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Deutschland – keine Ahnung von Banken und APL

Papier oder Geld?

Eine kleine Umfrage im Bekanntenkreis zum WUMMS ergab, daß alle die Ausgaben diskutieren konnten, zum Teil auch im Detail. Nur der Metzgermeister meines Vertrauens hatte aber verstanden wo das Geld eigentlich herkommt. Seine Familie hat seit drei Generationen in Immobilien in der Innenstadt investiert!

Als die Deutsche Bank 1870 gegründet wurde war das Geschäftsmodell der Banken noch recht einfach. Es gab zwei Arten von Kunden. Die Sparer gaben der Bank ihr Geld und erhielten dafür Zinsen und die Darlehensnehmer borgten Geld und bezahlten dafür Zinsen. Dafür mussten sie aber Sicherheiten z.B. eine Hypothek auf ihr Haus bieten. War die Bank zu großzügig ging sie schnell Pleite. War die Bank zu kritisch bei der Kreditvergabe konnte sie den Sparern keine guten Zinsen bezahlen, die dann ihr Geld zu einer anderen Bank brachten, die höhere Zinsen versprach (und auch mal Pleite gehen konnte).

Die Geldmenge war damit begrenzt und man erreichte nur ein geringes Wirtschaftswachstum. Deshalb erfand man Zentralbanken, die Geld schaffen/drucken konnten. Diese gaben den Banken nun virtuelles Geld wofür die Banken Sicherheiten (Assets) stellen mussten. Typisch waren das Immobilien, Anleihen von Firmen, Bargeld, Gold usw. Heute bestehen die Assets zusätzlich aus Finanzprodukten, die kaum ein Banker geschweige denn Otto Normalverbraucher versteht. Die Sicherheiten sind die häufig unklar. Kommt es zu großen Kreditausfällen oder werden Versicherungszahlungen fällig, wird das möglichst verschwiegen. In die Öffentlichkeit kommt das erst bei einem großen Crash wie 2008. Bei der betrügerischen Pleite von Wirecard waren die deutschen Banken mit über 2 Milliarden € dabei. Die Stiftung des SAP Gründers Tschira verlor 640 Millionen Schweizer Franken durch einen komplexen Deal mit der Lehmann Brothers Bank. Klaus Tschira, der Kopf hinter dem Erfolg von SAP, war zwar Mathematiker wurde aber trotzdem von den Bankern hereingelegt!

Die Sicherheit unseres und der Banken Geld hängt vom Management der Sicherheiten und Verpflichtungen zur Auszahlung (Asset & Liability Management) der Banken ab. Asset Management wird von Banken und anderen Finanzdienstleistern auch für Kunden, Fonds, Firmen usw angeboten. Damit kann man viel Geld verdienen aber auch verlieren. Tantiemen von Aktien sind da nur Peanuts! Das Asset Management ist auch eine zentrale Funktion für alle Arten von (Hedge)Fonds. Bei allen Mantelgeschäften ist höchste Vorsicht geboten.

Die neueste Theorie der Wirtschaftswissenschaftler ist z.B. dass die Assets der Banken die Basis der Geldwertstabilität sind. Das kann auch ein Laie verstehen. Wenn niemand mehr Zinsen zahlt und Kredite nicht mehr tilgt ist das Geld wohl weg. Zur WUMMS Zeit sind wir von diesem Punkt wohl nicht mehr weit entfernt.

Das Asset und Liability Management ist typisch die Hexenküche einer Bank. Die Bankenaufsicht versucht die Assets zu regulieren, hat aber bei der im „Markt“ üblichen Dynamik eigentlich wenig Chancen. Darüber findet man kaum Informationen.

Berechnungen der aktuellen Werte und Vorhersagen der Entwicklung wurden bereits 1973 mit der Programmiersprache APL (Nachfolger für weniger begabte: MathLab) durchgeführt. Es gibt noch heute eine verschworene Gruppe von APL Entwicklern, die komplexe Programme für den inneren Kern der Banken entwickeln. Das ist die hohe Schule der Informatiker, eine Chance für ITler aus den Ostblock Ländern. Mit APL kann man sowohl verarbeiete Daten als auch die zugehörigen Programme revisionssicher abspeichern. Die deutsche Finanzaufsicht hat in Software aber wohl keine Kompetenz und steht dem Online Handel hilflos gegenüber.

Francesco Garue aus Italien beschreibt ein komplexes Asset/Liability Programm. Video Interessant ist auch die Zusammmensetzung des Entwicklerteams (gegen Ende des Videos) – die Mathematiker arbeiten in der Ukraine.

SOFIA Schema

APL war 1973 bereits ein Time Sharing Cloud System. Bis zu 50 Benutzer konnten auf einer großen IBM /360 an Terminals arbeiten. Jeder Benutzer konnte 28 kByte Speicher in APL nutzen! Ich selbst konnte 1974 am Institut für Nachrichtentechnik an der damals Technischen Hochschule in Stuttgart APL auf einem IBM Rechner im IBM Labor Böblingen nutzen!

APL ist eine Programmiersprache für Programmierer mit großen Fähigkeiten zur Abstraktion, die heute z.B. für Algorithmen bei Hochleistungs-Rechnern benötigt werden.

Minderbegabte haben später das Tabellenprogramm Excel für Unternehmensanwendungen von Bill Gates und Co. verwendet, das ähnlich wie APL auch auf kleinen Personal Platinen Computern lief. Die kleine APL Community bedauert noch heute, daß damals die Mehrheit der „Dummen“ gesiegt hat.

Ein komplettes APL System kann man bei Dyalog für nicht-kommerzielle Verwendung kostenfrei herunterladen. Interessant für Schüler in Mathematik Leistungskursen oder Studenten. Funktionale und Streng typisierte Programmiersprachen wie APL sind weniger anfällig für Programmierfehler und Hackerangriffe als z.B. C oder C++. JavaScript wird mit TypeScript in diese Richtung erweitert!

Die APL Community teilt schon seit über 40 Jahren Code und hat ein Ökosystem mit eigenem Webserver, Datenbank, Kryptographie usw aufgebaut. Agile Entwicklung und SCRUM ist bei den APL Gurus schon seit 40 Jahre üblich.

Die APL Plattform kann lokal installiert werden und als PrivatPortal betrieben werden. Otto Normalverbraucher benötigt aber eine einfache Benutzerschnittstelle. Zumindest mittelfristig könnte man sich damit aber weitgehend von Google, Microsoft, Facebook und Co emanzipieren. Beim PC hat das ursprünglich ja auch funktioniert – aber nicht für alle.

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Open Source Infrastruktur für Schulen

Corona Infrastruktur an Schulen

Das Kultusministerium ist in den Ländern meist nicht so wichtig obwohl es für die größten Betriebe mit Tausenden von Angestellten und Hunderttausenden „Kunden“ im Land verantwortlich ist.

Das Amt wird gerne an junge Frauen gemäß dem Regionalproporz oder an bewährte Parteigrößen vergeben, damit sie ab und zu in der Presse erwähnt werden.

Ein Wunder in Baden-Württemberg: Trotz massiver Unterrichtsausfälle und Chaos an den Schulen in der Corona Krise haben die Abiturienten des Jahrgangs 2020 eine bessere Abiturnote als im Jahr 2019. Mehr Unterricht scheint den Schülern offensichtlich zu schaden!

Da hat die Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) , die für die CDU die Nachfolge des Grünen Ministerpräsidenten Kretschmann antreten möchte offensichtlich sehr kreativ gehandelt. Ihr wird ein robuster Wille zur Macht nachgesagt hat sie doch den Schäuble Schwiegersohn und CDU Vorsitzenden Strobl ausgebremst.

Der Wille zum Machen scheint bei Frau Eisenmann aber wenig ausgeprägt zu sein. In ihrer Amtszeit hat sie sich gegen Untergebene, Lehrer und Eltern energisch durchgesetzt und für konservative Kreise Führungsstärke bewiesen. Es gibt aber keinerlei positive Beiträge zur Entwicklung des Schulsystems in ihrer Amtszeit.

Die Digitalisierung an Schulen und der Verwaltung (Hardware und Software) wurde komplett verschlafen. Eine Vielzahl von Schulmodellen wird ohne jede Erfolgsmessung betrieben. Lehrerfortbildung auch Online gibt es praktisch nicht.

Dafür macht Frau Eisenmann gerne die Benachteiligung der Frauen durch Familie und Kinder verantwortlich. Dabei hat Frau Eisenmann ähnlich wie etwa 50% der höheren weiblichen Führungskräfte gar keine Kinder. Über 75% der Lehrer sind Frauen. Da kann es mit der Benachteiligung der Frauen nicht so weit her sein. An vielen Schulen fordert die kleine Minderheit von männlichen Lehrern den Posten der Frauenbeauftragten durch einen Männerbeauftragten zu ersetzen!

Wenn selbst das reiche Land Baden-Württemberg nicht ordentlich für Schulen und Schüler sorgen kann, haben die ärmeren Länder wohl kaum gute Chancen.

Von der Politik kann man keine Lösungen erwarten – kein Wille zum Machen! Die Lehrer sollten sich ähnlich wie in der IT in einer OPEN SCHOOL Initiative organisieren und selbst aufräumen. Dabei kann es nicht schaden Anleihen bei Organisation und den Arbeitsmethoden der Open Source Community zu machen.

freieabgeordnete.blog/2020/08/22/ideen-fuer-die-schule/