Datenschutz für private Daten bei Providern (Hosting, Cloud) unklar

Man kann sich über den Schutz persönlicher Daten bei Facebook, Google und Co. lange aufregen, hat aber wenig Chancen auch mit Unterstützung der deutschen Datenschützer etwas zu ändern. Zunächst sollte man die Rechte der Benutzer im eigenen Land regeln. Hierfür hat man durch deutsche Gesetze und Justiz genügend Werkzeuge um die Rechte der eigenen Bürger zu verteidigen. Leider haben unsere Regierung und die Ageordneten gerade in diesem sensitiven Bereich viele Rechte an die EU abgegeben. Die EG Datenschutzrichtlinie regelt im wesentlichen die Verarbeitung personenbezogener Daten und die Kommunikation (z.B. eMail).  Nun wirft die EG den ach so sicherheitsbeflissenen Deutschen vor, die Richtlinie nicht sauber umgesetzt zu haben. Ein Streitpunkt ist z.B. dass die vielen Datenschutzbeauftragten der Länder nicht unabhängig von der Politik sind! Interessanterweise gibt es Datenschutz eigentlich nur als Schutz persönlicher Daten (Namen, Adressen, sonstige Angaben zur Person usw) und für Kommunikation z.B. eMail als Ersatz für die alte Post. Für Daten, die Sie persönlich auf einem Server (oder wie wie es jetzt in NeuIT-Sprech heißt, in der Cloud) ablegen, gibt es verblüffenderweise keine Regeln. So kann z.B. Google alle Daten, welche die Kunden auf den Google Servern speichern, beliebig durchsuchen und für Werbezwecke nutzen, ohne gegen irgenein Gesetz zu verstoßen. Nun ist es ein Prinzip der Gesetzgebung, dass man erst aktiv wird, wenn Handlkungsbedarf besteht. Beim Datenschutz von Daten auf Servern im Web ist diese Linie aber wohl schon längst überschritten.

Schaut man sich die AGBs von 1&1, eines seriösen deutschen Web Hosting Anbieters an, so findet man wie zu erwarten Hinweise auf den Schutz der personenbezogenen Daten. Diese werden nicht an Dritte weitergegeben. (Achtung das gilt nicht für Daten ihrer Firma, wenn sie als Selbständiger arbeiten!) Man bietet auch an, Werbung und Aktionen von 1&1 abzustellen (Opt Out Option). Konkrete Aussagen zur Behandlung von eMail und Daten auf den Servern außer dem Hinweis, dass der Benutzer selbst für die Sicherheit seiner Daten zuständig ist, findet man leider nicht. Bei spezieller Anfrage zur Datensicherheit bei 1&1 erhält man die Antwort, dass 1&1 eMail nicht analysiert. Dies entspricht auch der Rechtslage. Man erhält aber z.B. keine Hinweise, wann und wie bei 1&1  eMail Einsicht für Behörden gegeben wird.

Aussagen zur Behandlung der Daten der Benutzer findet man nicht. Nun würde ich annehmen, dass 1&1 als seriöse Firma, diese Daten ähnlich wie die eMail Daten behandelt und keine Analysen von geschützten Daten der Benutzer macht. Schwarz auf weiß findet man das aber in den AGBs nicht.

Die AGBs meines Schweizer Sharepoint Providers sind schon etwas besser als die von 1&1. Zumindest wird die Problematik angesprochen. Besser wäre es natürlich, wenn es einen Mustervertrag gäbe (von den Benutzern, den Providern, Verbraucherschutz …) in dem der Datenschutz für private Daten im Netz geregelt wird. Die Gestzgebung sollte dafür die notwendigen Grundlagen schaffen. Leider hat sich unsere Regierung durch den Transfer der Zuständigkeit an die EU aus der Verantwortung gestohlen. Man macht eben lieber Pressekonferenzen zum fehlenden Datenschutz als Verbraucherschutz.

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Wer sind die Gewinner im Cloud Computing?

Nach PC, Lichtleiter Internet und Mobiltelefon schwappt die nächste IT Neuerung zu den Konsumenten – Cloud Computing. Dabei werden Rechner und Dienstleistungen weltweit verteilt. Interessanterweise kamen zuerst die Konsumenten (Consumer) durch Google und Amazon in den Genuss dieser neuen Technologien. Ein wesentlicher Treiber der Technologie war Google, das nicht nur Software entwickelte sondern auch eigene Hardware für die großen Datencenter baute.

Typisch für neue IT Märkte ist, dass zu Beginn sehr viele, auch kleine Unternehmen in die neue Technologie investieren und mit neuen Diensten für das Wachstum des Marktes sorgen. Ist der Markt dann genügend groß und das Risiko gering, treten die Großfirmen auf den Plan und verdrängen die kleinen Unternehmen (oder kaufen die Kleinen billig auf).

Forrester hat in einem Bericht gewagt vorherzusagen, wer letzendlich die großen Anbieter in der Cloud sein werden:  Amazon, Cisco Systems, Google, I.B.M., Microsoft, Oracle und einige Spezialunternehmen. Die technische Entwicklung findet in USA statt. Deutsche Unternehmen wie SAP können sich allenfalls in USA einkaufen und in Nischen überleben. Entwicklung, Anpassungen und Service sind zentral und billiger als heute. Die IT Dienstleister, die heute diese Arbeiten deszentral machen, werden zunehmend arbeitslos. Man sieht das z.B. schon jetzt daran, dass IBM die Zahl der Mitarbeiter in Deutschland (aber auch in anderen Ländern) verringern will. Durch die Zentralisierung in IT Fabriken braucht man weniger Leute. Das gilt für Hardware und Software.

Die Benutzer bezahlen für ihre schnellen Internet Netze ja selbst und stellen den Cloud Unternehmen eine für die Unternehmen sehr billige Infrastruktur zur Verfügung. Google z.B. kommt nicht kostenlos ins Haus – man zahlt für den Internet Anschluss, den Google kostenlos für seine  Zwecke nutzt.

Selbst wenn sich nun in Deutschland Unternehmen finden würden, die bei Cloud Computing einsteigen wollten, könnten sie keine fähigen Leute finden, die sich mit der Technik wirklich auskennen. Hier hat die deutsche Forschungsförderung und auch die Ausbildung Universitäten (mangels Geld) mal wieder einen IT Trend verschlafen. Nun ist es für eigene Entwicklungen zu spät und der IT Gipfelblog der Kanzlerin hat zwar die Cloud als Wachstumsmotor entdeckt. Leider läuft der Motor aber woanders. Wie üblich werden in Deutschland ein paar Sicherheitsprobleme diskutiert damit die Bedenkenträger auch einen Beitrag leisten können . Für deutsche IT Dienstleister bleibt nur ein kleine Nische für spezielle Cloud basierte Services in der Benutzerberatung. Hier wird man sich aber sputen müssen, wenn man von diesem Markt etwas abbekommen möchte.

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