Der nächste Corona IT Flop – Antigentestausweis

Nachdem ich vor kurzem ohne Probleme einen Termin und eine Behandlung beim Zahnarzt erhalten hatte, war ich sehr überrascht, dass ich für einen Friseurbesuch einen tagesaktuellen, negativen Antigentest vorweisen sollte. Die Anmeldung beim Corona Schnelltestzentrum mit grossen Parkplatz war kein Problem- man verwendet ja die externe Software Terminland. Die Software funktioniert. Die Deutschen Datenschützer haben offensichtlich die Anwendung noch nicht im Visier.

Man konnte den Wunschtermin auf die Minute für den kostenlosen Test genau auswählen. Bei der Zustellung des Ergebnisses des Tests gab es drei Optionen.

  • Abruf des Ergebnisses und der Bescheinigung über die App Doctorbox (kann bis 24h dauern!)
  • Per Email als PDF kostet 5€ (bis 24h)
  • Ausdruck direkt im Testzentrum mit etwa 30 Minuten Wartezeit kostet 5€

Der Betreiber des Testzentrums, mein Apotheker, hat sich damit eine schöne Nebeneinnahmequelle geschaffen. Den Test zahlt das Land – vom Ausdruck wurde nie gesprochen.

Ich entschied mich für den direkten Ausdruck und wollte meinen Termin buchen. Die Buchung wurde aber ohne Kommentar nicht akzeptiert. Des Rätsels Lösung: Man musste erst die 5€ bezahlen!

Das gelang aber nur mit einigen Tricks.

Pünktlich zu meinem Wunschtermin stand ich dann am Anmeldeschalter an dem ein Kunde stand. Ansonsten war es leer.

Dieser eine Kunde hatte sich nicht angemeldet wurde aber vernünftigerweise angenommen. Die Aufnahme der Daten zog sich aber über 10 Minuten hin – dann hatte er keine Email Adresse. Grosse Aufregung in der Organisation! Inzwischen hatten sich schon 10 murrende Kunden hinter mir eingefunden.

Mit der Online Anmeldung gab es kein Problem. Innerhalb 5 Minuten war ich getestet. Negativ – Glück gehabt. Es hat sich inzwischen herumgesprochen, dass der verwendete Schnelltest recht viele falsche POSITIV Ergebnisse liefert. Dann wird zunächst ein Arzt informiert, der dann einen PCR Test anordnet und das Gesundheitsamt informiert. Die Tage bis das PCR Test Ergebnis vorliegt, wird man dann in Quarantäne verbringen müssen. Beliebig viel Ärger ist vorprogrammiert.

Lässt man sich das Testergebnis ausdrucken wird man überrascht. Das “amtliche” Dokument wird auf einem blanken DIN A4 Bogen inklusive Stempel und Unterschrift des Verantwortlichen ausgedruckt. Dieses Dokument kann jeder, der mit einem Scanner und einem Drucker umgehen kann, fälschen und wird von allen Veranstaltern gerne akzeptiert.

Ein Friseur verriet mir, dass es genügt beim Betreten des Ladens mit einem zusammengefalteten DIN A4 Bogen zu wedeln. Da sind die Testdaten garantiert sicher!

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ZDF Politbarometer – Betrug mit Zahlen

Zahlen lügen nicht. Das ist sicher richtig für die Zahlen 1, 2, 3 u.a. Bei Zahlen, die von Statistikern genannt werden, muss man jedoch vorsichtig sein. Bei den üblichen Umfragen sind nicht die Zahlen sondern Wer fragt wen, was und wann entscheidend.

Schaut man sich einmal an wie die Zahlen des ZDF Politik Barometers generiert werden, verliert man den letzten Rest des Vertrauens in unsere öffentlich rechtlichen Sendeanstalten. Für die Umfragen werden 1250 Festnetzanschlüsse ausgewählt (Festnetzanschlüsse Deutschland 2019 38 Millionen, 2009 38.5 Millionen – Quelle: Statista). Die Auswahl der Telefonnummern erfolgt nach einem Zufallsprinzip, das alles andere als zufällig ist. So werden zwei Bundesländer im Osten auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung noch doppelt gewichtet als Ost-West Ausgleich.

Die Forschungsgruppe Wahlen führt diese Umfragen seit 1977 durch und hat offensichtlich nicht mitbekommen, dass es den traditionellen Festnetzanschluss in Deutschland seit Jahren nicht mehr gibt. Immer mehr junge Bürger haben nur noch ein Mobiltelefon und werden deshalb bei den Umfragen nie gefragt. kein Wunder dass bei den Umfragen die Ansichten der Alten dominieren. Leben Junge noch bei ihren Eltern werden diese auch selten am Festnetz ein Gespräch annehmen und schon gar nicht ein Gespräch mit einer 800er Nummer. Auch die Alten werden da vorsichtiger. Die meisten Bürger nehmen solche Anrufe nicht mehr an oder legen sofort auf wenn sich ein Callcenter meldet. Leben mehrere Personen in einem Haushalt, so versucht man die Person an das Telefon zu bekommen, die zuletzt Geburtstag hatte. Wer sich das ausgedacht hat, muss an die Geduld der Bürger bei Telefonumfragen glauben.

Die Auswahl der Befragten ist also alles andere als repräsentativ für die Wahlberechtigten. Die Zahl der wirklich Befragten ist so gering dass die Vertrauensintervalle viel zu groß werden. Immerhin sind sie etwas besser als wenn die Ergebnisse aus dem Kaffesatz ausgelesen werden.

Das nächste Problem sind die Fragen, die gestellt werden. Da Fragen wie „Wer sollte der nächste Kanzler Deutschlands werden?“ nur diffuse Antworten bringen, fragt man lieber „Soll Söder oder Laschet Kanzler werden? Die korrekte 3. Frage „oder keiner von beiden?“ entfällt.

Diese Frage ist auch völlig irrelevant weil die Wahlbürger nicht den Kanzler wählen. Das ist aber ein beliebter Trick von Politikern und Journalisten um vermeintliche Unterstützung der Bevölkerung vorzugaukeln. Klassisch die „Bienen Initiative“ von Söder. Wer Bienen liebt muss nicht unbedingt auch Söder lieben!

Bei den Wahlen in USA hat sich gezeigt, dass Vorhersagen, die mit traditionellen Methoden erstellt wurden, grob daneben lagen. Vorhersagen mit hohem Anteil von Online Befragungen schnitten weit besser ab schon weil sie viel mehr Teilnehmer hatten.

Festnetzanschlüsse Deutschland 2019 38 Millionen, 2009 38.5 Millionen (Quelle: Statista)

Siehe auch: Statistische Kriegführung – Merz klarer Favorit der Jungen Union