auch als PDF). Da die englischen Begriffe nicht so leicht ins Deutsche übersetzt werden können, gibt es hier eine kleine Hilfe für die deutsche Version von Sharepoint 2010.

  1. Zunächst muss man die WIKI Seiten mit Seitennummern versehen. Gehe zu Wiki Seite, klicke  ->Seite (Leiste oben) -> Alle Seiten anzeigen (man sieht jetzt eine Liste mit allen WIKI Seiten) -> Bibliothek  -> Spalte erstellen
    Man gibt jetzt als Spaltenname z.B. Seite ein , als Elementtyp wählt man Zahl und Anzahl der Dezimalstellen ist o. -> OK
    Jetzt sieht man eine zusätzliche Spalte in der Liste der Wiki Seiten und kann mit Bearbeiten die Seitennummern eingeben. Es empfiehlt sich danach die Ansicht für die Seitenanzeige so zu ändern nach den ansteigenden Seitenzahlen in der Spalte Seiten sortiert wird.
  2. Im zweiten Schritt erstellt man nun eine neue Ansicht der WIKI Seiten, die ausgedruckt werden kann. Klicken -> Seite -> Alle Seiten anzeigen -> Bibliothek -> Ansicht erstellen
    Man startet mit  -> Standardansicht und wählt Öffentliche Ansicht erstellen. Als Namen für diese Ansicht kann man z.B. Druckansicht wählen. Danach löscht man alle Haken für die Anzeige von Spalten und setzt einen Haken bei WIKI Inhalt und wählt Zuerst sortieren nach Spalte Seite.Nun muss man noch eine Formatvorlage für den Ausdruck auswählen -> +Formatvorlage   und wählt Magazin. ->OK
  3. Will man sich nun die Druckansicht ansehen so zeigt man wieder alle WIKI Seiten an -> Bibliothek und wählt bei Ansicht dann die Druckansicht aus. Nun werden alle Wiki Seiten in der angegeben Reihenfolge angezeigt und man kann sie wie eine ganz gewöhnliche Webseite mit dem Browser ausdrucken. Man sollte sich vorab zunächst einmal die Druckvorschau ansehen.

Damit der WIKI Ausdruck gut aussieht, sollte man die WIKI Seiten ganz streng mit den vorgesehenen MarkUps des Sharepoint Editors formatieren. In einem Team sollte man hierfür Regeln festlegen ähnlich wie man es auch bei einem WORD Dokument macht. Man wird dann überrascht sein wie gut die Formatierung funktioniert. Diese Funktion kann man auch für die Archivierung des WIKI verwenden z.B. als PDF Datensatz. Damit hat man eine auch nach Jahrzehnten nachprüfbare Dokumentation wenn die Sharepoint 2010 Version nicht mehr existiert.

Privates Soziales Netzwerk (Privates Portal) in der Cloud braucht IT Grundwissen

Während in USA sich die IT Szene schon von Facebook und Google weg hin zu Privaten Porten mit integriertem sozialem Netzwerk bewegt, tut sich in deutschen Szene noch relativ wenig. Man schimpft zwar auf die Datenkraken Facebook und Google will und kann aber wenig tun, um diesen Kraken zu entkommen. Pidder ist eine deutsche Social Network Plattform, die viel Wert auf Datenschutz legt, aber noch etwas holprig daherkommt (aber auch kostenlos ist!). Programmierer, die sich mit den modernen Cloud Benutzerschnittstellen auskennen, sind in Deuschland noch Mangelware. US Plattformen, die ähnlich arbeiten wie Facebook und ähnlich zu bedienen sind:  Yammer, Chatter , Huddle, Jive


SocialGo
(Beispiel Kasabian Live) ist ein typisches Beispiel aus England für eine private soziale Plattform. Die wesentlichen Kennzeichen sind dabei, dass Benutzer sich für die Plattform registrieren können (sich auf Wunsch aber auch mit ihrem Facebook oder Twitter Global ID anmelden können) und alle Inhalte nicht vom Hoster wie bei Google oder Facebook genutzt werden. Für 30 $ im Monat erhält etwa man bei SocialGo ein privates Social Netzwerk ähnlich Facebook, dass der Besitzer selbst kontrolliert. Man kann selbst entscheiden welche Daten und Gruppen frei zugänglich  sind und welche Daten nur bestimmten Gruppen zugänglich sein sollen.

Ich selbst bevorzuge eine Sharepoint Hosting Platform, weil die billiger ist (11 € im Monat) und sehr viele Office Funktionen bietet (und die meisten deutschen Benutzer noch in der eMail Phase sind und mit komplexeren sozialen Netzwerken nicht umgehen können). Solche privaten Netze/Portale haben typisch etwa 10 bis 100 Benutzer z.B. Familie, Verein, Interessengruppe usw. Bei Bedarf kann man aber z.B. auf der Sharepoint Plattform auch Millionen von Benutzern unterstützen.Die Kosten pro Benutzer liegen bei 100 Benutzern bei 0.1 bis 0.3 € / Monat. Das sollte für Leute, die einen Internet Anschluss und eine Mobilfunk Flatrate bezahlen können, kein Problem sein. Es gibt sicher auch genügend Leute die meistens in einer kleinen Web Bar (Privates Portal) anstatt im Facebook Bierzelt sitzen wollen.

Eine schon seit längerem laufende Umfrage über Planung und Status von Privaten Portalen zeigt aber, dass es in Deutschland noch relativ wenig Leute gibt, die sich mit dem Thema beschäftigen und ganz wenige, die schon soviel Kenntnisse haben, dass sie ein privates soziales Netzwerk betreiben können.

Für die Einrichtung eines privaten Netzwerks benötigt man vor allem organisatorisches Wissen. Spezielle IT Kenntnisse für Installation und Betrieb von Servern sind dazu nicht notwendig. Alle Funktionen werden wie bei Cloud Services über Browser gesteuert. Die Benutzer müssen keine Programme auf ihren PCs und Handys installieren (und auch nicht dauernd updaten). Anstatt den bei Smartphones üblichen Apps verwendet man Scripts, die im Browser laufen. Wer möchte schon seine gesamten Anwendungen von Apple kontrollieren lassen und dafür noch Geld bezahlen?

Die geringen Kenntnisse über Betrieb von sozialen Netzwerken sieht man auch daran, dass in Deutschland weder an Universitäten, Schulen und Volkshochschulen Kurse über selbstorganisierte soziale Netzwerke angeboten werden. Dafür gibt es unzählige Arbeitskreise und Blog Veröffentlichungen, die sich über den mangelnden Datenschutz bei Facebook und Google beklagen. Jammern ist eben einfacher als Denken und Tun.

Geradezu skandalös ist es, wenn Behörden und Parteien ihre Anwendungen nur in proprietären Systemen wie Facebook und iPhone anbieten. Besser kann man den Niedergang der deutschen IT nicht dokumentieren.