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Die nächste WUMMS Pleite – Laptops für die Schulen

Geld löst nicht alle Probleme

Unsere naiven Politiker versuchen mit sinnlosen Geldausgaben alle Probleme zu lösen. Da sie selbst und ihre leitenden Mitarbeiter wenig Sachkenntnisse haben, holen sie sich Lobby hörige Berater ins Haus, die ihnen teure und unsinnige Ratschläge erteilen. Ein schönes Beispiel ist da die Corona-Warn-App die mehr Probleme als Problemlösungen gebracht hat. Vielleicht hat Minister Spahn und seine Mannen dabei etwas gelernt.

Das nächste Desaster wird gerade gestartet. Jetzt sollen Schulen plötzlich viel Geld erhalten mit dem sie freihändig Laptops und/oder Tablets beschaffen sollen. Das Geld muss schnell raus um die chinesische Wirtschaft anzukurbeln. Dabei haben die Politiker offensichtlich nicht bedacht daß

  • Software und Lernmethoden nicht beliebig auf PCs, Tablets und Smartphones betrieben werden können. Betriebssysteme und Infrastruktur (Apple, Google, Microsoft) spielen offensichtlich keine Rolle. PC basierte Software braucht zwingend einen Drucker und einen schnellen Internetanschluss. Wer übernimmt die laufenden Kosten?
  • Es gibt keine Pläne und Vorgaben welches Betriebssystem und welche Software auf den Geräten laufen soll. Wer bezahlt die Software und die notwendige Pflege. Durch die Delegation der Verantwortung für die Beschaffung an die Schulen hat man das Problem mit der Ausschreibung elegant vermieden. Jeder macht was er will!
  • Die vorhandene Infrastruktur in Ministerien und Schulverwaltung ist nicht geeignet hunderttausende von Schülern und Lehrern zu unterstützen. Die geplante zentrale Verwaltung und Kontrolle der Hardware und Software der Schul-PCs kann nur im Desaster enden. Man stelle sich vor wie die Verwaltung vieler unterschiedlicher Geräte z.B. vom Lieblingslieferanten, der Deutschen Telekom, organisiert und geleistet wird. Der gesamte Schulbetrieb würde in kürzester Zeit zum erliegen kommen.
  • In großen Industriebetrieben hat man das Konzept der „verwalteten Geräte“ längst aufgegeben. Man verfolgt das Bring Your Own Device Konzept. Die Mitarbeiter haben persönliche Geräte mit denen sie über Browser oder Firmen-Apps arbeiten. Das wichtigste Gerät der Schüler ist das persönliche Smartphone. Das kommt bei der Laptop Initiative gar nicht vor.
  • Mit der naiven Ideologie vom Deutschen Datenschutz wird man die benötigten offenen, kooperativen Systeme an den Schulen nicht betreiben können(Beweis: die Corona-Warn-App, sicher aber wenig nützlich!)
  • Die vielen interaktiven Lehr- und Lernangebote, die es heute bereits für Smartphones gibt, kann man mit PCs und meist auch nicht mit Laptops nutzen.

Was sollte man tun?

  • Alle Systeme für die Schule müssen als Cloud Anwendung mit Browser oder App Benutzerschnittstellen auf diversen Geräten lauffähig sein.
  • Eine offene Infrastruktur für die Administration inklusive einer Zero Trust Sicherheitsinfrastruktur muss aufgebaut werden. Grundlage muss dabei eine Bürger-Smartcard z.B. Personalausweis+ sein, die mit Smartphones und PCs gelesen werden kann. Hierfür müssen Apple, Google, Huawei und Co eine offene Schnittstelle bereit stellen. Es ist nicht akzeptabel, daß Adressierung, Identifikation und Autorisierung an die Hersteller der proprietären Betriebssysteme ausgelagert werden.
  • Man muss mit den bösen, großen Apple, Google, Huawei und Microsoft zusammenarbeiten und notwendige offene Schnittstellen per Gesetz vorschreiben. Was bei Gurken funktioniert kann man auch bei Smartphones machen!

So etwas geht sicher nicht von heute auf morgen. Ohne realistische Ziele geht aber wohl gar nichts. Es gibt aber weltweit genügend Systeme von denen man bewährte Lösungen übernehmen kann. Am deutschen Wesen wird die Welt wohl nicht genesen.

Zero Trust Sicherheit mit unabhängiger Smartcard und Smartphone Leser

Neue Ideen für die Schule

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Corona-Warn-App anonym – ja aber die Prozesse nicht

Die deutschen Datenschützer sind mal wieder ganz stolz, daß in der deutschen Corona-Warn-App der Datenschutz an vorderster Stelle steht. Dabei ist das völliger Unsinn, da für die Zulassung zum Test, der Test selbst und die Übermittlung der Ergebnisse natürlich auf Personen bezogen sein müssen.

Für die App wird für die Corona-Warn-App folgendes Szenario angenommen: Bei Verdacht auf eine Covint Infektion kontaktiert der Patient seinen Hausarzt und erhält eine Überweisung zu einem Testlabor seiner Wahl. Dort läßt er sich testen und kann typisch nach zwei Tagen das Ergebnis mit einem QR Code oder am Telefon über eine ID Nummer abrufen. Das geht alles ganz schnell. Soweit die Theorie. In der Praxis sieht es aber zumindest in meinem Landkreis ganz anders aus. Information des Gesundheitsamts:

INFOS ZUM CORONAVIRUS

Ab sofort gilt für Verdachtsfälle die Telefonnummer 07031 / 663 3500, die Erkrankte und Ärzte wählen sollen, wenn sie eine Ansteckung mit dem Corona-Virus vermuten. Das Telefon ist Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr und Samstag bis Sonntag von 8 bis 12 Uhr besetzt. Für hörbehinderte und gehörlose Menschen gibt es die Möglichkeit per E-Mail Kontakt aufzunehmen:

Ruft man unter der Nummer an, so meldet sich ein freundlicher Mitarbeiter des Landratsamt, der keine Call Center Schulung erhalten hat. Er nimmt Namen und Adresse des Anrufenden (ohne Prüfung) auf und rät den Hausarzt zu konsultieren. Typisch für die Behörden fehlt auf den Web-Seiten ein Datum (wann ist ab sofort?), eine Identifikation Nr. und ein Ablaufdatum für das Dokument. Im Web gibt es unzählige Hinweise von Bund, Land, Kreis, Stadt, Zeitungen usw, die nicht koordiniert sind.

Meist wird geraten den Hausarzt direkt zu kontaktieren! Wohl dem der noch einen Hausarzt hat. Den offiziellen Weg über das Gesundheitsamt kennen nur wenige. Der übliche Weg bei Corona Verdacht:

  • Bei Verdacht auf eine Infektion kontaktiert der Patient die Praxis des Hausarztes und bittet um einen Test. Dafür müsste der Patient aber vom Arzt untersucht werden (“Die Diagnose stellt der Arzt und nicht der Patient”). Da der Arzt den Covint Verdächtigen nicht haben will, stellt der Arzt die Diagnose am Telefon. Das kann er ja neuerdings abrechnen! Trotzdem muss der Patient in die Praxis, da der Arzt für die Ausstellung des Rezepts die Gesundheitskarte braucht. Ausnahmsweise kann eine “Vertrauensperson” das Rezept mit der Gesundheitskarte des Patienten abholen. Ist keine Vertrauensperson verfügbar, kann man bei meinem Hausarzt auch an der Eingangstür klingeln, die Sprechstundenhilfe nimmt die Karte und liefert nach ca 15 Minuten einen Zettel für das Gesundheitsamt und ein Rezept für einen Covint Test. Das Rezept enthält nicht den Namen eines Testlabors!
  • Mit dem Zettel für das Gesundheitsamt kann man nun beim Gesundheitsamt anrufen und erhält vom Gesundheitsamt den Namen des Testlabors und einen Termin. Der Name des Labors wird vom Gesundheitsamt meines Landkreises in der Öffentlichkeit “geheim” gehalten, da sonst Patienten “unkontrolliert” zum Test rennen (so der Landrat).
  • Fährt man nun mit dem Auto zum Test, wird man in der Nähe keinen Parkplatz finden. Eine kleiner Fußmarsch im Regen ist für Patienten mit Fieber gut für die Abhärtung. Die meisten Patienten kommen mindestens 30 Minuten vor ihrem Termin und stehen dann im Freien im Regen. Der eigentliche Test ist in zwei Minuten erledigt. Auf dem Test Röhrchen steht natürlich der Name und hoffentlich die Nummer der Gesundheitskarte des Patienten.
  • Hat man einen Termin am Freitagnachmittag, sind die Ärzte, die die Proben untersuchen meist schon im Wochenende und man kann Ergebnisse allenfalls am Montagnachmittag erwarten. Das Ergebnis wird nicht an den Patienten sondern elektronisch an den behandelnden Arzt übermittelt. Ist der zufällig im Urlaub hat man Pech gehabt. Aus Gründen des Datenschutzes kann der Vertreter des Hausarztes die Daten nicht lesen.
  • Irgendwann erfährt dann der Patient ob der Corona Test positiv oder negativ war.
  • Ist der Test positiv, benachrichtigt der Arzt das Gesundheitsamt. Dieses benachrichtigt das örtliche Ordungsamt oder die Polizei, damit man das 14 tägige Quarantäne Gebot kontrollieren kann.
  • Ihr Hausarzt will und kann mangels professioneller Schutzausrüstung Sie nicht mehr in der Praxis sehen.

Nun kann der stolze Besitzer eines Smartphones mit Corona-Warn-App melden, daß er infiziert ist. Das geht recht sicher mit dem QR Code des Testlabors oder per Telefon recht unsicher. Nun werden eventuell ihre Kontakte und Unbekannte gewarnt, daß sie in der Nähe einer Corona Positiv getesteten Person waren. Da möchten sie sich auch testen lassen. Solange sie aber keine Symptome zeigen wird der Arzt aber wahrscheinlich keine Rezept für einen Test ausstellen. Die Praxen sind sowieso schon voll von Apotheken Umschau Lesern und Hypochondern.

Bevor Sie den Bescheid Ihres Tests erhalten weiß Google schon längst, dass Sie Corona Positiv getestet wurden. Wer sonst würde schon vier Stunden nach Auswirkungen einer Covint Erkrankung googeln.

Natürlich ist alles anonym.

Die Corona-Warn-App Entwickler haben den typischen Anfänger Fehler bei der Software Entwicklung gemacht. Sie haben die Anforderungen von einem unerfahrenen Auftraggeber(n) eingeholt und haben sich in IT spezifischen Problemen verloren. Offensichtlich hat man nicht mit betroffenen Patienten, Ärzten, Behörden und deren Mitarbeitern gesprochen und deren Prozesse analysiert. Die Ziele der Entwicklung und kritische Erfolgsfaktoren wurden ungenau definiert. Es gibt auch keine definierten Parameter und Messungen für die Qualitätskontrolle des gesamten Systems.

Corona-Warn-App on GitHub