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Auch Daten, Software und Hardware sterben – IBM, INTEL, MICROSOFT

Der größte Teil der Benutzer von IT glaubt den Werbesprüchen wie “Das Internet vergisst nichts” oder glauben, dass sie in 50 Jahren ihre Timeline Daten bei Facebook finden und ihren Enkeln zeigen können. Wir können uns auch daran gewöhnt, dass wir mit unseren Daten und Programmen relativ problemlos  auf neue Hardware migrieren können. Allenfalls regen sich kleine Zweifel wenn man mal von einem Hersteller und Betriebssystem zu einem anderen wechselt. Auch im Internet werden Daten nicht ewig gespeichert. Sobald der Benutzer die Miete für seinen Server oder Services nicht bezahlt sind die Daten schnell verschwunden. Davon zeugen die vielen toten Links, die man auf den Webseiten findet. Firmen wie IBM, INTEL  und Microsoft haben es geschafft, ihren Kunden über viele Jahre kompatible Hardware und Software zu liefern.

IBM feiert gerade das 50 jährige Jubiläum ihrer /360 (später /370, /390 und Z Systeme) Hardware- und Softwarearchitektur (später /370, /390 und Z Systeme) . IBM schuf eine Architektur für Hardware, Betriebssystem, Software und Betrieb einer kompletten  IT Anlage mit kleinen und großen Einheiten. Damit konnte der Kunde wachsen ohne immer wieder seine Software neu zu schreiben. Er musste nur neue IBM Maschinen kaufen. Das war damals wirklich innovativ und die Firma IBM hat über 50 Jahre von dieser genialen Produktidee gelebt. Der kleinste Prozessor der /360 Serie wurde übrigens im IBM Labor Böblingen von zwei Entwicklern entworfen!

Dieses Prinzip der durchgängigen Architektur wurde auch auf den IBM PC übetragen, für den INTEL die mitwachsenden Prozessor lieferte. INTEL produziert seit 42 Jahren die Prozessoren für kleine Systeme und PCs. Das Bezriebssystem kam aber schon von Microsoft, weil IBM die Investitionen in ein Betriebssystem für PC nicht machen wollte um sich keine Konkurrenz für die Großsysteme zu schaffen.

Ähnlich wie IBM hat Microsoft auch über viele Jahre abwärtskompatible Betriebssysteme geliefert. Beim Upgrade auf neuere Versionen gab es zwar immer wieder Probleme. Die Benutzer hatten aber meist keine größeren Probleme bei der Umstellung. Nun unterstützt MICROSOFT aber das Betriebssystem Windows XP nicht mehr. Das betrifft nicht nur PCs sondern viele kleinere Systeme und Steuerungen, die mit XP Fileformaten und Programmen zur Wartung und Auswertung arbeiten.

Man muss sich also an den Gedanken gewöhnen, dass Daten und Programme auf Windows XP Basis in naher Zukunft nicht mehr genutzt werden können. Viel schlimmer sieht es bei der Hardware aus. IBM entläßt zur Zeit massiv Mitarbeiter in der Hardware Entwicklung. Etwa 25% der Mitarbeiter sollen entlassen werden. So ähnlich hat es bei SUN auch angefangen. Man kann also annehmen, dass die Hardwareentwicklung mittel- bis langfristig reduziert oder verkauft wird (ähnlich wie das PC Geschäft an Lenovo verkauft wurde). Die IBM Kunden können nicht darauf bauen, dass ihre alten Systeme unbegrenzt weiter gebaut werden, da das Geschäft langfristig nicht profitabel ist.

Ähnlich düster sieht es bei INTEL aus. Das Geschäft mit Prozessoren für PCs geht zurück. Für die meisten Anwender genügt heute schon ein Smartphone oder ein PAD und Software in der Cloud. In Arizona stehen zwar schon die Gebäude für eine neue hochmoderne INTEL Halbleiterfabrik – die für die Fertigung notwendigen Geräte werden aber nicht gekauft. Offensichtlich lohnt sich das INTEL Prozessoren Geschäft langfristig auch nicht.

Auch Microsoft wird bei Rückgang der Umsätze mit PC Software die Betreibssysteme und Anwendungsprogramme nicht so lange unterstützen wie bisher.

Professionelle Anwender, Betriebe und Behörden sollten sich bereits jetzt Gedanken machen, wie sie sich an die weniger schöne neuen IT Welt anpassen. Die Wolke (Cloud) bietet da auch keine überzeigenden Perspektiven.

Privat Portal – Benutzer selbst verwalten ohne Facebook, Microsoft und Google+

FacebgitMicrosoft hat gerade angekündigt, dass Benutzer bei Windows 8 über GUID mit ihrem Facebook Konto zugreifen können. Wer also sich einmal bei Facebook angemeldet hat, kann automatisch auch auf alle Apps in Windows 8 zugreifen. Damit will man vermeiden, dass sich die Benutzer mehrfach anmelden müssen. Bei Apple muss  man sich für den Zugriff auf Apps nicht gesondert anmelden, weil sich die Apple Benutzer schon beim Einschalten ihres  iPhones, ihres iPADs oder ihres MAC schon  identifizieren müssen.

Microsoft möchte als Trittbrettfahrer die Facebook Infrastruktur für Authentisierung nutzen. Das hat aber den Nachteil, dass man dann bei Facebook ein Konto haben muss. Damit hat dann Facebook die persönlichen Daten der Kunden. Wer die Kunden hat – hat auch die dominierende Position im Geschäft. Google versucht mit Google+ genau das gleiche. Man möchte dass sich alle Kunden bei Google anmelden. Die Kunden machen sich damit extrem abhängig von den dominanten Anbietern im Web und müssen natürlich deren AGBs akzeptieren. Es ist aber durchaus nicht auszuschließen, dass z.B. Facebook in ein paar Jahren den Betrieb einstellt, weil nicht genügend Profit erzielt wird oder Identifizierungs-Services für andere Anbieter (z.B. Microsoft) gestrichen werden. Da brichjt dann die ganze Infrastruktur zusammen.

Als Kunde kann man verstehen, dass Google und Facebook ihre Kunden beherrschen und die Daten für Werbung nutzen wollen. Viele Kunden möchten aber lieber selbständig bleiben und selbst entscheiden, wem sie ihre Daten und die Daten ihrer Familie, Freunde und Geschäftspartner geben. In einem Privat Portal kann man die Benutzer selbst verwalten und Benutzername und Passwort selbst vergeben. Manche Benutzer möchten z.B. nach außen Anonym bleiben andere möchten z.B. ihr Facebook UID oder Google UID verwenden.  Im Neuland Deutschland ist das Niveau der IT Kenntnisse im Moment noch nicht so, dass sich eine kritische Masse für den Einsatz von Privat Portalen bilden könnte. Der IT Fortschritt muss mal wieder von USA kommen.

PS Frau Merkel sollte sich mal ansehen, welche Möglichkeiten sie mit einem gut gesicherten Privaten Portal hätte. Bei Bedarf kann sie da sogar der NSA offenen Zugriff einrichten.

Was bedeutet die neue Microsoft Strategie für kommerzielle Kunden?

FreeRSS App2-DetMicrosoft verdankt seinen Aufstieg den Kunden in den großen und kleinen Betrieben, die sich mit Microsoft Software endlich unabhängig von den großen, unflexiblen der großen Rechenzentren machen wollten. Mit dem verdienten Geld der ersten Kunden konnte Microsoft dann in das Personal Computing für Endverbraucher einsteigen. Relativ simple Programme wie EXCEL und WORD waren für viele Kunden der Einstieg in die Microsoft Welt. Neue Entwicklungen wie z.B. das Internet (Browser, Webserver, Mobilfunk) oder Portalplattformen (Sharepoint, Cloud) wurden regelmäßg verschlafen. Mit viel Aufwand musste Microsoft nachrüsten und da ein zentraler Stratege wie z.B. Steve Jobs fehlte, passte vieles bei der technischen Entwicklung nicht zusammen. Typisch ist z.B. dass die Microsoft Web-Produkte mit dem Firefox Browser besser funktionieren als dem Internet Explorer von Microsoft. Microsoft versuchte immer wieder, mit viel Geld eigene Standards im Markt durchzusetzen und ist immer wieder gescheitert. IBM war da schlauer und hat diesen Kampf schon vor Jahren aufgegeben und lieber offene Standards unterstützt. Mit viel Geld und Ausdauer konnte sich Microsoft aber trotzdem einen beträchtlichen Anteil im kommerziellen Marktsegment sichern. Die Produkte haben aber so viele Probleme, dass Microsoft auf die Unterstützung vieler externer technischer Experten angewiesen ist, die durch Fehlersuche und Reparatur die Systeme benutzbar machen.

Microsoft hat auch viele gute Seiten. Nach wie vor beschäftigt das Unternehmen viele gute Systementwickler und Programmierer. Die internen Abläufe in der Entwicklung sind gut organisiert, die Code Qualität ist bei Microsoft besser als bei den Mitbewerbern und Microsoft hat den wohl besten Update Prozess für seine Produkte.  Microsoft bemüht sich auch seine Produkte aufwärts kompatibel zu machen und kümmert sich auch langfristig um die Kunden. Auf diesem Gebiet werde die Kunden von Google und Apple noch einige Überraschungen erleben.

Steve Balmer war ein typischer IT CEO der letzten Dekade. Viele IT Firmen haben geglaubt, dass sie durch Stärkung ihrer Marketingfunktionen, wahllose Zukäufe kleinerer Firmen und inkrementelle Verbesserungen ihrer Produkte langfristig Wachstum für ihre Firma generieren können. Mit dem iPhone von Apple hat sich die Szene aber grundlegend gewandelt. Überascht stellen die Business Experten fest, dass sie gegen exzellente und innovative Technologie mit ihren Produkten nicht konkurrieren können. Nun werden überall Technologieführer mit Erfahrung gesucht und stellt fest, dass diese nicht auf den Bäumen wachsen.

Einen solchen Leader bräuchte Microsoft dringend, um die solide Basis von Microsoft mit der neuen mobilen Welt zu integrieren und zu verbinden. Es ist aber zu befürchten, dass Microsoft nun den Schwerpunkt auf die mobile IT legt und seine Basissoftware weiter vernachlässigt. Dabei kann man schon jetzt vorhersagen, dass Microsoft in der mobilen Welt allenfalls eine sekundäre Rolle spielen kann. Wer eine grundlegende Änderung in der Technologie verschläft, kann den Rückstand meist nicht aufholen. Ein gutes Beispiel ist da IBM, das mit dem IBM PC zwar richtig gestartet ist, dann aber vom Management ausgebremst wurde. Selbst IT Experten wissen heute nicht mehr, dass die in der mobilen Welt üblichen ARM Prozessoren auf den 801 Prozessor zurück gehen, den IBM in den 70ern zusammen mit führenden US Universitäten entwickelt hat. Dieser wurde vom IBM Management damals mit der Begründung ausgebremst, dass Prozessoren damit viel zu billig wären und man das Geschäft mit den /370 Prozessoren ruinieren würde. Ganz konsequent vewrsucht IBM jetzt auch nicht in das mobile Geschäft für Endverbraucher einzusteigen. Zu spät ist zu spät.

Microsoft ist eigentlich in einer guten Position wenn es um die Anbindung der PC Welt an die neue mobile Welt geht. Um diese Chance zu nutzen, müsste bei Microsoft aber ein strategischer Kopf die Führung übernehmen, der Business und Technologie ähnlich wie Steve Jobs zusammen halten kann. Eine Aufspaltung in eine Business Unit (Konkurrenten IBM, Oracle) und eine Mobile Unit (Konkurrenten Apple, Google, Samsung) würde das Management erleichtern  aber Microsoft langfristig schaden. Die größte Gefahr für Microsoft ist, dass sich die IT Experten (Supporter) von Microsoft abwenden und damit keine Skills mehr für die notwendigen Korrekturen und Anpassungen im kommerziellen Umfeld verfügbar sind.

Auf kommerzielle Großkunden, die mit einem Produkt-Konglomerat von Microsoft, IBM, Oracle u.a. arbeiten werden interessante aber harte Zeiten zukommen. Nichts ist mehr alternativlos.

PS: Auf die Überlegenheit der NEXT Entwicklungsumgebung (Apple) hat mich bereits vor 20 Jahren ein Mitarbeiter hingewiesen, der kurz vor der Pensionierung stand. Ein bischen Erfahrung braucht man auch in den neuen schönen Zeiten.

Sharepoint und Office 365 mit mobilen Geräten – alles noch in der Cloud

BayBlueNachdem immer mehr Benutzer mit Smartphone und PAD arbeiten wollen, muss auch Microsoft für die vielen Benutzer in Firmen Lösungen für mobile Geräte anbieten. Microsoft tut sich da besonders schwer, hat man doch über Jahrzehnte seine privaten Technologien wie ASPX, Silverlight und Co gepflegt, die leider alle nicht auf den gängigen Plattformen iOS und Android laufen. Wer jetzt glaubt man könnte dieses Problem mit dem Kauf eines Windows Smartphones lösen, wird sich aber täuschen. Es gibt da zwar WORD und EXCEL Editoren für die mobilen Windows Geräte aber vom Traum, dass man jetzt plötzlich mit Office 365 ein Firmen Microsoft Office in der Hand hat, bleibt nach dem ersten Ausprobieren wenig übrig (Don’t be fooled: Office 365 …).  Ausser einem Mobilen Clienten für Exchange (da gibt es schon lange bessere Apps, die mit Exchange synchronisieren, auf den verschiedenen Plattformen) und einem einfachen Dokument-Editor wird nicht viel geboten. WORD und EXCEL alleine reichen für Firmen eben nicht aus. Zumindest ein Anfang ist doch gemacht.

Besonders enttäuschend ist der mobile Sharepoint Support. Gerade die vielen Funktionen für Gruppenarbeit sind eigentlich für mobile Benutzer äusserst interessant. Mit den von Microsoft empfohlenen Browsern (IE und Firefox) erreicht man da wenig. Opera Mini wird nicht einmal erwähnt. Das Office 365 Angebot für interne Nutzung in Firmen (etwa 8$ / Benutzer&Monat) ist wenig interessant, da man damit keine externen Benutzer einbinden kann. Offensichtlich haben die von Microsoft avisierten kleinen Firmen gar keine Kunden.

Nachdem das mobile Angebot des Firmen Platzhirsches so dürftig ausfällt ist man geneigt, sich Google und Apple zuzuwenden und dort nach Angeboten für Firmen zu suchen. Dort findet man zwar recht gute Anwendungen für die mobilen Geräte bei der Integration mit Firmensoftware sieht es aber sehr bescheiden aus. Google versucht zwar immer wieder einen Neustart mit Software für kleine Firmen. Kommt aber der große Erfolg nicht (kein Wunder bei der doch recht infantilen Software) gibt man die Plattformen schnell auf und wendet sich neuen Ufern zu. Das schafft natürlich keine Vertrauensbasis für ein Firmengeschäft.

Im Moment gibt es auf dem Markt für Business-Mobile Integration ein riesiges Vakuum, in das viele Anbieter hineindrängen aber bis jetzt keine befriedigenden Lösungen für die Benutzer haben. Man muss sich zunächst mit partiellen Lösungen abfinden und sich sein Schlauphone selbst zusammenstellen.

 

Patente – Microsoft gegen Motorola (Google)

Heise berichtet über einen Patentstreit zwischen Microsoft und Motorola. Schaut man sich das fragliche US Patent aber mal an, so haben die “Erfinder” bei Microsoft sich eigentlich nur eine Zerlegung einer Nachricht in mehrere Blöcke patentieren lassen. Das ist eine in der Nachrichtentechnik und im Web eine uralte Technik mit Null Erfindungshöhe. Ein privater Anmelder hätte so etwas nie beim Deutschen Patentamt als Patent erteilt bekommen. Auf Grund der Abkommen zwischen EU und der USA werden solche US Patente fast automatisch als EU Patent akzeptiert. Die USA verfolgen ihre Patent- und Markenrechte im Weltmarkt immer härter. Leider werden die Rechte deutscher Firmen und Erfinder über die EU Schiene von den großen amerikanischen Firmen ausgehebelt.

Warum manche Wesites z.B. von Microsoft, IBM u.a. auf dem iPhone nicht funktionieren

Schaut man sich mit dem iPhone Webseiten an, so ist man zunächst begeistert. Die Seiten werden zwar sehr klein angezeigt, mit dem iPhone Zoom kann man aber sehr elagant und schnell interessante Bereiche der Webseite leserlich anzeigen. Bei näherem Hinsehen stellt man aber fest, dass manche Websites völlig anders dargestellt werden als auf dem PC und man damit mit dem iPhone überhaupt nichts anfangen kann.

Die Website z.B. von Apple funktioniert wie zu erwarten erwarten perfekt. Aber auch die Seiten von Behörden Stadt, Land und Bund funktionieren auf dem iPhone wie erwartet. Beispielhaft ist da z.B. die Website von Baden-Württemberg. Geht man dagegen auf Websites großer IT Firmen wie Microsoft, IBM oder SAP so erlebt man einige enttäuschende Überraschungen. Die Sites funktionieren nur teilweise oder überhaupt nicht auf dem iPhone. Bei IBM wird auf dem iPhone eine ganz andere Website angezeigt, die hauptsächlich Marketing Informationen enthält und die speziell für mobile Geräte konzipiert wurde. Die vom PC gewohnten IBM Seiten sucht man vergeblich. Allerdings gibt es bei IBM in der Fußleiste eine Option mit der man sich die Seiten wie auf dem PC (ganze Seite) ansehen kann. Zoom funktioniert bei manchen Teilen von Seiten aber nicht.

Die genauere Analyse zeigt, dass Webseiten mit limitierter Bildbreite (< 1024 pixel), die sich streng an die HTML Standards halten, auf dem iPhone gut angezeigt werden. Komplexer aufgebaute Seiten produzieren mit dem Safari Browser des iPhones nur Schrott auf dem Bildschirm. Manchmal, z.B. bei Microsoft Seiten, kann man das Problem umgehen indem man den Opera Mini Browser verwendet, den man als kostenlose APP vom Apple APP Store herunterladen kann. Um eine Vollbildanzeige zu erhalten muss man bei  Opera die Einstellungen ändern (Vollbild – EIN, Einspaltige Ansicht – AUS).  Mit dem Opera Mini Browser kann man gut mit Microsoft Sharepoint Seiten arbeiten. Interessanterweise erhält man mit Sharepoint 2007 bessere Ergebnisse auf dem iPhone als mit Sharepoint 2010.   Bei SAP funktioniert aber der Safari Browser einigermaßen und der Opera Mini Browser überhaupt nicht. Manchmal könnte man die Standard PC Seiten auf dem iPhone eigentlich gut darstellen. Beim Server wurde aber eine Option aktiviert, mit der Webseiten für kleine Bildschirme “optimiert” werden. Genau das möchte man aber auf dem iPhone nicht haben. Manchmal genügt ein Anruf beim System Administrator um dieses Problem zu korrigieren. Das funktioniert aber nur bei relativ einfachen Websites.

Schwierig ist es dagegen bei IBM.  Auf die riesige IBM Website mit auch mobil interessanten Funktionen kann überhaupt nicht zugegriffen werden (so will man den Kunden den Ärger ersparen). IBM ist z.B.  die einzige große Firma, bei der man mit IBM Whois die Telefonnummer jedes IBM Mitarbeiters erfahren kann (das ist wahre Kundenfreundlichkeit und Transparenz!) Die iPhone Unverträglichkeit von IBM ist ziemlich unverständlich konnte doch der IBM WebSphere Portal Server schon 2001 mit Handys und Spracheingabe arbeiten.Man konnte sogar das Endgerät ohne Unterbrechung während einer Transaktion wechseln. Das Problem von IBM ist jedoch typisch für große Firmen. Hinter dem Web Frontend verbergen sich hunderte von Servern, von denen nur ein Teil auf dem Stand der modernen Web Techniken sind.

Der Grund für die iPhone Unverträglichkeit von Microsoft und IBM ist in ihrer Produkt- und Marketing-Strategie zu finden. Man wollte die Kunden dadurch an sich binden, dass man den Kunden Lösungen verkauft, die mit Produkten der Konkurrenz nicht kompatibel sind (IBM z.B. /370, Microsoft WINDOWS aber auch APPLE mit MAC, iOS aber auch iPhone). Die Webprodukte von Microsoft (aspx, .net … ) und IBM (z.B. Flash) verwenden Client Komponenten, die auf dem iPhone aber auch auf anderen mobilen Geräten nicht funktionieren weil sie die  mit dem W3C  Standards (HTML, HTML5) nicht kompatibel sind. Viele Kunden, die Produkte von Microsoft und IBM für ihre Lösungen verwenden, sitzen nun im mobilen Geschäft mit in der Tinte. Die Marketing Strategen haben die eigene Durchsetzungskraft wohl überschätzt. Die Techniker bei Microsoft und IBM haben das schon längst eingesehen und arbeiten bei der W3C Standardisierung kräftig mit. Beim oberen Management der Großfirmen konnten sich die Techniker aber offensichtlich nicht durchsetzen. Microsoft (Sharepoint) und IBM (WebSphere Portal) arbeiten nun aber fieberhaft daran, ihre Webprodukte kompatibel mit den Standards zu machen. Wie sagte schon der Dichter “Spät kömmt ihr – aber ihr kömmt!”.

Ratschlag an iPhone Besitzer: Installieren Sie zusätzlich zum Safari Browser auch den Opera Mini Browser und probieren Sie die für Sie wichtigen Websites (z.B. die der eigenen Firma) aus. Generell kommt der Opera Mini Browser mit komplexen Seiten besser zurecht als der im iPhone eingebaute Safari Browser. Man muss aber dafür die Option Vollbild (Full Screen) im Opera Browser setzen. Häufig kann der Administrator z.B. des Firmenservers Optionen so einstellen, dass man mit dem iPhone einigermaßen arbeiten kann (wenn die Angestellten dafür bezahlt werden). Kunden werden sich mit den Problemen aber wohl nicht abplagen wollen.

Beim Kauf eines neuen Geräts sei es nun ein PC, PAD oder Mobiltelefon sollte man vor dem Kauf ausprobieren, ob man die für einen selbst wichtigen Funktionen wirklich benutzen kann oder ob man eine Marketing Falle läuft.

Auf allen Browsern funktioniert häufig nur die Eingabe von Textzeilen und Zahlen. Komplexere Eingaben z.B. für Rich Text oder komplizierte Menu Strukturen für die Navigation kann man mit dem iPhone meist nicht bedienen.

SAP und Silverlight – eine unglückliche Strategie!

SAP Benutzer in Firmen müssen sich noch meist mit antiquierten Benutzerschnittstellen herumschlagen. Nun möchte SAP dieses Problem durch vermehrten Einsatz von Silverlight (anstatt HTML 5) und einer strategischen Partnerschaft mit Microsoft lösen. Früher war das kein Problem, die die SAP Sachbearbeiter und ihre Chefs nichts Besseres kannten. Inzwischen kennen auch diese Benutzer durch private Nutzung ihres PC und ihrer Mobiltelefone effiziente und leicht zu bedienende Benutzerfunktionen. Dazu kommt, dass viele Unternehmen viele  Anwendungen auch in der Cloud lauffähig machen wollen, weil immer mehr externe Partner in die internen Betriebsabläufe eingebunden werden.

Für viele CIOs in den Firmen war es realativ einfache, aber teure Lösung ausschliesslich mit Microsoft Plattformen (Browser, Server, Datenbanken, Entwicklungsplattformen usw) zu arbeiten. Ein wesentliches Element war dabei, dass man den Client und speziel den Browser (Internet Explorer) kontrollieren musste.

Bei externen Benutzern funktioniert das aber nicht mehr, da speziell immer mehr Kunden andere Browser nicht nur auf dem Mobiltelefon sondern auch auf dem PC verwenden. Statistiken der Browser Nutzung zeigen auch starke Variationen abhängig von der Region oder auch spezieller Nutzerkreise von Anwendungen. Bei der Browser Statistik in Wikipedia hat der Internet Explorer noch über 40% Marktanteil (Stand offensichtlich 2008),   Die W3 Statistik vom Juni 2011 zeigt einen Anteil von 36 % mit fallender Tendenz gegenüber Firefox und Chrome. Bei meinem Sharepoint Vereinsportal verwenden nur 12 % der Benutzer den Internet Explorer u.a. wird das dadurch verursacht, dass viele Funktionen von Sharepoint mit dem Internet Explorer nicht richtig funktionieren.

Unternehmen, die sich auf die Silverlight Microsoft” Strategie einlassen, haben bereits jetzt viele Probleme mit externen Kunden und Partnern und werden in Zukunft noch mehr Probleme bekommen. Auch die Nutzung von mobilen Geräten wird schwierig, da Microsoft mit Nokia auch bei Mobiltelefonen eine proprietäre Lösung durchsetzen will. Das funktioniert heute schon in der Chefetage nicht und schon gar nicht bei Webanwendungen.

Die gute Nachricht – mit Windows 8 gibt Microsoft den Seperatismus auf und schwenkt auf die Standard Linie mit HTML 5 ein.  Unverständlich ist, dass die SAP Strategen, das offensichtlich nicht mitbekommen haben. Das spricht nicht sehr für die Kompetenz der Architektur Abteilung und deren Manager bei SAP.

Do it Yourself Portal Alternativen – Basecamp – uPortal

Nach langem Zögern bewegt sich die IT Welt zu Portalen als Plattform für benutzerfreundliche Anwendungen. Das Prinzip ist eigentlich immer das gleiche: dem Benutzer werden anstatt einfacher Kommandos (Betriebssysteme) und Anwendungen (mit oder ohne graphischer Benutzerschnittstelle) zu denen man sich über hierarchische Strukturen hangeln muss, einfache interaktive Anwendungen angeboten, die der Benutzer sich auch selbst zusammenstellen und auch für seine Zwecke konfigurieren kann. Die kleinen Anwendungen haben unterschiedliche Namen z.B.  Portlets (IBM, Java u.a.), Apps (Apple) Webparts (Microsoft), Widgets, Gadgets(Google), iViews(SAP)  usw. Fast jeder IT Hersteller bietet eine Plattform für Portal Anwendungen z.B. IBM (WebSphere Portal), Microsoft (Sharepoint), Google (iGoogle, Android),  Apple (iPhone iOS), Oracle Portal und versucht seinen proprietären Standard zu etablieren. Führend sind wohl IBM bei großen Unternehmensportalen (basierend auf Java Standards) und Apple mit der iPhone Plattform bei mobilen Geräten. Besonders populär sind diese Minianwendungen auf mobilen Geräten, wo alles schneller und einfacher gehen muss als an einem Desktop PC. Die kleinen Helfer greifen transparent auf Funktionen im lokalen Gerät und im Internet (Cloud) zu. Der Benutzer sieht meist keinen Unterschied ob die Funktion lokal oder von einem oder mehreren Servern im Web geliefert wird. Als  Konsequenz wird wohl  Microsoft mit dem Betriebssystem WINDOWS 9 die Benutzerschnittstelle ähnlich wie Apple auf Portal Stil umstellen. Das Microsoft Sharepoint Portal ist dazu der Einstieg.

Nun sind Systeme mit platzierbaren und von Benutzern oder Experten erstellten Anwendungen, die auf Bildschirmseiten beliebig angeordnet werden, nichts Neues. Mein erstes System, das tatsächlich in Produktion ging, habe ich als junger Programmierer 1978 gebaut. Dieses System war komplett Objekt orientiert (auch die Programme) und wurde mit einem einheitlichen Objektmanagement System verwaltet. Aus dem Basissystem wurden spezifische Portale für Entwurf von mechanischen und elektronischen Systemen, Büroanwendungen (Charts fürs Management), Finanzanalyse usw abgeleitet. Ganz ähnlich macht man das heute mit Websphere Portal von IBM oder Sharepoint von Microsoft.

Der “Normale” Benutzer wird meist keinen großen Unterschied bei der Nutzung der verschiedenen Plattformen sehen.  Für die Ausbildung des IT Nachwuchses, ist es aber wichtig, dass man mit der Portal Plattform arbeiten und diese auch ändern und anpassen kann. Interessant ist hierfür z.B. die Open Source Plattform uPortal (Java Programmierung) , die von vielen Universitäten benutzt und unterstützt wird, sowie Basecamp, das mit Ruby on Rails programmiert wurde. Mozilla plant ebenfalls eine Portal Plattform anzubieten. Damit stehen einige herstellerunabhängige Plattformen für die Ausbildung zur Verfügung.

Kostenloser Speicherplatz in der Cloud bei Google und Microsoft

Die einfachste und auch schon am längsten verfügbare Anwendung für private Benutzer  ist der private Speicher für Daten, das “Private Büro im Web”.  Das fing recht primitiv mit File Servern an und wurde dann von kleinen Firmen schnell ausgebaut. Hauptvorteil des Speichers in der Cloud ist, dass man von allen Geräten also PC, Notepad, Handy usw auf die persönlichen Daten  zugreifen kann. In USA sind z.B. backpackit oder box.net (5 GByte free!) typische Vertreter der Online Speicher Anbieter. Wie üblich werden erfolgreiche Ideen von den großen Firmen aufgegriffen (und die kleinen Firmen eventuell aufgekauft). Es lohnt sich einmal die Angebote der Platzhirsche Google und Microsoft anzusehen.

Google bietet den kostenlosen Cloud Speicher Google Docs im Rahmen von Google Apps  an. Zu Beginn konnte man bei Google Docs keine Audio und Video Files speichern, was für den privaten Gebrauch nicht gerade sehr interessant war.  Offensichtlich gab es da Bedenken der Google Juristen bei Copyright und Lizenzgebühren für Musikstücke. Nachdem Konkurrenten auch Media abspeicherten, hat Google seine Bedenken abgelegt. Mit Google Docs kann man jetzt beliebige File Typen abspeichern und verwalten. Files können maximal 250 MByte groß sein – es kommt aber auch auf den File Typ an. Zusätzlichen Speicherplatz kann man kaufen z.B. 20 Gbyte für 5 $/Jahr.

Microsoft bietet seinen kostenlosen Cloud Speicher SkyDrive im Rahmen von Windows Live an.

             Kostenloser Speicher     Upload 1 Mbyte                 File Typen

Google                 1 GByte                     15 sec  (66 kByte/sec)                     Docs, Media …

Microsoft         25 GByte                    20 sec (50 kByte/sec)                   Docs, Media …

Ein größeres Problem bei den zur Zeit angebotenen Cloud Services ist die geringe Geschwindigkeit beim Upload. Um ein Mbyte hochzuladen braucht man bei Google 15 sec (das ist fast die gemessene Upload Geschwindigkeit meines DSL Anschlusses- max 100 kBxyte/sec) und bei Microsoft 20 sec. Für den Upload größerer Datenmengen sollte man viel Zeit und Geduld aufbringen.

Daten in der Cloud können völlig privat, für andere Benutzer und Gruppen oder öffentlich im Web sein. Während früher die Daten nur mit Benutzern des gleichen Systems (Google Apps oder Windows Live) geteilt werden konnten, kann man jetzt auch beliebigen Benutzern Zugriff erlauben, denen man einen Link mit eMail geschickt hat. Diesen Zugriff sollte man aber immer nur kurzfristig erlauben, sonst verliert man schnell den Überblick wer auf welche Daten Zugriff hat und hatte.

Wesentlich sind auch die Geschäftsbedingungen (Service Agreements) von Microsoft und Google

Zusammenfassend kann man sagen, dass sowohl Google als auch Microsoft sich vorbehalten, den kostenlosen Service jederzeit einzustellen. Man sollte also immer einen BackUp seiner Daten auf dem eigenen PC anlegen. Ich empfehle einen Ordner Google Cloud oder MSLive Cloud anzulegen und dort eine Kopie aller Daten zu halten, die in der Cloud gespeichert sind. Macht man dann noch regelmäßig einen BackUp dieser Daten, ist man als privater Benutzer genügend vor Überraschungen in der Google und Microsoft Wolke geschützt.

Zur Zeit sind die Cloud Angebote von Apple, Google, Microsoft und IBM ziemlich ähnlich. Die Cloud wird vorwiegend für die Datenspeicherung genutzt. Google verfolgt allerdings die  Strategie auch die Applikationen wie Mail, Dokumenten Bearbeitung usw in die Cloud zu verlagern. Das funktioniert bei der heute üblichen Bandbreite im Web allerdings nur für kleinere Datenmengen z.B. für privaten Gebrauch.

Die Schlacht um die Web Identität – Facebook, Google, Microsoft & Skype

Die Nachricht, dass Microsoft den Internet Telefondienst Skype für 8,5 Milliarden $ kauft, hat bei vielen Kommentatoren Verwunderung ausgelöst. Warum kauft Microsoft ein Unternehmen, das einer Investoren-Gruppe 2009 nur 1,9 Milliarden $ wert war?   Offensichtlich sind auch die Geschäfte und speziell die Einnahmen von Skype nicht so gewachsen, dass der Preis gerechtfertigt wäre. Microsoft bezahlt aber den Preis nicht für die Skype Telefonfunktionen sondern für die 512 Millionen Benutzer, die sich bei Skype angemeldet haben. Das ist die zweitgrößte Benutzergruppe nach Facebook (700 Millionen). Google hat zwar 1 Milliarde Benutzer – diese haben sich aber nicht alle bei Google mit Benutzername und Passwort angemeldet, und sind so für Google nur über Cookies identifizierbar. Twitter mit 189 Millionen Benutzern ist schon 2. Liga. Die Anmeldung bei einem Dienst ist aber die Voraussetzung dafür, dass man dem Kunden eine Vielzahl von Diensten anbieten kann, ohne dass er immer wieder Benutzername und Passwort angeben muss. Das wird besonders lästig, wenn der Kunde mehrere Geräte (PC, Handy, Tablet, Fernseher, Spielekonsole usw) hat. Die Anmeldeplattform, auf der dann auch Zugangsdaten zu externen Systemen wie z.B. im Credential Vault beim IBM Websphere  Portal Server gespeichert werden können, ist damit eine Schlüsselfunktion (Web Home) für zukünftige Dienste im Web. Das ist zwar bei den Technikern schon länger bekannt (Pervasive Computing) hat aber nun offensichtlich die Business Ebene erreicht.

Es wird nun interessant zu sehen wie Google, das gerade einen Web Identity Angriff mit Google Apps gestartet hat, und Microsoft mit Skype versuchen werden, die Vorherrschaft um die Web Identitäten der Benutzer zu gewinnen. Facebook scheint sich dabei vorerst nur um den 1. Platz bei den sozialen Netzwerken zu bewerben. Wie immer spielen bei diesen globalen Kämpfen im Web deutsche Firmen und deutsche Sicherheitsbeauftragte in Bund und Ländern keine Rolle.