Archiv der Kategorie: Hardware

Hardware für die persönliche Nutzung – Bedienbarkeit

Falsches Alibi durch Fußfessel – GPS Jammer

GaunerNicht nur die deutsche Polizei hat Probleme der Überwachung von „Gefährdern“. In den USA ist eine Fußfessel offensichtlich ein zu komplexes Gerät für amerikanische Polizisten. Der Schütze, der eine Frau in Washington D.C. erschoß, hatte ein wasserdichtes Alibi. Die Polizei hatte ihm eine Fußfessel verpasst. Die GPS Signale zeigten an, daß der Mörder  zur Tatzeit brav in seiner Wohnung weitab vom Tatort war. Trotzdem wurde er am Tatort gesehen und identifiziert. Des Rätsels Lösung: Dem Täter war früher ein Bein amputiert worden und er trug eine Beinprothese. An dieser Prothese befestigte ein Polizist die Fußfessel. Der Täter legte nun sein „offizielles“ Bein in seiner Wohnung ab und war mit einer Ersatzprothese unterwegs.

Man kann sich eine GPS Tarnung aber einfacher besorgen. Chinesische Firmen bieten kleine GPS Jammer in Größe einer Zigarettenschachtel für etwa 20 $ an, mit denen man die GPS Signale in einem Umkreis von 15 m lahm legen kann. Man kann dann durch GPS nicht mehr geortet werden, selbst wenn Böswillige oder der mißtrauische Ehepartner einen GPS Sender am Auto angebracht haben. Geräte mit größerer Reichweite werden von Firmen und vom Militär eingesetzt, um z.B. Drohnen, die sich selbst mit GPS steuern, abzuwehren. In der Nähe des neuen US Präsidenten wird man wohl bald kein GPS mehr empfangen können. Die NSA wird dann aber auch die Zuhörer nicht einfach identifizieren können. Natürlich gibt es auch GPS Jammer, die das Mobiltelephon z.B. im Restaurant oder an bestimmten Orten lahmlegen um z.B. bei Raub einen Anruf bei der Polizei zu verhindern.

Natürlich sind diese Geräte in Deutschland und anderen Staaten verboten. Allerdings gibt es alleine in der Umgebung von Washington D.C. über 100 Anbieter von GPS und GSM Jammern. Die Gauner sind den Ordnungskräften da sicher einen Schritt voraus.

Vorsichtige sollten wieder lernen ihr Auto nach Verkehrsschildern und mit Karten aus Papier ans Ziel zu bringen.

Cloud Sklave werden – bei Apple, Google oder Microsoft

Blue Cloud SkyZurück zur Steinzeit der IT ist der neueste Trend bei den großen Anbietern. Anstatt Anwendungen auf dem lokalen Gerät auszuführen, sollen jetzt Daten und Anwendungen auf zentralen Servern im Web laufen. Ältere IT Hasen erinnern sich noch an die Zeiten als sie ihre Programme in Form von Lochkarten zum Zentralrechner bringen mussten (noch heute bringt man z.B. große Mengen von Daten per Festplatte zum Hochleistungsrechenzentrum in Stuttgart). Einen wesentlichen Fortschritt brachten dann in den 70er Jahren die IBM /370 Systeme, die mit standardisierten Terminals und einem Browser (3270 Architektur) über Coax- und Telefonleitungen bedient werden konnten.

Die Benutzer waren die Sklaven des Rechenzentrums – was die RZ Leitung als Programm nicht anbieten wollte, gab es einfach nicht. Die Programmierer erfanden deshalb die Virtuelle Maschinen, die man auf den Maschinen des Rechenzentrums installieren konnte. Dort konnte man eigene Programme installieren und über die Netzwerke Freunden in der ganzen Welt zur Nutzung zur Verfügung stellen. Diese Technologie war sehr teuer – ein Programmierarbeitsplatz kostete damals etwa 100 k$ (gute alte!). Das gemeine Volk konnte sich das natürlich nicht leisten. Oft fand man in den Büros noch Terminals für zwei Mitarbeiter die man drehen konnte und um die man kämpfen musste. Der Vorteil dieser Systeme war die große Stabilität. An den Terminals konnte man nichts verändern vor allem keine Programme laden.

Mit der Einführung des IBM Personal Cumputers in den 80er Jahren kam die große Freiheit für die IT Nutzer. Jeder konnte nun Programme seiner Wahl installieren, standardisierte I/O Geräte anschließen und den PC auch zum Kunden oder nach Hause mitnehmen. Am Anfang waren das noch Ziehkoffer (Schlepptop), die dann zu Laptops und Smartphones mutierten. Die Programmentwickler hatten eine einheitliche Plattform und Zugriff auf eine Vielzahl externer Geräte mit standardisierten Schnittstellen und schufen zahllose Programme für die Anwender. Die große Freiheit führte auch ins Chaos. Programme und Daten waren zunehmend nicht kompatibel und auch nicht austauschbar. Mit der Einführung des Internets und des Webbrowsers in den 90er Jahren sollte wieder Ordnung geschaffen und wieder eine ähnliche Infrastruktur wie zu /370 Zeiten hergestellt werden. Auf Millionen von Servern wurde über mehr oder weniger einheitliche Browser zugegriffen.

Die Personal Computer der Benutzer wurden zu komplexen Rechenzentren mit vielen inkompatiblen Programmen, häufigen Updates, Angriffen mit Viren, Trojanern und Fehlern in  schlecht programmierten Anwendungen. Die Benutzer sind mit der Bedienung und Wartung ihrer Personal Computer überfordert und wollen nicht einen Großteil ihrer Zeit mit der Wartung ihrer Geräte verbringen. Da liegt es nahe zum bewährten /370 System Modell zurück zu gehen. Die Anwendungen laufen auf vielen virtuellen Maschinen in der CLOUD – man braucht eigentlich nur noch einen standardisierten Browser auf dem eigen PC, PAD oder Smartphone und natürlich schnelle Datenübertragung z.B. über Glasfaser Netze.

Hierfür braucht man aber wieder große Rechenzentren in denen die Anwendungen in Millionen von virtuellen Servern laufen. Dafür benötigt man viel Geld, spezielles Knowhow, globale Infrastrukturen und auch Einfluss auf die Politik und Behörden in vielen Ländern.

Im Moment gibt es eigentlich nur die drei Firmen Apple, Google und Microsoft, die auf diesem globalen Markt (ohne China) agieren können. Alle drei Firmen versuchen ihre proprietären Standards auf den Märkten durchzusetzen. Die Benutzer müssen sich jetzt entscheiden, wem sie sich anvertrauen und wem sie in Zukunft ihr Geld für die Cloud Services geben wollen. Die großen 3 ? haben alle das Ziel mehr Geld von den Kunden zu kassieren und den Cloud IT Markt zu dominieren. Dabei verfolgen sie unterschiedliche Strategien.

  • APPLE baut auf Innovation bei den Endgeräten, leichte Bedienbarkeit von Hardware und Software und ein Netz von unabhängigen Anwendungsentwicklern. Mit hohen Preisen für die Hardware versucht man das Geld für die Investitionen in die Cloud Infrastruktur zu verdienen. Bei Unternehmen tut sich Apple aber sehr schwer. Apple hat aber genug Geld in der Kriegskasse um die Cloud Investitionen zu stemmen. Es gibt allerdings einen ziemlichen Engpass bei internen und externen Entwicklern. Skill kann man nicht so einfach kaufen. Apple möchte Premium Cloud Anbieter werden, der hohe Preise für seine Produkte verlangen kann.
  • MICROSOFT hat zu lange auf traditionelle WINDOWS Software auf PCs und Servern gesetzt und versucht jetzt bei Cloud aufzuholen. Die Stärke von Microsoft ist die große installierte Windows Software Basis bei Endverbrauchern und Unternehmen. Microsoft kann wohl langfristig keine eigene mobile Hardware erfolgreich anbieten und ist ähnlich wie heute bei PCs und Servern auf externe Partner angewiesen. Da werden wohl ähnliche Probleme wie heute bei PCs auftreten. Microsoft hat aber genügend Verbraucher und Unternehmen auf den Microsoft Pfad verführt, die zumindest kurzfristig mit ihren Kernanwendern nicht zu anderen Cloud Anbietern wechseln können. Microsoft hat eine große Mannschaft von internen und externen Entwicklern und viel (auch leidvolle) Erfahrung im Management von großen Client/Server Netzen. Microsoft wird auf große Stückzahlen bei gehobenen Preisen für den Cloud Service setzen. Da Unternehmen ein wesentlicher Markt für Microsoft sind, wird wohl weiterhin Wert auf langfristige Stabilität und Kompatibilität gelegt.
  • GOOGLE hat eigentlich nur die Such- und Werbungstechnologie als eigene Technologie Basis. Ein wesentliches Asset ist aber das Android Betriebssystem für die Anbieter von billiger Hardware. Ähnlich wie die Google Anwendungen wurde Android aber schnell u.a. mit viel Open Source Code gestrickt. Das sorgfältige Management eines komplexen Systems mit vielen Hardware- und Softwarelieferanten ist sicher nicht eine Stärke von Google. Benutzer müssen damit rechnen, dass Google viele Anwendungen einführt aber bei Mißerfolg sofort einstellt. Google zielt mit seiner Cloud Strategie auf billige, kurzlebige Produkte, die in hoher Stückzahl verkauft werden.

Mit Einführung der Cloud Services ändert sich auch das Business Modell der Anbieter. Bisher konnte man durch Verkauf von Software mit relativ wenig Einsatz von Kapital hohe Gewinne einstreichen – Software Entwickler kosten ja nicht viel! Für den Aufbau der Cloud Infrastruktur braucht man aber viel Geld für Rechenzentren, Service und schnelle Netze. Ein Teil der Hardware, die bisher der Benutzer eingekauft hat, ist jetzt beim Cloud Service Provider.  Die Gewinnmargen werden also sinken und müssen durch größere Umsätze aus den Service-Einnahmen kompensiert werden. Bei einem solchen Umbau sind schon einige große IT Firmen gescheitert.

Private IT Benutzer werden sich je nach Anforderungsprofil einem der drei Cloud Anbieter anschließen müssen. Typische Benutzer werden wohl ausgehend von einem Windows PC mit I/O Geräten (in Zukunft werden es wohl mehr) verschiedene Cloud Dienste andocken. Schon in der Familie wird man mit verschiedenen Endgeräten arbeiten, weil die Familienmitgieder meist in unterschiedlichen Gruppen agieren. Für Benutzer mit wenigen Standardanwendungen kann es vorteilhaft sein, schnell in die Cloud zu migrieren.

Spätestens wenn Microsoft das Geld für das bisher verschenkte  WINDOWS 10 kassieren möchte, wird es Zeit zu handeln.

Meine persönliche Strategie ist es den Umzug meiner IT in die A-G-M Cloud hinauszuzögern. Für professionelle Zwecke verwende ich schon seit Jahren eine private Cloud (PrivatPortal – Micorsoft Sharepoint gehosted in der Schweiz). Für den Datenaustausch in der Familie wird ein lokaler Datenserver ( NAS – Network Attached Storage) verwendet, der mit dem FritzBox Router implementiert ist. Darauf können alle Familienmitglieder lokal mit einer APP von Apple und Android Geräten zugreifen. Für alte Anwendungen und Dokumente ist ein Offline Archiv Windows 7 Server installiert.  Mit dieser Strategie kann man sicher einige Jahre gut leben bis sich der Dampf über der Cloud Szene gelichtet hat.

Apple Link Desaster mit iOS 9.3

Mit dem neuen iOS 9.3 Release hat Apple zig Millionen von iPhones praktisch lahmgelegt – man kann Links nicht mehr verfolgen. Offensichtlich sind vorwiegend ältere Geräte aber auch neue Geräte betroffen (Achtung: diesen Link http://www.mobilegeeks.de/news/apple-ios-9-3-update/ können Sie mit einem betroffenen iPhone nicht verfolgen!). Auch die zentrale Funktion „Suche“ mit Google usw ist damit unbrauchbar. Der Opera Mini Browser funktioniert übrigens – er arbeitet mit einem Host Proxy zur Auflösung der Links. 

Nun kann es bei neuen Software Versionen immer mal wieder bei der Vielzahl der Funktionen der Software fast unvermeidlich zu Problemen kommen.

Fast unerklärlich ist allerdings, wie es zu einem solchen groben Fehler kommen konnte, der Indikator für größere strukturelle Probleme bei Apple ist. Typische Ursachen für solche groben Fehler sind z.B.

  • Erfahrene ältere Mitarbeiter, die noch den Überblick über die Zusammenhänge und Struktur des Systems haben, sind ausgeschieden oder werden von inkompetentem Management zur Entwicklung der neuen Systeme „abgeordnet“.
  • Bei der Softwareentwicklung wird gegen Spezifikationen und nicht gegen Benutzer Funktionalität getestet. Seriöse Tests schließen immer umfangreiche Sequenzen von typischen Benutzerfunktionen ein.
  • Man erspart sich das Testen der älteren Systeme – man hat ja den kommerziellen Druck, daß die Kunden öfter neue Geräte kaufen.
  • Man erspart sich den Test mit den wichtigsten APPs. Vermeintlich sind die ja sauber entkoppelt, was im Fehlerfall meist nicht stimmt.
  • Man ignoriert (zumindest nach außen) die vielen Fehlermeldungen, die im Web in Foren und Blogs auftauchen.
  • Service Mitarbeiter schicken die betroffenen Kunden durch sinnlose Aktivitäten, weil es keine etablierten Regeln für Ausnahmesituationen gibt.
  • Apple hat kein zuverlässiges  System mit dem man solche Fehler rasch testen und beheben kann.

Für die Kunden hat ein solcher kapitaler Fehler zunächst einen Vorteil. Man denkt einmal darüber nach, in welche Abhängigkeit man sein Unternehmen oder sich privat durch die Benutzung der Dienste von Apple gebracht hat. Offensichtlich braucht man eine BackUp Strategie – wohl dem der jetzt noch einen Windows PC oder ein Galaxy Tablet hat. Offensichtlich ist auch APPLE nicht der sichere IT  Hafen, den das Management und die Werbung den Kunden vorgaukelt.

Für Apple ist das sicher ein massiver Imageschaden bei Unternehmen und Verbrauchern. Man begründet ja die hohen Preise durch besonders hohe Qualität. Da kommt die gleichzeitige Nachricht, dass das gerühmte APPLE Sicherheitsystem von den amerikanischen Behörden in einem Einzelfall (mit Hulfe einer israelischen Spezialfirma, die sicher auch für andere „Kunden“ arbeitet) geknackt wurde, höchst ungelegen. Auch hier suggeriert die APPLE Werbung absolute Sicherheit obwohl man moderne Sicherheitschips mit entsprechendem Aufwand auch ohne die Mitarbeit des Herausstellers knacken kann. Das macht die Strategie von Apple, viele Schlüssel von verschiedenen Anbietern im sicheren Apple Chip/System zu speichern und damit einen zentralen Kontrollpunkt im Web zu besetzen, ziemlich fragwürdig.

Andere Softwarehersteller können aus den Fehlern von Apple wohl keinen Vorteil ziehen. Die gesamte Branche ist davon negativ betroffen.

PS Erfahrene Benutzer warten immer einige Wochen bevor sie eine neue Version des Betriebssystem auf ihrem Gerät installieren. Die Gefahren durch Viren u.a. Schadsoftware, die durch die neue Version gebannt werden soll, sind meist kleiner als die durch mitgelieferte „Schadsoftware“ der Hersteller. Bei älteren iPhones wird aber schnell der Speicher knapp, wenn eine neue Version des Betriebssystems von Apple zur Installation in den Speicher geladen wird. Man muss dann das neue Betriebssystem installieren, um Speicher frei zu machen. So hat der APPLE Bug auch den Autor des Blogs erreicht!

Windows 10 Drucker schnell anhalten – Druckausgabe löschen

Drucker HPDie Microsoft Entwickler haben in Windows 10 so manche neue Funktion eingebaut die „Altbenutzer“ nicht so wichtig sind. Dafür sind aber wichtige Funktionen im neuen Design gut versteckt.

Nachdem mehrere Benutzer verzweifelt nach der Funktion zum Anhalten des Druckers in Windows 10 gesucht haben (nachdem sie versehentlich ein PDF Dokument mit 200 Seiten zum Druck geschickt haben obwohl sie nur eine Seite drucken wollten) hier eine kurze Anleitung. Im Web findet man zwar einige Videos zum Thema, die zum Teil mehrere Minuten brauchen bis sie zum Punkt kommen. Dann hat der Drucker schon zig Seiten gedruckt – besonders wenn er nicht am Arbeitsplatz steht.

Zunächst einmal der Weg über den offiziellen Klick Weg:

Windows TasteKlick mit der rechten Maustaste auf das Windows Symbol links unten am Bildschirm. Im PopUp Fenster

Drucker SteuerungDanach erscheint die von den alten Windows Systemen vertraute Systemsteuerung.

In Hardware und Sound

-> Geräte und Drucker anzeigen

Drucker Auswahl-> Drucker mit Doppelklick auswählen

 

 

 -> Druckausgabe anzeigen (*** Tastaturkürzel ***)

Druckaufträge

Druckausgabe – Liste

 

 

 

 

 

 

Jetzt kann man wie gewohnt die Druckausgabe anhalten oder den gesamten Druckauftrag löschen.

Die ganze Prozedur ist  aber immer noch relativ langsam. Schneller geht es, wenn man mit einem Tastaturkürzel direkt auf die Liste der Druckausgabe geht. Hierfür klickt man mit der rechten Maustaste auf das Feld Druckausgabe anzeigen (siehe oben  ***)

Stop Drucker

Stop Drucker

Nun kann man einen Shortcut z.B. auf dem Desktop anlegen. Wesentlich schneller ist man allerdings mit einem Tastaturkürzel z.B.

STRG+ALT+ß

für die Anzeige der Druckaufträge einrichtet (das ß steht bei mir für scharfen Stop!). Dann kann man den Drucker schnell aus jeder Anwendung anhalten indem man die Tasten STRG, ALT, ß gleichzeitig drückt. Das spart Papier und teure Druckertinte! Save a tree

 

 

Netflix läuft jetzt komplett in der Amazon AWS Cloud

Bloe Cloud SkyNetflix ist zur Zeit wohl die Anwendung die am meisten Daten im Internet bewegt. Dafür ist eine weltweit verteilte Daten und Server Infrastruktur notwendig, die zudem sehr unregelmäßig belastet wird. In der Öffentlichkeit ist Amazon meist nur als Internet Plattform für den Handel bekannt. Amazon ist  inzwischen der führende Anbieter von Cloud Services. Netflix ist komplett auf die Cloud Infrastruktur von Amazon umgestiegen und betreibt keine eigenen Server mehr. Die deutsche IT wird auch auf diesem Gebiet abgehängt.

Digitale Infrastruktur Deutschland – alles China oder was

Easybox RouterVodafone konnte die Hardware Probleme, die zu DSL Störungen führten sobald mehrere alte und neue Geräte gleichzeitig auf den Router zugreifen , in mehreren Monaten nicht lösen. Das ist auch nicht weiter verwunderlich. Die Easy Box wird in Taiwan von der Arcadyan Technology Corporation in Taiwan gebaut. Dahin hat Philips seine Netztechnologie verschoben.

Nun habe ich einen Vertrag bei der Telekom abgeschlossen. Der Speedport Router  der Telekom kommt aus China von Huawei, einer Firma die nach Aussage des Telekom Verkäufers sehr auf Qualität achtet und im internationalen Netzwerkgeschäft gut positioniert ist.

Somit wird die gesamte Internet Basistechnologie inklusive Software von chinesischen Firmen kontrolliert. Sowohl Vodafone als auch Telekom haben da wohl wenig zu melden. Unsere Politiker und unser Kartellamt haben offensichtlich keine Probleme damit, dass mit einem einzigen Update die gesamte deutsche Infrastruktur für das Internet lahmgelegt werden könnte.

Nachdem unser Bundestag in einem Anflug von Sachkenntnis, den Anschluss von privaten Routern an die Netze erzwungen hat, habe ich mir in den sauren Apfel gebissen und mir einen Fritzbox Router von der deutschen Firma AVM  für teuer Geld zugelegt in der Hoffnung, dass AVM seine Boards nicht auch bei der chinesischen Konkurrenz kauft oder zumindest die Software selbst erstellt und wartet.

Ein Alptraum – das autonome Auto

Benz AutomobilAnspruch und Wirklichkeit der IT klaffen bei der deutschen Automobilindustrie weit auseinander.

Die deutsche Automobilindustrie fährt zur Zeit eine große Aktion zur Ablenkung ihrer Kunden von den eigentlichen Problemen der Industrie. Für viele Autofahrer wird es immer unattraktiver in stundenlangen Staus in und um die Großstädte zu stehen. Viele längere Fahrten dauern doppelt so lange als die elektronischen Helfer anzeigen. Selbst das modernste Navi kann keine „Schleichwege“ für verstopfte deutsche Autobahnen finden, da es entweder keine Schleichwege gibt oder diese noch schlimmer verstopft sind als die Autobahnen. Selbst im Autoland Deutschland sind nur wenige Kunden bereit für angeblich „grüne“ Autos überhöhte Preise zu bezahlen. Da kommt der Hype um das autonome Automobil gerade recht. Die deutschen Autofreaks sollen plötzlich viel Geld für Zusatzausrüstung in der Oberklasse ausgeben, damit sie nicht mehr rasen können. Auf den Highways in USA ist man dem autonomen Fahren weit näher. Ein einfaches generelles Tempolimit (da braucht man nicht einmal Schilder aufzustellen) reicht aus, um den Verkehr ruhig fließen zu lassen. Wer da ausschert kann leicht vom Hubschrauber identifiziert werden. Hier kann man sich vorstellen, dass man die Fahrt weitgehend automatisieren kann. Autofahren ist in USA anders als in Deutschland kein Abenteuer sondern eine lästige Tätigkeit. In China fährt man in der Oberklasse schon heute autonom – mit Chauffeur.

Die Automatisierung der Steuerung von LKWs ist wohl wenig wirtschaftlich. Die Löhne der LKW Fahrer sind bereits so niedrig (speziell aus dem EU Ausland), dass man eigentlich nicht viel sparen aber viele Arbeitsplätze im Niedriglohnsektor vernichten kann.

Geradezu lebensgefährlich wird es wenn die Bosse der deutschen Autofirmen über digitale Systeme schwadronieren. Das Knowhow für sichere Hardware, Software und Systemmangement ist weder in der Belegschaft noch im Management auf einem Niveau, das beim Kunden Vertrauen in eine neue Technologie schaffen könnte. Der Großkonzern VW ist nicht einmal in der Lage die Software zur Steuerung des Motors (und der Abgase) selbst zu entwickeln. Man ist auf die Hilfe des Zulieferers Bosch angewiesen, der seine Software natürlich ohne Gewähr anliefert. Die Mannschaften der Hersteller, die für die Sicherheit der IT zuständig sind haben allenfalls das Niveau von Junior Hackern erreicht. Das Management hat von systematischer Entwicklung hochzuverlässiger Software und Softwaremanagement wenig oder gar keine Ahnung. Dafür klebt man sich die höheren Manager bei VW die Pläne des 16 Zylinders Bugatti Motors an die Wand. Bei der Hardware sieht es noch viel schlimmer aus. Nur Bosch hat noch eine Hableiterfabrik in der zumindest Sensoren und Komponenten der Leistungselektronik hergestellt werden. Komponenten der Consumer-Elektronik können im Auto in der Regel nicht verwendet werden. Die gesamte Codebasis vom Betriebssystem bis zu den Anwendungen ist für hochzuverlässigen Betrieb in Millionen von Fahrzeugen nicht geeignet. Man verwendet gerne Open Source Code, weil man selbst weder das Knowhow im Hause hat noch die Entwicklung bezahlen will. Es gibt auch keine Konzepte wie hoch komplexe Hardware und Software über die Betriebsdauer des Fahrzeugs gewartet und nachgebessert werden kann. Von den Smartphones und PCs weiß man ja inzwischen daß man mit einem Update zig Millionen von Geräten stören kann.

Fast jeder Autofahrer hat schon die Erfahrung gemacht, dass Fehler gar nicht von der Elektronik und der Software erfasst werden (da lesen wir mal den Bordcomputer aus) oder Fehler durch Update der Software behoben werden müssen. So manches Auto bleibt bereits heute schon wegen der Software zum Teil sogar auf der Autobahn stehen. Selbst Flugzeuge sind heute nicht so zuverlässig, dass sie für automatischen Betrieb geeignet wären. So konnte z.B. die Kanzlerin für ihren Flug nach Indien die offizielle Maschine nicht benutzen – diese war trotz immensem Wartungsaufwand defekt.

Ähnlich wie bei CO2 Verbrauch und Abgasen lässt sich die Politik von den Automobilherstellern benutzen. Schaut man sich das Video von Herrn Bernhard (Daimler LKW) und von Herrn Kretschmann (grüner Ministerpräsident B-W) im autonomen LKW an, kann einem schon Angst werden. Digitale Naive am Steuer von Großunternehmen und Staat sind für die Bürger gefährlich. Zum Glück ist das nur eine PR Aktion um von den Problemen mit den Abgasen abzulenken. Vielleicht sollten sich die Herren einmal mit ein paar LKW Fahrern unterhalten um zu erfahren, welche realen Probleme im Verkehr und bei der Infrastruktur in Deutschland vorrangig gelöst werden müssen.

 

 

Mobile Infrastruktur Deutschland – viel heiße Luft

HausBundeskanzlerin Merkel veranstaltet immer wieder IT-Gipfeltreffen bei denen die einschlägige Industrie und die Politik sich gegenseitig versichern, dass Deutschlands digitale Infrastruktur Spitze sei. Da man aber versäumt auf den IT Gipfeln auch Sendemasten aufzustellen, sieht es in der Realität in Deutschland eher bescheiden aus.  Inzwischen hat es sich bereits herumgesprochen, dass Deutschlands Kabelnetz hoffnungslos veraltet ist. Man findet kaum Glasfasernetze für Bürger in Deutschland. Führend sind Litauen und Schweden, sogar Russland liegt weit vor Deutschland, das sich auch der Ukraine geschlagen geben muss. Besonders schlecht sieht es im Hightech Ländle Baden-Württemberg aus, das seinen Bürgern demnächst wenigstens mit Leitungen für 50 Mbit (/sec wird meist vergessen) versorgen will. Die Bürger sollten sich einmal von ihren Politikern erklären lassen, wie sie denn an der schönen neuen Cloud-Welt mit so langsamen Leitungen teilnehmen können.

Da man ein vernünftiges Kabelnetz nicht finanzieren will, versuchen die Lobbyisten das mobile Netz mit LTE (4G) als Lösung zu verkaufen. LTE ist speziell für die Anbieter interessant, die kein eigenes Kabelnetz haben (Vodafone, E-Plus, O2). Theoretisch kann man mit LTE in Städten 100 bis 150 MBit/sec Datenrate erreichen. Die LTE Technik hat aber viele Tücken (gute Einführung)  u.a. kann man ein deutsches LTE Gerät in USA nicht nutzen. Die vier deutschen Anbieter Telekom, Vodafone, E-Plus und O2 nutzen unterschiedliche Frequenzbereiche und sind nicht voll kompatibel. Bei stärkerer Nutzung geht die Bandbreite/Benutzer sehr schnell zurück. Natürlich wird LTE in Deutschland nicht flächendeckend verfügbar sein. Die armen Leute auf dem Land müssen sich mit dem 3G Netz (GPRS) oder sogar nur mit dem 2G Netz (E)  begnügen. Die Anbieter bieten Karten an, auf denen man sehen kann, welche Dienste, wo verfügbar sind (Übersicht zur Netzabdeckung).

Bandbreite vor Ort

Netzabdeckung ländlicher Raum

Das Beispiel zeigt einen zentrumsnahen, ländlichen Raum, in dem großflächig eigentlich nur die simple Telefonie (E / 2G) funktioniert. Selbst wenn auf der Karte 3G(UMTS) als verfügbar angezeigt wird, heißt das noch lange noch nicht, dass UMTS auch tatsächlich verfügbar ist. In meinem Haus hatte ich früher guten UMTS Empfang (das war meine BackUp Lösung für unzuverlässigen Kabelempfang). Nun wurde aber offensichtlich in meiner Umgebung eine Sendeantenne abgebaut und ich habe keinen UMTS Empfang mehr, obwohl ich laut Karte von Vodafone UMTS Empfang haben sollte. Auf meine Klage wurde ich von der Vodafone Kundenbetreuung gebeten, doch die AGBs durchzulesen. Dort steht ausdrücklich, dass der Empfang nicht an allen Orten garantiert ist. Es gibt keine Service-Level-Vereinbarung zwischen dem Kunden und dem Mobilfunkanbieter ob und wie gut die Abdeckung und die Datenrate ist.

Die Kunden, die vorab auf LTE umsteigen wollen, weil die Kabelverbindung zu schlecht ist, sollten sich dessen bewußt sein. Wahrscheinlich ist der LTE Empfang und die erreichbare Datenrate am Anfang für die Kunden recht gut. Sobald aber die Nachbarn auch das System nutzen wollen wird es schnell eng. Vor Störsendern (Jammer), die den Funkverkehr komplett stören können brauchen die Deutschen keine Angst haben – die Bundesnetzagentur hat den Verkauf und Betrieb von Störsendern in Deutschland verboten!

Je mehr Kunden LTE nutzen, desto geringer ist der Druck auf die Netzwerkanbieter endlich Glasfasernetze bis in die Häuser auszubauen. Die Kunden können sich nur damit trösten, daß es auf Deutschlands Straßen noch mehr Schlaglöcher gibt als auf den Datenleitungen und der Transport der Daten auf Festplatten und USB Sticks mit dem Auto damit auch nicht wirklich bequem ist.

WLAN (Wifi) Chaos mit Störungen im Haus

WLAN Access Point

WLAN Access Point

Ursprünglich war WLAN eine recht einfache Erweiterung des Kabel-Ethernets. Die Installation war problemlos. Man musste eigentlich nur ein Kabel an den Access Point/Router anschließen, einige Parameter für Betriebsart und Sicherheit am PC eingeben und schon hatte man WLAN im Haus. Die Geräte hatten noch richtige Antennen für 2.4 Ghz, die man so ausrichten konnte, dass man z.B. in einem Einfamilienhaus überall Empfang hatte (notfalls konnte man noch spezielle externe Antennen anschließen).  Nach und nach kamen mehr Geräte in den Haushalt. Typisch findet man heute mehrere Laptops, Smartphones und Tablets, die über das WLAN ans Internet gehen. Fortschrittliche Benutzer steuern bereits Rolläden, Gartenbewässerung u.a.  mit ihrem Smartphone – das erfordert unbedingt Zuverlässigkeit, die mit den bisherigen Geräten auch ganz gut erreicht wurde. Die Geräte arbeiten mit dem 2.4 Ghz Band im WLAN Modus Mixed 802 11 b/g und mit WPA und WPA2 Security. In der Stadt kann man heute häufig bis zu 20 Netze in der Umgebung erkennen, die zum Teil für Onlinemusik und -fernsehen genutzt werden und damit das eigene WLAN stören können. Nun kommen aber Multimediageräte und -anwendungen sowie Video-Spielkonsolen hinzu, die die vorhandenen WLAN Netze schnell überlasten können.

Easybox RouterDie neuen WLAN Router arbeiten deshalb zusätzlich im 5 Ghz Band. Damit kann man auch lokal Daten z.B. vom Laptop oder Videorekorder zum Fernseher übertragen. Auf der IFA 2015 werden hunderte von Anwendungen gezeigt, die schnelle 5 Ghz WLAN Verbindungen mit dem Standard 802 11n nutzen. Die neuen Router von Telekom (Fritzbox), Vodafone(Easybox) unterstützen diesen Standards auch. Der Benutzer erwartet aber, dass auch ältere Geräte in einem gemeinsamen WLAN benutzen werden können.

Konfiguriert man ein WLAN aber nach den Empfehlungen seines Internet Providers stellt man fest, dass viele Geräte gar nicht an das WLAN angeschlossen werden können und häufig Störungen auftreten. Stellt man die Parameter z.B nach den Empfehlungen von Apple ein, funktionieren andere WLAN Geräte (und häufig auch die Apple Geräte sobald andere Geräte das WLAN nutzen) nicht. Die Geräte verlieren kurzzeitig die Internetverbindung und müssen vom Benutzer mit Tricks wieder an das Internet angebracht werden. In manchen Foren wird empfohlen kurz den Flugmodus aus- und wieder anzuschalten (anstatt laut gegen diese Zumutung zu protestieren). Die Probleme treten bei iPhone und Android Geräten und den üblichen Routern (Fritzbox/Telekom, Easybox/Vodafone) und unabhängig vom Internet Provider auf. In den Foren werden viele Lösungen für das Problem vorgeschlagen, die wie üblich von völlig sinnlos bis hilfreich im Einzelfall reichen. Da seit Monaten weder die Hersteller vom Smartphones noch die Hersteller der Router das Problem lösen können, scheint es sich um ein Hardwareproblem im WLAN Chipset (oder um einen Fehler in der Protokoll Spezifikation/Implementierung) zu handeln. Die WLAN Chips versuchen dauernd den Empfang zu optimieren indem sie auf andere Kanaäle schalten, was dann aber ab und zu nicht funktioniert. Als Nebeneffekt entlädt sich der Akku des Gerätes schneller, da die WLAN Chips mehr Strom benötigen und sich dann erhitzen. Ganz Schlaue haben herausgefunden, dass die Störungen geringer werden wenn man das Gerät in den Kühlschrank legt!

In meiner Installation mit 3 Laptops (Lenovo, IBM), mehreren Smartphones und Tablets(iPhone, Android) und einem  Easybox Router von Vodafone gibt es keine Einstellung der WLAN Parameter bei denen die Geräte ohne intermittierende Fehler arbeiten. Auch die Trennung der alten Geräte auf 2.4 Ghz und der neuen Geräte auf 5 GHz funktioniert nicht, da sich beim Easybox Router die WLAN Parameter nicht völlig unabhängig einstellen lassen. Da eine Lösung des Problems nicht in Sicht ist, empfiehlt sich das Problem mit einem (oder mehreren) WLAN Access-Point zu lösen. Man schließt den WLAN Access-Point an eine vorhandene Ethernet Dose an und konfiguiert ein neues WLAN so, dass alle Geräte damit betrieben werden können. Ich verwende dazu einen Linksys Adapter (2.4 Ghz Baujahr 2003 !). Man kann aber auch einen einfachen Access-Point (z.B. von Edimax für ca 30 €) dafür verwenden. Das hat den zusätzlichen Vorteil, dass man den Router optimal im Haus z.B. im ersten Stock platzieren kann. Hat man dort keinen Ethernetanschluss, kann man über die Steckdose ein PowerLAN nutzen. Die Geschwindigkeit ist in diesem WLAN nicht so wichtig, da der Internetanschluss die Geschwindigkeit sowieso begrenzt. Wichtig ist hier die Zuverlässigkeit. Diese Lösung arbeitet in meinem Haus ohne intermittierende WLAN Störungen (vorausgesetzt der Internet Provider bietet einen störungsfreien Internet Anschluss!). Den „offiziellen“ Router z.B. Fritzbox oder Easybox kann man dann für die schnellen 5 Ghz Verbindungen zwischen den Geräten (PC, Photo, Video, Fernseher usw) nutzen.

PS in der schönen neuen „Cloud Welt“ gibt es einen von Apple initiierten Trend „ist ja alles so easy“. Man versucht den Kunden anders als z.B bei den älteren Versionen von Windows von allen internen Problemen abzuschirmen. Microsoft versucht das mit Windows 10 auch! Das ist sehr benutzerfreundlich wenn System und Anwendungen fehlerfrei funktionieren. Im Problemfall ist der Kunde dann aber völlig hilflos. Er kann weder Analysedaten für Experten erstellen noch von Experten erarbeitete Lösungen in seinem System anwenden. Benutzerfreundliche Systeme sollten einen Experten Modus und einen Satz von Werkzeugen für die Analyse und die Korrektur von Problemen haben. Von den Helpdesks der Hersteller ist wenig Hilfe zu erwarten. Ihre Hauptfunktion ist es, Probleme zu leugnen, damit die Kunden keine Forderung nach Gerätetausch (der in diesem Fall nichts bringt) oder Schadenersatz stellen können.

 

Vodafone DSL Störung – Chaos Tage bei Vodafone

Router

Gute Nachricht: Internet funktioniert nach 10 Tagen wieder!

Ich bin seit Jahren zufriedener Kunde bei Vodafone sow0hl für Mobilfunk als auch für das Festnetz mit Sprache und DSL Es traten zwar immer kleinere Störungen auf, die sich aber mit einem Reset des Routers oder einigen Tagen Wartezeit lösen ließen. Ab dem 10.8.201 traten aber massive Probleme auf. Das Telefon funktionierte. DSL funktionierte nur kurze Zeit bei geringen Datenmengen, der Sprachanschluss war OK. Download von Daten > 10 Mbyte oder Updates von iPhone Apps waren nicht mehr möglich. Nun ist meine private IT so aufgebaut, dass ich die wichtigsten Funktionen im Notfall oder  auch vom iPhone ausführen kann. Leider hat Vodafone beim Abriss eines Bürohochhauses in meiner Nähe eine wichtige Antenne abgebaut. Seither gibt es in meinem Haus keinen 3G Empfang mehr – auch das E-Netz ist so schwach, dass ich in einigen Räumen keinen Telefonempfang habe. Damit wird man schnell ziemlich einsam in der Cloud.

Da mein Telefon noch funktionierte, konnte ich den Vodafone Service unter der Nummer 0800 505 4484 anrufen. Nach der üblichen Musikeinspielung erreichte ich tatsächlich eine freundliche Mitarbeiterin, die für ihren Job recht gut geschult war. Positiv ist, dass alle Mitarbeiter mit denen ich in der Folgezeit telefonieren durfte sehr freundlich und hilfsbereit waren – auch die Wartezeiten waren noch erträglich. Allerdings arbeiten die Servicemitarbeiter im Vodafone System, das offensichtlich die aktuellen Kundenprobleme nicht immer lösen kann. Die Odyssee im Vodafone Imperium lief nun wie folgt ab: vor jeder Aktion steht die Identifikation dafür muss man zunächst anrufen, etwas Musik hören und sich dann z.B. mit der Kundennummer oder der Festnetznummer identifizieren. Auf die Idee, den Kunden bei wiederholten Anrufen anhand der Telefonnummer zu identifizieren und ihn mit einen kompetenten Mitarbeiter zu verbinden, ist man bei Vodafone noch nicht gekommen. Ohne ein solches System erreicht man immer wieder neue Service Mitarbeiter, denen man die Lage neu erklären muss. Die Einträge im Service System entsprechen häufig nicht der Lage vor Ort.

  1. Identifikation + zunächst wird man aufgefordert  am Router POWER  ON RESET mit dem Netzschalter auszuführen und danach wieder anzurufen, falls die Störung nicht behoben ist. Der Hinweis, dass man das bereits 10x erfolglos gemacht hat, wird nicht akzeptiert. Ebenso wird der Hinweis, dass es sich wahrscheinlich um ein Softwareproblem bei Vodafone, handelt nicht angenommen.
  2. Identifikation +  nächste Störungsmeldung.Nun wird mir der Rückruf eines technischen Experten angeboten (der Kunde ist ja zunächst immer schuld), der meine Einstellungen am iPhone überprüfen möchte. Da man dabei das iPhone mehrmals neu starten muss braucht man ein zweites Handy, weil beim Restart ja die diPhone Telefonverbindung abbricht. Da das verwendete Prepaid Handy ein geringes Guthaben hat, muss ich die Prozedur etwas abkürzen. Da die iPhone Einstellungen alle korrekt sind, soll ich zunächst prüfen ob DSL/Wlan funktioniert – Ende des Gesprächs. Die Verbindung funktioniert nicht was zu erwarten war – man hat ja nichts geändert.
  3. Identifikation + Meldung, dass Fehler nicht behoben ist. Nun besteht der Service Mitarbeiter darauf, dass ich einen Reset auf die Fabrikeinstellungen mache und Vodafone neuen Microcode für den Router schickt.  Resultat – Download ist nicht möglich, da mein Router EasyBox 800 noch von ARCOR geliefert wurde und offensichtlich nicht mehr unterstützt wird. Jetzt geht auch mein Telefon nicht mehr.
  4. Idenifikation + Fehlermeldung. Nun wird vermutet, dass die Leitung defekt ist. Für die physikalische Leitung ist aber die Telekom zuständig. Ein Mitarbeiter der Telekom wird in etwa 7 Tagen auftauchen und die Leitung vermessen. Mit einigen Klageanrufen erscheint der Telekom Mitarbeiter tatsächlich nach 5 Tagen  zur vereinbarten Zeit, dabei muss man sich natürlich nach dem Zeitplan des Telekom Subkontraktors richten und eventuell einen Tag Urlaub spendieren.
  5. Der Telekom Mitarbeiter (sehr freundlich) misst die Leitung und stellt fest, dass die Leitung OK ist.
  6. Identifikation + Fehlermeldung. Nun ist Vodafone bereit, mir einen neuen Router Easybox 904 zu schicken, der tatsächlich nach 5 Tagen mit GLS ankommt. Der nette GSL Mitarbeiter will aber den alten Router gleich mitnehmen. Zum Glück habe ich alle meine Kabel ordentlich beschriftet. Ein Sprachkabel passt aber nicht.
  7. Versuch den neuen Router zu starten. Der Download klappt auch aber der alte Modem Installationscode funktioniert nicht.
  8. Identifikation + Fehlermeldung. Ein freundlicher Vodafone Mitarbeiter veranlasst unbürokratisch die Erstellung einen neuen Installationcodes. Dieser wird nach einiger Zeit auch per SMS  geschickt.
  9. Vodafone schickt mir eine Message, dass das Problem jetzt erfolgreich geschlossen wurde und bedankt sich freundlich für meine Geduld.
  10. Kurze Zeit funktioniert mein DSL nun, sobald aber eine größere Datenmenge z.B. für den Update der iPhone Apps zeigt das System wieder die alten Symptome.
  11. Die Netzanalyse zeigt, dass die Geschwindigkeit des Netzes voll den Spezifikationen entspricht – das ist auch nicht selbstverständlich. Die Datenübertragung bricht aber bei Datenmengen zwischen 6 MB und maximal 20 MByte wegen intermittierender Störungen immer wieder ab. Downloads zum PC oder zum iPhone sind nicht möglich. Die DSL Verbindung zum iPhone bricht immer wieder ab. (Kurzzeitig kann man ein paar Bytes übertragen wenn man in den Flugmodus und wieder zurück schaltet). Das ist ein typisches Verhalten von Software die mit dem Management der Datenbuffer nicht klar kommt.
  12. Identifikation – Verzweiflungsmeldung. Die freundliche Service Mitarbeiterin ist aber ausnahmsweise bereit mal nachzusehen ob im Raum Stuttgart Service arbeiten am Netz durchgeführt werden. Sie hat aber keinen Zugriff auf das System und muss einen Kollegen bitten, mal nachzuschauen. Sobald das Problem gelöst ist, will sie mir eine Nachricht schicken. Die Nachricht ist natürlich noch nicht angekommen. Bei der Analyse der eigenen IP Adresse erkennt man, dass mein Vodafone Pool Server jetzt in Ingolstadt steht und nicht wie gewohnt bei Ludwigsburg. Offensichtlich wird in Ludwigsburg umgebaut und der Datenverkehr wird über den Server in Ingolstadt abgewickelt. Da sicher auch noch mehrere Vodafone Knoten in der Ferienzeit umgebaut werden, kommt es offensichtlich zu Überlastung und Störungen. Helfen kann hier nur Geduld oder die fristlose Kündigung per Brief und der Wechsel des Providers.
  13. Erfolg Vodafone hat inzwischen (nach etwa 10 Tagen) die Probleme auf der Server Seite irgendwie gelöst. Übertragung von 4 Gbyte funktioniert jetzt wieder. Intermittierende Übertragungsfehler treten jetzt nicht mehr auf. Viel Ärger hätte man sich allerdings ersparen können, wenn die Arbeiten am Netzwerk angekündigt worden wären. Positiv ist, dass ich jetzt einen modernen Router habe, der auch mit Updates versorgt wird. Wer noch einen alten Router hat und mehrere Geräte anschließen möchte, sollte den Austausch veranlassen.

Schaut man sich im Internet um, so sieht man das Vodafone zur Zeit im Raum Stuttgart und in anderen Großstädten massive Probleme, der oben beschriebenen Art hat. Es wird wohl noch einige Wochen dauern bis die Probleme von Vodafone mit seiner ineffizienten Management Struktur gelöst werden können. Wohl dem der einen Nachbarn mit Gastzugang hat, der z.B. bei Telekom ist. Wahrscheinlich wird ihn er Umbau im neuen deutschen Netz auch bald treffen.

Zur Ehrenrettung von Vodafone muss man allerdings erwähnen, dass intermittierende Störungen der Internetverbindung ein sehr komplexes Problem sind. Schaut man sich den Datentransfer vom Server zum mit Ethernet angeschlossenen PC an, so sieht man das der Transfer eigentlich mit der erwarteten Geschwindigkeit erfolgt. Die Übertragung wird aber immer wieder unterbrochen. Die Ursache hierfür liegt meist beim eigenen PC z.B. wenn die CPU stark belastet wird oder Hintergrundprozesse mit Datentransfer z.B. für Update des Betriebssystem automatisch ablaufen. Die Unterbrechungen können aber auch durch den Server und durch Überlastung des Netzes verursacht werden. Die Download Funktion des Betriebssystem kann Unterbrechungen abfangen – irgendwo ist dann aber Schluss. Da moderne Betriebssysteme dem Benutzer keine einfache Möglichkeit geben, die Fehlerursache zu finden (bei Windows 10 wird es noch schlimmer), beklagt er sich natürlich bei seinem Internet Anbieter. Der versteht sich aber leider immer noch als Anbieter einer Leitung und nicht als Anbieter einer Dienstleistung „Zugang zum Internet“ mit einer Expertengruppe, die solche Fehler erklärt und dem Benutzer Hilfen anbietet. Erfahrene Benutzer können  in Internet Foren (bei kniffligen Problemen vorwiegend in USA) Hilfe suchen. Der „normale“ Internet Benutzer ist aber hilflos und kann nur abwarten bis das Problem irgendwann einmal gelöst wird. Im Moment sind nur wenige Benutzer von dem Problem betroffen. Sobald aber mehrere Benutzer und datenintensive Anwendungen wie Spiele, Fernsehen usw den Internetanschluss belasten wird der Unmut der Kunden auch die Chefetagen der Internet Provider erreichen.

Inzwischen wird den Benutzern anders als den Politikern in Deutschland wohl klar, daß zu einer funktionieren IT Infrastruktur nicht nur ein paar Glasfasern gehören.

PS Auf meine Klage der mangelnden 3G Verbindung (mitten in der Stadt) machte mich eine freundliche Vodafone Mitarbeiterin darauf aufmerksam, dass in den Mobilfunk AGBs  Garantien weder für Verfügbarkeit noch Geschwindigkeit gegeben werden (das gilt auch für DSL). Das sollten sich unsere Verbraucherschützer einmal ansehen, da die Gebühren offensichtlich ohne Leistungsgarantie erhoben werden. Ein faires Service Level Agreement mit dem Kunden muss anders aussehen.