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Digitale Steinzeit in den Ministerien ohne Corona-Warn-App

Unsere Ministerien arbeiten mit veralteten “sicheren” Betriebsystemen auf denen die Corona-Warn-App nicht lauffähig ist.

Keine Corona-Warn-App

Die Hacker sind überall

Das zeigt einmal mehr die Naivität der BSI Sicherheitsexperten oder die Unfähigkeit der Experten sich in ihrer Organisation gegen die Auftraggeber aus der Politik durchzusetzen.

Regel Nummer 1 bei der Sicherheit von Geräten ist der regelmäßige Update des Betriebssystems. Bei alten Betriebssystemen gibt es sehr viele bekannte Sicherheitslücken. Die “sicheren” Handies der Ministerien sind eine Einladung auch an weniger raffinierte Hacker.

Grundsätzlich sollte es in einer guten Organisation möglichst wenige Geheimnisse und mündliche Absprachen geben. In der Politik sind sie der Eingang zu illegalen Absprachen, Lobby-Hörigkeit und Hinterhältigkeit. In Behörden müssen wesentliche Schritte und Ergebnisse schriftlich dokumentiert und archiviert werden. Die Trickser versuchen immer ohne schriftliche Spuren auszukommen. Das schönste Beispiel lieferte Piech bei VW. Er zitierte die leitenden Mitarbeiter in sein Büro, formulierte seine Wünsche mündlich und ließ dann seine Wünsche von seinen Vasallen umsetzen. Beim Abgasbetrug konnte man ihm dann natürlich nichts nachweisen. So ähnlich wird in der Politik getrickst. Mit Geheimwissen verschafft man sich innerhalb und außerhalb der Parteien vermeintlich Vorteile und ist wichtig. Man kann “geheime” Bündnisse schließen usw. Dadurch schafft man ein Betriebsklima das von Mißtrauen, Behinderung von Abläufen bis hin zum Mobbing von Kollegen und Abteilungen innerhalb der Organisation reicht.

Ein gutes Beispiel wie man es anders machen kann, lieferte IBM in der Krise in den 90er Jahren als L. Gerstner IBM vor dem Bankrott rettete. Mit einem Federstrich wurde die aufgeblähte Sicherheitsorganisation mit drei Sicherheitsstufen IBM Confidential, IBM Restricted und IBM Registered abgeschafft. Nur die vom Aktienrecht geforderte Geheimhaltung der wesentlichen Geschäftsdaten wurden noch geschützt. Die Bremser in der Organisation wurden ausgebremst. Schlagartig verbesserte sich die Kommunikation und die Zusammenarbeit im Unternehmen.

Das System Internet zeigt, wie man über Länder- und Firmengrenzen ohne Geheimniskrämerei erfolgreich arbeiten kann. Die Corona-Warn-App ist ein schüchterner Versuch in die richtige Richtung. Leider wurde nur die APP und nicht das Gesamtsystem zur Bekämpfung der Corona APP öffentlich diskutiert. Leider werden die Kämpfe um die Bedeutungshoheit auch in der Wissenschaft weitgehend im Geheimen ausgetragen. Aussenstehende wundern sich, was in den Organisationen vorgeht.

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Die Deutschen -Tracking Naiv

Wer war in Mar-a-Lago?

In Deutschland wird zur Zeit über den Schutz der Aufenthaltsdaten im Zusammenhang mit der Corona App diskutiert und selbsternannte „Sicherheitsexperten“ bevölkern die Talkshows.

Real haben aber fast alle Deutschen irgendeine App auf ihrem Smartphone aktiviert, die alle ihre Bewegungen aufzeigt. Schöne Übersicht der NY Times wer, wo alles trackt. Da sind weder Telefonfirmen noch staatliche Lauscher am Werk. Auch in Deutschland wird das schon längst gemacht. Nach einem Besuch bei einem Gärtner (mit meiner Frau), der den gleichen Parkplatz nutzt wie ein Erotic Paradise, wurde ich wochenlang mit einschlägiger Werbung eingedeckt. Die Aufenthaltsdauer beim Gärtner war schließlich etwa eine Stunde. Die Big Data Redaktion der NY Times rät: Watch your steps!!!

Das Sammeln und Auswerten von Aufenthaltsdaten macht für die Kontrolle der Ausbreitung des Corona Virus viel Sinn. Damit kann man Orte mit hohem Ansteckungsrisiko veröffentlichen, die man besser meidet. Die deutsche Corona Warn App ermittelt keine Ortsdaten und ist damit sinnloser Datenschmutz. Vielleicht mal bei der NY Times anfragen. Da muss man keine App herunterladen – man hat ja schon alle ohne es zu wissen.

Wer diesem Tracking entgehen will, muss konsequent Ortungsdienste und mobile Dienste abschalten oder das Smartphone zu Hause lassen. Achtung: damit wird man bei den Ratings als armer Schlucker oder als Komisch eingestuft. Es gibt ein Gerücht, daß es demnächst bei Apple iPhones einen Privacy Knopf geben wird. Nicht vergessen: das Navi abschalten und prüfen ob ein GPS Tracker unter dem Auto hängt.