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Deutschland braucht offene digitale Infrastruktur

EU Internet voller Dornen
EU Internet voller Dornen

Der deutsche Staat, Länder und Gemeinden ziehen sich immer mehr aus Investitionen und Betrieb von Infrastruktur zurück. Dabei ist es die wichtigste Aufgabe des Staates, die für die Bürger notwendige Infrastruktur  aufzubauen und zu unterhalten. Dafür bezahlen die Bürger Steuern. Man hat sich bereits daran gewöhnt, daß Wasser- und Abwasserversorgung, die Energieversorgung, Kommunikationsnetze, Medien  sowie Teile der Verkehrsinfrastruktur privat finanziert werden und dann von den Bürgern über Gebühren bezahlt werden. Die Steuern werden lieber für „soziale“ Zwecke ausgegeben, mit denen man die potentiellen Wähler verwöhnen kann. Privates Geld ist im Überfluss vorhanden, da man es sich zum Nullzins von den Notenbanken besorgen kann. Der Staat könnte das genauso machen und mit billigem Geld die Infrastruktur finanzieren. Man hat sich aber eine Schuldenbremse auferlegt, die von den Bürgern begeistert angenommen wird, nimmt man doch an, daß unsere Politiker nicht mit Geld umgehen können. Dabei wird an vielen Stellen um Staat bewiesen, daß speziell bei den Gemeinden durchaus verantwortungsvoll mit Geld und der vorhandenen Infrastruktur umgegangen wird.

Die riesigen virtuellen Geldmengen, die zur Zeit im Weltwirtschaftssystem existieren, suchen Anlagen in der realen Wirtschaft. Dabei will man keine neuen Unternehmen gründen da das sehr riskant ist, besonders wenn man als Banker von der realen Welt nichts versteht.

Die Reichen versuchen deshalb Geschäftsfelder zu übernehmen, die heute noch vom Staat betrieben werden und zuverlässig Gebühren einbringen. In Deutschland sind Ziele z.B. der soziale Wohnungsbau (hat man bereits geschafft!), das Gesundheitswesen, die Rentenversicherung, Krankenhaus- und Pflegeindustrie, die Netze zur Wasser- und Energieversorgung, Straßenbau (dieser Autobahnabschnitt in Bayern wurde von Allianz finanziert!). In USA ist man schon etwas weiter hier sind Schulen und Universitäten bereits privatisiert. Bei den Immobilien in USA versucht man zur Zeit aus Besitzern von Eigenheimen Mieter zu machen, die dann natürlich kein Eigenkapital brauchen aber auch kein Kapital als Immobilie ansparen. Deutschland dient dabei als Vorbild – 48 % der Deutschen wohnen zur Miete! 41% derAutos werden in Deutschland geleased. Das ist ein deutliches Zeichen, daß der ärmere Teil der Bevölkerung wenig Kapital hat.

Die klassische Infrastruktur in Deutschland ist vielfach marode und der Umbau der Straßen und zur CO2 freien Energieversorgung benötigt sehr viel Kapital.

Politiker und Wirtschaft sind sich deshalb einig, daß keine öffentlichen Gelder für die digitale Infrastruktur „verschwendet“ werden sollen. Im Gegenteil man will durch die Vergabe von Funklizenzen sogar Geld damit verdienen.

Die gesamte digitale Infrastruktur wird vorwiegend amerikanischen Monopolisten übergeben. Kein Politiker in Deutschland denkt im Moment daran, daß die Server im Internet (Cloud), die Suchmaschinen, die Daten, die Vergabe der Auweise(Identität), der Zahlungsverkehr  im Internet und die Datennetze von Deutschland aus nicht gesteuert und kontrolliert werden können.

Kleine Vorboten:

  • Facebook hat mir mitgeteilt, daß meine Beiträge nicht mehr gefunden werden, da ich nicht genügend neue Beiträge einstelle und damit Facebook keine Werbeumsätze erzielen kann.
  • Nachdem ich meinen Freie Abgeordnete Blog ohne Werbung betreibe, werden Artikel von Google aber auch von WordPress nicht mehr „gefunden“. Google und WordPress können in dem Blog keine Werbung mehr platzieren.
  • Ältere Artikel werden von Google nicht mehr gefunden.
  • Ohne ein Zertifikat von Google werden Websites als UNSICHER markiert und sind auf ANDROID Geräten für „normale“ Benutzer nicht mehr erreichbar.

Regierungen und Benutzer haben praktisch keinen Einfluss mehr auf die Anbieter von Diensten im Internet. Ohne eine massive Intervention zugunsten des Open Internet wird Deutschland das Opfer der Allmachtsphantasien der Internet Monopolisten und America First Trump.

 

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Open Source Portal uPortal anstatt Facebook

Allenthalben wird über das Monopol von Facebook gejammert aber kaum jemand weiss, dass es speziell für Universitäten und Schulen durchaus Alternativen gibt. Universitäten in USA, Canada, Frankreich und anderen Ländern (ausser Deutschland) haben seit 2000 ein auf JAVA und der Open Source Plattform Aprereo basierendes Portal entwickelt, das an vielen Universitäten und Schulen verwendet und gemeinsam entwickelt wird. Der uPortal Server kann heruntergeladen und kostenfrei installiert werden. Tausende Schulen in Canada verwenden das uPortal. Die uPortal Community sorgt für geordnete Entwicklung, Release, Administration und Update Management. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu den vielen Einzelaktivitäten, die meist kurze Zeit nach der Entwicklung wieder aufgegeben werden.

uPortal verwendet Java, JSIG Portlet Standards JSR-168 / JSR-268 , die ursprünglich im IBM Labor Böblingen entwickelt und heute gewartet werden. Die JSr/JASIG Portlets werden u.a. beim IBM Websphere Portal, JBoss, Liferay u.a. eingesetzt und sind im Moment der beste Kandidat für den offenen Portal Standard.  Die proprietären Portlets von Microsoft (Sharepoint), SAP oder GOOGLE sind wohl  keine Kandidaten für einen Open Source Standard.

Die deutschen Universitäten und die Kultusministerien beteiligen sich bei Open Source Aktivitäten natürlich nicht und machen sich lieber abhängig von Facebook und Co.

Allerdings gibt es inzwischen kleine deutsche IT Firmen, die uPortal als Plattform z.B. für Vereine oder für Dokument Workflow anbieten.

Die uPortal Community entwickelt eine uPortal für Smartphones Version.

Eine interessante Anwendung ist z.B. die UPortal Telefonzentrale für IPhones mit der man über das Web weltweit kostenlos telefonieren  UPortal for iPhone

Die Universitäten haben eine grosse Zahl von spezifischen Anwendungen für Administration und Lehre entwickelt.

Beispiele:

University of California (YouTube)

Yale University (Vimeo)

 

Langfristige uPortal Strategie: WordPress Plattform

Ein wesentlicher Nachteil der jetzigen uPortal Implementation ist die Begrenzung auf die Tomcat Server Plattform. Damit lassen sich keine sehr grossen, verteilten Systeme betreiben. Der Aufwand für den Betrieb einer lokalen Server Installation ist für kleinere Organisationen zu hoch. Ein ähnliches Problem haben das Sharepoint Portal von Microsoft und das Websphere Portal von IBM für Unternehmen. Die University of California hat deshalb begonnen ihre uPortal Anwendungen mit allen Portlets auf die Open Source Plattform WordPress zu migrieren. Die Betreiber haben dann die Wahl ihre Plattform auf einem eigenen Server oder in der Cloud bei WordPress oder einem anderen Cloud Service zu nutzen.

Damit wird die Einrichtung eines uPortals wesentlich einfacher und man erhält das führende Dokumenten Management  von WordPress nutzen. Gleichzeitig kann man den grossen Skill Pool der WordPress Entwickler und die Tools nutzen. Damit erhält uPortal eine langfristige Perspektive und kann auch von Unternehmen eingesetzt werden.

PS Ich nutze WordPress für meine Blogs seit über zehn Jahren. Damals bestand das WordPress Team aus 23 Mitarbeitern, hatte aber einen überzeugenden Plan für Technik und Business.