Schlagwort-Archive: Gesundheit

Neuer Anlauf – Apple Gesundheitsakte auf dem iPhone

Die großen 3 -Apple, Google und Microsoft haben die Un-Gesundheitsindustrie als Wachstumsmarkt mit 3 Trillionen Umsatz in USA (10 000$/Einwohner) schon lange im Auge. In Deutschland betrugen laut Statista die Ausgaben für Gesundheit(Krankheit)  344 Mrd €  (4213 € je Einwohner). Zum Vergleich: Der Gesamtetat der Bundesrepublik betrug 2015 299 Mrd €.

Die Versuche von Microsoft und Google Gesundheitsdaten zu sammeln, waren bisher wenig erfolgreich. Im Gesundheitsmarkt tummeln sich auch tausende von großen und Millionen von kleinen Anbietern. Apple nimmt nun einen neuen Anlauf mit einer persönlichen Datenbank, die zunächst nur vom Benutzer geschrieben und gelesen werden kann. Damit will man die Sicherheits- und Datenschutzbedenken ausräumen. Sind die Daten erst einmal erfasst, kann man ja noch immer über deren Verwendung in der CLOUD nachdenken. Die Daten machen ja nur dann Sinn, wenn sie im Gesundheitsmarkt ausgetauscht und verwendet werden.

Meine persönliche Empfehlung lautet noch immer, eine Gesundheitsakte in einem privaten Portal (siehe Beitrag von 2006 Meine Gesundheitsakte gehört mir)  zu speichern. Die wichtigsten Gesundheitsdaten sollte man in einem Dokument von einer Seite speichern – mehr wird kein Arzt auf Anhieb lesen wollen. Wer jemals einen kollabierenden Angehörigen erlebt hat, der gegen bestimmte Mittel allergisch ist, wird sofort an den PC eilen und ein solches Dokument anlegen und auf sein Smartphone laden. Mal sehen ob Apple einen Standard etablieren kann, den die Ärzte akzeptieren. Unsere Gesundheitsbürokratie wird das wohl nie schaffen.

Advertisements

IT im Gesundheitswesen

Während die EU und Deutschland die IT im Gesundheitswesen durch große nationale Programme wie z.B. Gesundheitskarten und zentrale Datenbanken einführen wollen, geht die Praxis ganz andere Wege. Junge moderne Ärzte benutzen ganz selbstverständlich komplett integrierte IT Anwendungen und externe Services z.B. für die Abrechnung. Mein Zahnarzt ist zum Beispiel total überrascht, wie billig diese Systeme im Vergleich zu seinen Dienstleistungen sind, während ich mehr von seinen Preisen überrascht werde.

Google, Microsoft und Co. haben erkannt, dass eigentlich der Patient am meisten Interesse an seiner eigenen Gesundheit hat und bieten Speicher für medizinische Daten an, die voll vom Patienten kontrolliert werden. Wenn man schon selbst seine persönlichen Daten verwalten will, warum sollte man dann die hochsensiblen Datem jemand anderem überlassen?  Während in Deutschland bei Ambient Assisted Living Kongressen Jungforscher ihre vom BMFT geförderten Spezialprojekte vorstellen, werden demnächst in USA Gebrauchsgeräte für Patienten auf dem freien Markt angeboten,  welche die Einnahme von Medikamenten und die Überwachung wichtiger Gesundheitskennwerte kombinieren. Das könnte man ja auch auf einem modernen Handy mit niedrigeren Kosten implementieren. Bei uns wird aber lieber Geld für Grundlagenforschung ausgegeben, auch wenn bereits marktfähige Produkte angesagt wären.