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Katastrophen Fehlalarm – warum haben die Glocken nicht geläutet?

Wahrscheinlich weil meine Frau keinen Beratervertrag mit dem Innenministerium von Horst Seehofer hat! Die Glockenfrage stellte meine Frau sofort als ich ihr über die Pleite mit den KATWARN und NINA Apps berichtete. In Böblingen hörte man auch keine Sirenen. Sirenen gibt es nur im Daimlerwerk und diese werden nur zum Anfang der Schichten aber nicht zur Rettung der lokalen Autokäufer betätigt.

Man könnte heute auf die Idee kommen, verschiedene Glocken für unterschiedliche Katastrophenfälle wie Stromausfall, Überschwemmung, Wasserverunreinigung, Chemieunfall, Hochwasser zu verwenden. Dafür müssten die Glockentürme mit einer Notstromversorgung und einem Notfallfunknetz (z.B.Amateurfunk) ausgestattet werden. Das würde wahrscheinlich nur einige Tausend Euro pro Kirchturm kosten und könnte aus dem Klingelbeutel finanziert werden.

Aus dem Urlaub in Südtirol kennen wir die dort übliche Methode der Warnung vor schweren Gewittern mit der großen Glocke, die Anwohner in der Nähe des Kirchturms aus dem Bett hebt und auch in entfernten Tälern noch gehört werden kann. Die Funktionsfähigkeit des Systems wird stündlich geprüft sodaß man nicht erst im Notfall erkennt, daß das System nicht funktioniert. Mit dem erweiterten System kann man mit Glocken verschiedener Größe Nachrichten senden, z.B. ob ein armer Sünder oder der Pfarrer gestorben ist oder ob wie in Bayern die Hochzeit einer züchtigen Jungfrau mit der großen Glocke einzuläuten ist oder nur mit der kleinen Glocke (der Normalfall im ländlichen Bayern).

Es fällt auf, daß unsere Minister mit ihren Projekten zur Digitalisierung (Maut, Schulen, Corona-Warn-App, Corona Test, Katwarn, Nina) regelmäßig scheitern. Besonders die profilierungssüchtigen Minister aus Bayern fallen dabei auf.

Historisch gesehen wurde der Fortschritt in Bayern durch Knowhow Import aus der Pfalz oder Preußen durch vertriebene Reformierte, erreicht während Italiener für Luxus und Geldausgeben zuständig waren. Im digitalen Zeitalter scheint das mit dem Knowhow aber nicht mehr zu funktionieren.

Den Behörden fehlen ganz offensichtlich System-Architekten, die sinnvolle Ziele definieren und auch umsetzen können. Politiker sind ganz sicher hierfür nicht geeignet und kennen auch keine Methoden wie sie sich fähige Berater*innen bei ihren Hoflieferanten einkaufen können (von der Leyen Syndrom). Das ist auch das zentrale Problem bei Großprojekten der offenen Hand wie z.B. Berlin Flughafen, Stuttgart 21 Bahnhof oder jetzt Corona Hilfen für die Automobil zentrische Industrie.

Erfahrene System-Architekten und Projekt-Entwickler wissen, daß die Nullphase eines Projekts entscheidend für die Durchführung und den Erfolg eines Projekts ist. Wer glaubt er könnte mit Agilen Methoden und ohne eine saubere Architektur (Grundregeln) arbeiten wird scheitern.

Bei der Corona-Warn-App, Katwarn und Nina wurden so viele Design- und Inplementierungsfehler gemacht, daß sie praktisch unbrauchbar sind. Check: Was passiert eigentlich wenn der Benutzer Location Services wegen Datenschutz ausgeschaltet hat?

Bei den Warn-Apps wurde ganz offensichtlich folgende Fehler gemacht

  • “Wer wird wie und wann erreicht” nicht geklärt.
  • Eine externe Anforderung Datenschutz (wer schützt was vor wem) wurde über das primäre Ziel gestellt.
  • Die vorhandene Technik wurde in der Digital-Begeisterung nicht verstanden und überschätzt aber von Lobbyisten verkauft.
  • Ein bundesweiter Test musste die Warnsysteme ja überlasten. Gestaffelte Alarme in den Bundesländern wären sinnvoller gewesen.

Bei einer Tagung des VDE Ambient Assisted Living war ich überrascht, daß die jungen APPologen keine Idee hatten wie die Ü50 und Menschen, die nicht dauernd ein eingeschaltetes Handy herumtragen, erreicht werden können. Dabei ist genau das die Risikogruppe bei Katastrophen.

Bei dem Hochwasser in Hechingen 2008 starben drei ältere Frauen weil sie nicht rechtzeitig gewarnt wurden und die lokale Feuerwehr die früher übliche Seilwinde am Feuerwehrauto durch eine Chemieunfall-Einheit ersetzt hatte. Nachdem ein Haus meiner Familie bis ins Erdgeschoss überschwemmt wurde, habe ich die Ursachen für das Jahrhunderthochwasser in Hechingen analysiert. Grund war nicht der Klimawandel sondern Ignoranz, Schlamperei, Um- und Neubauten sowie mangelnde Pflege des Flussbettes mit Ausrede Vogelschutz.

Als Prototyp habe ich ein Hohenzollern Hochwasser Warnsystem auf einer Sharepoint Plattform entwickelt, das auf der Mitwirkung von geschulten Katastrophenwarnern basiert. Starkregen ist meist lokal und läßt sich durch einen Blick aus dem Fenster leicht feststellen!

Die Behörden reagieren zu langsam und zu ungenau! An einem Katastrophentag sollte die Bevölkerung über Verhalten und Schutzmaßnahmen durch soziale Medien, Infostände, Schulen, Amtsblatt usw informiert werden. Die Erfahrung zeigt, daß über die Zeit (immerhin 12 Jahre) das Interesse am Katastrophenschutz und -alarm nachlässt. Das Interesse an Artikeln auf der Hohenzollern Hochwasser Site zum Wasser abpumpen, säubern und trocknen des Hauses steigt bei Hochwassern in Deutschland. Vier Wochen später interessiert man sich kurz für Sicherung gegen Hochwasser. Danach – aus den Augen aus dem Sinn. Ganz wie in der Politik bis zur nächsten Katastrophe.

Warnungen werden beim Hohenzollern Warnsystem auch über automatische Telefonanrufe ausgegeben und auch über Nachbarschaftshilfe verteilt. Danit wird die Zielgruppe ohne Handy erreicht.

Ein solches Warnsystem läßt sich in etwa einem Mann Monat selbst von interessierten Laien von einer Vorlage einrichten. Die Sharepoint Plattform, die im Bedarfsfall Tausende Anfragen bedienen kann, aber meist in Standby läuft, kostet mich im Moment 120 € im Jahr bei einem zuverlässigen Schweizer Hoster. Die Sharepoint Plattform wird hauptsächlich für private Kollaborations-Plattform genutzt (geht auch mit Microsoft TEAMS).

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Die nächste WUMMS Pleite – Laptops für die Schulen

Geld löst nicht alle Probleme

Unsere naiven Politiker versuchen mit sinnlosen Geldausgaben alle Probleme zu lösen. Da sie selbst und ihre leitenden Mitarbeiter wenig Sachkenntnisse haben, holen sie sich Lobby hörige Berater ins Haus, die ihnen teure und unsinnige Ratschläge erteilen. Ein schönes Beispiel ist da die Corona-Warn-App die mehr Probleme als Problemlösungen gebracht hat. Vielleicht hat Minister Spahn und seine Mannen dabei etwas gelernt.

Das nächste Desaster wird gerade gestartet. Jetzt sollen Schulen plötzlich viel Geld erhalten mit dem sie freihändig Laptops und/oder Tablets beschaffen sollen. Das Geld muss schnell raus um die chinesische Wirtschaft anzukurbeln. Dabei haben die Politiker offensichtlich nicht bedacht daß

  • Software und Lernmethoden nicht beliebig auf PCs, Tablets und Smartphones betrieben werden können. Betriebssysteme und Infrastruktur (Apple, Google, Microsoft) spielen offensichtlich keine Rolle. PC basierte Software braucht zwingend einen Drucker und einen schnellen Internetanschluss. Wer übernimmt die laufenden Kosten?
  • Es gibt keine Pläne und Vorgaben welches Betriebssystem und welche Software auf den Geräten laufen soll. Wer bezahlt die Software und die notwendige Pflege. Durch die Delegation der Verantwortung für die Beschaffung an die Schulen hat man das Problem mit der Ausschreibung elegant vermieden. Jeder macht was er will!
  • Die vorhandene Infrastruktur in Ministerien und Schulverwaltung ist nicht geeignet hunderttausende von Schülern und Lehrern zu unterstützen. Die geplante zentrale Verwaltung und Kontrolle der Hardware und Software der Schul-PCs kann nur im Desaster enden. Man stelle sich vor wie die Verwaltung vieler unterschiedlicher Geräte z.B. vom Lieblingslieferanten, der Deutschen Telekom, organisiert und geleistet wird. Der gesamte Schulbetrieb würde in kürzester Zeit zum erliegen kommen.
  • In großen Industriebetrieben hat man das Konzept der „verwalteten Geräte“ längst aufgegeben. Man verfolgt das Bring Your Own Device Konzept. Die Mitarbeiter haben persönliche Geräte mit denen sie über Browser oder Firmen-Apps arbeiten. Das wichtigste Gerät der Schüler ist das persönliche Smartphone. Das kommt bei der Laptop Initiative gar nicht vor.
  • Mit der naiven Ideologie vom Deutschen Datenschutz wird man die benötigten offenen, kooperativen Systeme an den Schulen nicht betreiben können(Beweis: die Corona-Warn-App, sicher aber wenig nützlich!)
  • Die vielen interaktiven Lehr- und Lernangebote, die es heute bereits für Smartphones gibt, kann man mit PCs und meist auch nicht mit Laptops nutzen.

Was sollte man tun?

  • Alle Systeme für die Schule müssen als Cloud Anwendung mit Browser oder App Benutzerschnittstellen auf diversen Geräten lauffähig sein.
  • Eine offene Infrastruktur für die Administration inklusive einer Zero Trust Sicherheitsinfrastruktur muss aufgebaut werden. Grundlage muss dabei eine Bürger-Smartcard z.B. Personalausweis+ sein, die mit Smartphones und PCs gelesen werden kann. Hierfür müssen Apple, Google, Huawei und Co eine offene Schnittstelle bereit stellen. Es ist nicht akzeptabel, daß Adressierung, Identifikation und Autorisierung an die Hersteller der proprietären Betriebssysteme ausgelagert werden.
  • Man muss mit den bösen, großen Apple, Google, Huawei und Microsoft zusammenarbeiten und notwendige offene Schnittstellen per Gesetz vorschreiben. Was bei Gurken funktioniert kann man auch bei Smartphones machen!

So etwas geht sicher nicht von heute auf morgen. Ohne realistische Ziele geht aber wohl gar nichts. Es gibt aber weltweit genügend Systeme von denen man bewährte Lösungen übernehmen kann. Am deutschen Wesen wird die Welt wohl nicht genesen.

Zero Trust Sicherheit mit unabhängiger Smartcard und Smartphone Leser

Neue Ideen für die Schule