Illegale Anrufe – DSGVO Verschlimmbesserung

Hacker

Unbekannte Identität

In der guten alten DSGVO-Vorzeit erhielt ich relativ wenig illegale Anrufe. Mit einigem Geschick konnten Datensammler aus Veröffentlichungen und anderen externen Quellen sowie von legalen Datenhändlern meine Telefonnummer erfahren. Eine einfache globale Suche im Web brachte aber nicht meine private Telefonnummer.

Mit den DSGVO Regeln muss ich jetzt aber meine Telefonnummer bei der Domain Registrierung und im Impressum von Websites und Blogs angeben.

In letzter Zeit sieht man, dass viele Suchmaschinen gezielt die Impressum Seiten nach Adressen und Telefonnummern absuchen. Damit sind meine privaten Daten in der Public Domain. Jetzt sind sie von meinem Zugriff geschützt!!! Sieg für die DSGVO.

Typisch erhält das Telefonopfer zuerst eine Spam-Email mit einer Fake-Absender Email Adresse. Kurz darauf ruft ein Sprachcomputer mit relativ guter deutscher Sprachqualität an. Zunächst wird man darauf hingewiesen, dass man bereits eine Email erhalten habe – dadurch ist der Anruf nach DSGVO Regeln zulässig!

Nun wird nach Passwörtern, Kontonummern usw gefragt und zum Besuch von Webseiten oder zum Laden von Email Anhängen aufgefordert.

Als Nummer des Anrufs werden deutsche Rufnummern (gerne von vertrauenswürdigen Ärzten) gezeigt, die häufig geändert werden. Hierfür besorgen sich die Störer ganze Bereiche von Telefonnummern z.B. von Telekom. Damit kann man  Nummer des anrufenden schnell und einfach wechseln und Sperren, die Benutzer für ärgerliche Anrufe einrichten, sind wirkungslos. Über Internet Telephonie rufen die Gauner aus aller Welt dann einen Server oder gehackten Router in Deutschland an, der das Gespräch zur Zielperson aufbaut.

Ursprünglich waren die von der Telekom vergebenen Rufnummern dafür gedacht, dass der Telefon-Service ausländischer Firmen über das deutsche Festnetz erreicht werden kann ohne Gebühren für ein Gespräch ins Ausland bezahlen zu müssen.

Die Telekom scheint sich aber um die missbräuchliche Nutzung ihrer Dienste nicht zu kümmern – Hauptsache es kommt Geld in die Firmenkasse!

Wehren kann man sich als Benutzer gegen die Telefonstörer nicht. Nach kurzer Zeit landen die Telefonnummern und Adressen bei den Datenhändlern, die persönliche Daten völlig legal an Hinz und Kunz verkaufen können. Da die Datenhändler die persönlichen Daten für ihr Geschäftsmodell brauchen ist der Verkauf gemäss DSGVO völlig legal. Da haben einige Lobbyisten bei der EU wohl einen guten Job gemacht.

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