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FACEBOOK und TWITTER Timeline löschen

Tagebücher, Fotoalben und Briefwechsel sind wichtige Dokumente, die auch nach Hunderten von Jahren für Historiker noch interessant sein können, weil sie persönliche Daten und Wertungen enthalten, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren. Schaut man sich dagegen die eigene Timeline bei sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter an, so kommt man schnell zu dem Schluß: das kann weg – zumindest was älter ein oder zwei Jahre ist. Facebook und Twitter sind allenfalls für Zeitspannen von einigen Jahren für persönliche Kommunikation interessant und eignen sich nicht als persönliches Archiv. Wer weiß schon ob es Facebook und Twitter in 10 Jahren noch gibt. Die Business Modelle von Facebook und Twitter sind wohl langfristig nicht tragfähig.

Facebook und Twitter sind natürlich nicht daran interessiert, daß die Benutzer private Daten löschen. Es gibt keine Funktionen mit denen man Einträge einfach entfernen kann. Externe Firmen bieten zur Zeit noch solche Funktionen an. Es ist aber zu erwarten, daß Facebook und Twitter unter dem Vorwand des Datenschutzes den Zugriff von externen Anwendungen auf die Benutzerdaten sperren. Man sollte sich also beeilen falls man seine Historie löschen will. In der New York Times findet man gute Tipps im Artikel Want to Purge your Social Media Timelines? Can You Spare a Few Hours? 

Für Twitter kann man TweetDelete verwenden um alte Beiträge zu löschen. Für Facebook gibt es eine Anwendung für den Chrome Browser Social Book Post Manager mit dem man seine Facebook Einträge löschen kann. Die Einträge der „guten Freunde“ werden aber nicht gelöscht, sodaß sich häufig der Aufwand für das Löschen der Einträge nicht lohnt.

 

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Neuer Trend – Asoziale Netzwerke

Als Verfechter von Privat Portalen für Familie, Verein, Schule und kleine Freundeskreise kommen die neuen Trends aus USA nicht überraschend. Immer mehr Leute (die „Leader“) haben es satt von immer mehr Leuten immer mehr Nachrichten zu erhalten, die sie eigentlich nicht interessieren. Eine immer öfter gehörte Klage ist „Don’t clutter my timeline“.

Die neueste Anwendung PAIR (Anwendungsbericht in der NY Times) beschränkt sich auf zwei Leute, die sich wirklich etwas zu sagen haben. Da es nur zwei Partner gibt, braucht man sich um die Sicherheitseinstellungen keine Sorgen machen. Bei größeren Gruppen gibt es immer einige Naive, die durch Fehler in den Sicherheitseinstellungen, Bedienfehler usw die Datensicherung der Gruppe aushebeln.

Mit Facebook Timeline zum ewigen Ruhm

Schon immer haben Menschen danach gestrebt von der Umwelt anerkannt und möglichst auch als berühmte Persönlichkeit in die Geschichte der Menschheit einzugehen. Dieses Ziel konnte auf verschiednen Wegen erreicht werden. Man konnte sich als Herrscher durch Brutalität, Heldenmut und Großmut, als Wissenschaftler Dichter, Maler oder  Musiker aber auch als Bösewicht und Mörder so auszeichnen, dass man in die Geschichte einging (wie hieß noch mal der Mörder von Cäsar?).

Man musste schon eine gute Beziehungen und/oder viel Geld haben, um für die Nachwelt in Büchern verewigt zu werden. Veröffentlichungen waren auch nach Gutenberg teuer. Nur wenige konnten sich das leisten. Ohne Veröffentlichungen blieben die Wissenschaftler graue Mäuse. Oft fielen selbst exzellente Arbeiten den Intrigen der geistigen Machthaber an den Universitäten zum Opfer. Der Rest der Bevölkerung konnte allenfalls privat Tagebuch schreiben (wenn man das denn konnte), das man niemandem zeigte und oft den Tod des Schreibers nicht überlebte. Speziell wenn beim Lesen des Tagebuches nach dem Tod die Wahrheit ans Licht kam und größere Streitigkeiten in der Familie  ausbrachen. Im Deutschen Tagebuch Museum werden wenigstens einige dieser persönlichen Dokumente archiviert.

Mit der neuen Funktion Timeline von Facebook kann nun jeder in den Olymp der Unsterblichen aufstiegen, indem er sein privates Tagebuch Freunden oder gar der Welt zeigt. Man muss auch nicht viel schreiben – es genügt mit der Handykamera Bilder aus verschiedenen Lebensabschnitten zu machen. Genau wie bei einem privaten Tagebuch sollte man sich aber genau überlegen, was man da hineinschreibt.  Leider ist aber zu befürchten, dass die langweiligen digitalen Tagebücher von langweiligen Leuten genauso wenig Interessenten finden wie die Twitter Einträge von Politikern. Ein Eintrag wie “ Den ganzen Tag zu Hause mit verschiedenen Anordnungen beschäftigt“ wird wohl nur dann für die Nachwelt bedingt interessant wenn er von J.W. Goethe stammt.

Allerdings ist zu befürchten das Facebook ähnlich wie Second Life, Yahoo u.a. den Weg alles Irdischen geht bevor die Facebook Jünger das iPAD aus der Hand legen.

Wollen Sie zur Avantgarde der Kommunikation im 21. Jahrhundert gehören, so führen Sie z.B. ein Offline Reisetagebuch in das Einträge und Bilder nur von Hand gemacht werden. Setzen sie sich auf Reisen irgendwo in ein Kaffee oder eine belebte Ecke und zeichnen/malen Sie mit Bleistift und einem kleinen Aquarellkasten ein Bild in ihr Reisetagebuch. Auch wenn ihr Bild nicht annähernd so gut ist wie die Skizzen von Goethe oder des Ingenieurs Max Eyth wird ihnen die Bewunderung der Generation iPhone sicher sein! Wenn Sie zu dem Bild noch das Datum und den Ort dazuschreiben kann ihnen ihr Offline Tagebuch auch noch in späten Tagen eine Gedächtnishilfe sein (wann wir in Griechenland?), wenn sie wegen Alzheimer vergessen haben wie man den PC einschaltet. Anders als bei Facebook haben sie da auch hre Daten unter persönlicher Kontrolle.