Archiv der Kategorie: Sharepoint 2013

Kampf um den Cloud Arbeitsplatz – Facebook, Google, IBM, Microsoft, IBM, Slack u.a.

Cöoud Arbeitsplatz

Die Anfänge der Software für Zusamenarbeit und Organisation von Mitarbeitern in Firmen begannen bereits in den 70er Jahren in USA mit einfachen Systemen mit denen man kurze Nachrichten verteilen konnte. Diese wurden dann um Datenbanken für eMail, Kalender, ToDo Listen, Dokumente und Programme zur Bearbeitung und Kontrolle der Daten erweitert. Die erste Version entwickelte die Firma IRIS mit Ray Ozzie und einem Team von etwa 25 Mitarbeitern in StartUp Manier. Ein großer Markt entstand aber erst 1988 nachdem die Firma Lotus die Firma Iris aufkaufte und das Produkt als Lotus Notes vermarktete. Lotus Notes (Geschichte) wurde von fast allen großen Firmen als Infrastruktur für Arbeitsplätze und Arbeitsorganisation benutzt und war z.B. mit seiner Client/Server Struktur, der Verschlüsselungstechnik (asymmetrich mit Zertifikaten für Maschinen und Benutzer, Messaging und anderen Features seiner Zeit weit voraus). Lotus lief vorwiegend in proprietären Firmennetzen auf IBM Großrechnern und IBM 3270 Terminals aber auch auf PCs (OS/2 und Windows) und später auf Laptops. Alte IT Hasen weinen noch heute der Lotus REPLICATE Funktion nach, mit der man seine eMail und Daten auf seinem Laptop ohne großen Aufwand mitnehmen konnte. Das war zu Zeiten von Netzen mit 2.4 kbit/sec ein Segen.

IBM kaufte 1996 Lotus Notes und bezahlte damals den horrenden Betrag von 4 Milliarden $. 1996 wurde auch der Netscape Browser für das Internet verfügbar und Nokia baute das 7110 WAP Mobiltelefon mit denen man Daten über das Internet austauschen konnte. Für die neue mobile Welt und das Internet brauchte man neue Zugangssysteme.

Mein Team im IBM Labor entwickelte ab 1998 ein Portal für Kollaboration im Internet. Die Benutzer konnten dabei über PC, Mobiltelefon oder Sprache im Internet agieren. Die Mobiltelefone mussten allerdings noch mit Tasten bedient werden. Das System und die Technik sind im Buch Pervasive Computing, Addison Wesley umfassend beschrieben.  Dieses System wurde 2001 als IBM Websphere Portal Server ausgeliefert. Wie bei IBM üblich war das Websphere Portal nicht als Produkt für Endbenutzer gedacht, sondern als Basis System, das von Softwarefirmen und den IT Abteilungen von Firmen an spezielle Bedürfnisse angepasst werden musste. Allerdings gab es auch ein Express System, das von kleineren Firmen, Städten, Schulen usw auch für soziale Netzwerke ohne großen Aufwand genutzt werden konnte.

IBM Digital Wallet

Auf der Cebit 2003 wurde z.B. ein IBM Portal System gezeigt u.a. mit einem Smartcard gesicherten Online Bankensystem inklusive einem „Paypal“ Bezahlsystem, das man auch mit Sprache bedienen konnte. In Zusammenarbeit mit einem Rundfunksender wurde auch ein Soziales Netzwerk „Das Ding“ für Kinder integriert .

Microsoft reagierte sofort mit dem Release des Sharepoint Servers, der ähnliches wie das IBM Portal leisten sollte aber mindestens 10 Jahre brauchte, bis er einigermaßen sinnvoll genutzt werden konnte.  Verschiedene Firmen versuchten die Portalfunktionen mit sozialen Netzwerken zu kombinieren. Am erfolgreichsten war wohl das Musikportal Myspace.

Der nächste „Follower“ war Mark Zuckerberg, der 2004 Facebook gründete. Facebook griff die vorhandenen Elemente inklusive der Idee der sozialen Netzwerke auf. Zuckerberg musste ähnlich wie Bill Gates nichts neu erfunden. Er konzentrierte sich allerdings anders als die Großfirmen auf Jugendliche als Kunden und investierte ähnlich wie Steve Jobs in einfache Bedienung des Systems und Wachstum durch kostenlose Services für die Benutzer. Die Daten in Facebook sind auf die für die privaten Benutzer wichtigen Elemente wie Nachrichten, Fotos, Musik und Videos beschränkt. Komplizierte Datenstrukturen und Abläufe wie sie in Firmen benötigt werden bleiben außen vor. Darum sollen sich Firmen wie IBM, Microsoft, Oracle, SAP  u.a. kümmern. Auch Google versucht sich mit bescheidenem Erfolg mit G Suite am Portal Markt.

Mit der Zeit wurde Facebook aber mit immer neuen Funktionen ausgestattet (man hat ja viele Entwickler). Dadurch wurden die Kunden  abgelenkt und verärgert. Das erklärt den Erfolg von WhatsApp. Facebook mußte deshalb für viel Geld WhatsApp kaufen damit die einfachen Kunden nicht abwandern. Nun wandern sie innerhalb von Facebook zu WhatsApp. Die komplexen Facebook Funktionen werden nun weniger genutzt und die Verweilzeiten im Facebook sinken..

Wenn immer im Internet eine Funktion zu kompliziert wird gibt es eine Chance für Mitbewerber, die einfachere Lösungen anbieten, die von den Kunden leichter verstanden und bedient werden können.

Slack bildet die typischen Konversationsstrukturen im realen Leben ab. „Gespräche“ finden mit einzelnen Personen privat und mit Gruppen ab. Slack verteilt ganz bewußt keine globalen Informationen an die ganze WWW Community. Die privaten Informationen sind für die Benutzer wertvoller. Twitter und Facebook sind „Out“ . Nachrichten und zugehörige Daten werden in Channles angeordnet und können damit Kontext bezogen gelesen und ausgewertet werden. Slack verzichtet bewußt auf komplexe Datenstrukturen sondern bindet viele externe Systeme (> 150) u.a. eMail, Cloud Data, SAP, IBM usw ein. Das entspricht offensichtlich den Wünschen vieler Kunden, die ihre Daten selbst verwalten und behalten wollen und nur Kopien für den Austausch mit anderen in das Portalsystem einstellen wollen. Damit vermeidet man auch viele rechtliche Probleme wie z.B. wem gehören die Daten? Wer haftet bei Verlust?  usw. Slack ist vor allem für Benutzer kleiner Firmen und Gruppen interessant. Diese sind auch bereit für Services zu bezahlen (siehe Slack Statistik) . Slack ist damit nicht nur auf  Werbung als Einnahmequelle angewiesen.

Privatpersonen und kleinere Gruppen, die nicht nur Nachrichten und Bilder sondern auch strukturierte Daten austauschen, bekommen mit Slack einen attraktiven Web Service. Der kostenlose Service ist allerdings ziemlich limitiert (siehe Slack Pricing).

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Pretty URL’s (Logische Adressen) in Sharepoint 2013

Mit den bisherigen Verisonen von Sharepoint konnte man eigentlich keine vernünftigen Websites für externe Besucher bauen. Web Adressen sollten sich gemäß der Philosophie des Web Erfinders Timothy Berners-Lee nie ändern (Cool URIs don’t change).  Leider haben aber  Webseiten und Objekte in Sharepoint 2010 eine URL, in der die Struktur von Sharepoint enthalten ist, wie z.B.  http://portaleco.mysp.ch/public/Lists/Whiteboard/All%20Items.aspx . In dieser Adresse ist sowohl die Subsite (Public), die Struktur (Lists) und die Lokation, wo die Daten gespeichert sind (Whiteboard) sowie der Datentyp (aspx) enthalten. Organisiert man in Sharepoint um, z.B. wenn mehrere Teamsites zusammengelegt werden, dann ändern sich alle Links, die externe Benutzer gespeichert haben. Alle URLs werden ungültig. Die Benuter sind natürlich nicht begeistert, wenn anstatt der gewünschten Information ein 404 Fehler angezeigt wird.

Bei der Migration auf eine neue Sharepoint Version passt man typisch auch die Struktur das Portals den neuen Anforderungen an. Will man die neuen Funktionen von Sharepoint nutzen, muss man ebenfalls die Struktur des Sharepoint Systems ändern. Das ist mehr als ärgerlich. Benutzte man einen Apache Server für Sharepoint, dann konnte man dieses Problem mit einem externen URL Rewrite (Redirect) lösen. Das war aber sehr umständlich. Bei Sharepoint Hostern wurde diese Funktion nicht angeboten.

In Sharepoint 2013 (Überblick) wird diese Funktion mit Managed Navigation und Pretty URLs  (wie bei anderen Plattformen z.B. IBM Websphere Portal Server schon lange üblich) integriert. Damit man diese neue Funktion sinnvoll nutzen kann, sollte man sich rechtzeitig überlegen, wie man Pretty URLs nutzen will.

Externe URLs sollten immer aus Sicht der Benutzer geplant werden. Dieser WordPress Blog verwendet Pretty URLs z.B. https://portaleco.wordpress.com/2013/01/19/von-wo-kommt-meine-email/. Für den Benutzer des Blogs ist die Überschrift des Blogartikels aber auch das Datum seines Entstehens wichtig. Es macht also Sinn, beide Informationen in der URL unterzubringen. Diese Pretty URL macht also Sinn. Ein abschreckendes Beispiel liefert dagegen unser Bundesfinanzministerium. Wer hätte gedacht, dass sich hinter der URL https://www.formulare-bfinv.de/ffw/form/display.do?%24context=0 das Formular für die Anlage N der Einkommenssteuer verbirgt. Obwohl sich das Formular von Zeit zu Zeit ändert, enthält die URL kein Datum.

Etwas besser macht es die Website der Bundesregierung. Hinter der URL http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2013/01/2013-01-28-abschluss-gruene-woche.html verbirgt sich der Artikel „Internationale Grüne Woche – Lecker Essen und innovative Ideen“. Hier findet man einen unnötigen Hinweis auf die Organisation des Server System (Content/DE) aber nicht den Titel des Artikels.

Eine gute Anleitung für den Aufbau einer guten URL Struktur findet man bei http://rield.com/how-to/url-design „Clean URL Design Guide“ der Design Hochschulen Rappertswil und Basel.

Eine gute Website sollte nicht nur die eigenen URLs in Ordnung halten sondern auch von Zeit zu Zeit prüfen, ob die verwendeten Links noch funktionieren. Das kann man recht einfach mit dem W3C Link Checker prüfen. Die Besucher einer Website kann erwarten dass die Website als Ganzes funktioniert.

Beim Anlegen der Pretty URLs sollte man die Hinweise von Google beachten, um die Suche auf der Website zu unterstützen. Schließlich sollen die externen Benutzer die Informationen auf ihrem Server finden.