Open Source Portal uPortal anstatt Facebook

Allenthalben wird über das Monopol von Facebook gejammert aber kaum jemand weiss, dass es speziell für Universitäten und Schulen durchaus Alternativen gibt. Universitäten in USA, Canada, Frankreich und anderen Ländern (ausser Deutschland) haben seit 2000 ein auf JAVA und der Open Source Plattform Aprereo basierendes Portal entwickelt, das an vielen Universitäten und Schulen verwendet und gemeinsam entwickelt wird. Der uPortal Server kann heruntergeladen und kostenfrei installiert werden. Tausende Schulen in Canada verwenden das uPortal. Die uPortal Community sorgt für geordnete Entwicklung, Release, Administration und Update Management. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu den vielen Einzelaktivitäten, die meist kurze Zeit nach der Entwicklung wieder aufgegeben werden.

uPortal verwendet Java, JSIG Portlet Standards JSR-168 / JSR-268 , die ursprünglich im IBM Labor Böblingen entwickelt und heute gewartet werden. Die JSr/JASIG Portlets werden u.a. beim IBM Websphere Portal, JBoss, Liferay u.a. eingesetzt und sind im Moment der beste Kandidat für den offenen Portal Standard.  Die proprietären Portlets von Microsoft (Sharepoint), SAP oder GOOGLE sind wohl  keine Kandidaten für einen Open Source Standard.

Die deutschen Universitäten und die Kultusministerien beteiligen sich bei Open Source Aktivitäten natürlich nicht und machen sich lieber abhängig von Facebook und Co.

Allerdings gibt es inzwischen kleine deutsche IT Firmen, die uPortal als Plattform z.B. für Vereine oder für Dokument Workflow anbieten.

Die uPortal Community entwickelt eine uPortal für Smartphones Version.

Eine interessante Anwendung ist z.B. die UPortal Telefonzentrale für IPhones mit der man über das Web weltweit kostenlos telefonieren  UPortal for iPhone

Die Universitäten haben eine grosse Zahl von spezifischen Anwendungen für Administration und Lehre entwickelt.

Beispiele:

University of California (YouTube)

Yale University (Vimeo)

 

Langfristige uPortal Strategie: WordPress Plattform

Ein wesentlicher Nachteil der jetzigen uPortal Implementation ist die Begrenzung auf die Tomcat Server Plattform. Damit lassen sich keine sehr grossen, verteilten Systeme betreiben. Der Aufwand für den Betrieb einer lokalen Server Installation ist für kleinere Organisationen zu hoch. Ein ähnliches Problem haben das Sharepoint Portal von Microsoft und das Websphere Portal von IBM für Unternehmen. Die University of California hat deshalb begonnen ihre uPortal Anwendungen mit allen Portlets auf die Open Source Plattform WordPress zu migrieren. Die Betreiber haben dann die Wahl ihre Plattform auf einem eigenen Server oder in der Cloud bei WordPress oder einem anderen Cloud Service zu nutzen.

Damit wird die Einrichtung eines uPortals wesentlich einfacher und man erhält das führende Dokumenten Management  von WordPress nutzen. Gleichzeitig kann man den grossen Skill Pool der WordPress Entwickler und die Tools nutzen. Damit erhält uPortal eine langfristige Perspektive und kann auch von Unternehmen eingesetzt werden.

PS Ich nutze WordPress für meine Blogs seit über zehn Jahren. Damals bestand das WordPress Team aus 23 Mitarbeitern, hatte aber einen überzeugenden Plan für Technik und Business.

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Über portaleco

Pervasive Computing & Private Portal
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3 Antworten zu Open Source Portal uPortal anstatt Facebook

  1. Tobias schreibt:

    Es gibt doch mehrere Plattformen, die ein Privates Soziales Netzwerk anbieten. Das wäre doch auch noch eine Alternative.

    • portaleco schreibt:

      Auch in Deutschland gab es schon früh Soziale Netzwerke – manche erinnern sich noch an StudiVZ oder DasDing (2003) für Kinder betrieben vom Südwestdeutschen Rundfunk. Ich selbst habe ein kleines, privates Netzwerk für einen Verein aufgesetzt. Leider werden solche Mininetze nicht von den Benutzern angenommen. Man braucht eine grosse Zahl von Entwicklern, die das System mit Innovationen und einer soliden Plattform versorgen. Das kann nur mit einer Open Source Plattform funktionieren, auf der dann private Gruppen ihre Netzwerke mit standardisierten Benutzerschnittstellen betreiben. Bei isolierten Anwendungen machen die Benutzer nicht mit – siehe Threema.

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