WLAN (Wifi) Chaos mit Störungen im Haus

WLAN Access Point

WLAN Access Point

Ursprünglich war WLAN eine recht einfache Erweiterung des Kabel-Ethernets. Die Installation war problemlos. Man musste eigentlich nur ein Kabel an den Access Point/Router anschließen, einige Parameter für Betriebsart und Sicherheit am PC eingeben und schon hatte man WLAN im Haus. Die Geräte hatten noch richtige Antennen für 2.4 Ghz, die man so ausrichten konnte, dass man z.B. in einem Einfamilienhaus überall Empfang hatte (notfalls konnte man noch spezielle externe Antennen anschließen).  Nach und nach kamen mehr Geräte in den Haushalt. Typisch findet man heute mehrere Laptops, Smartphones und Tablets, die über das WLAN ans Internet gehen. Fortschrittliche Benutzer steuern bereits Rolläden, Gartenbewässerung u.a.  mit ihrem Smartphone – das erfordert unbedingt Zuverlässigkeit, die mit den bisherigen Geräten auch ganz gut erreicht wurde. Die Geräte arbeiten mit dem 2.4 Ghz Band im WLAN Modus Mixed 802 11 b/g und mit WPA und WPA2 Security. In der Stadt kann man heute häufig bis zu 20 Netze in der Umgebung erkennen, die zum Teil für Onlinemusik und -fernsehen genutzt werden und damit das eigene WLAN stören können. Nun kommen aber Multimediageräte und -anwendungen sowie Video-Spielkonsolen hinzu, die die vorhandenen WLAN Netze schnell überlasten können.

Easybox RouterDie neuen WLAN Router arbeiten deshalb zusätzlich im 5 Ghz Band. Damit kann man auch lokal Daten z.B. vom Laptop oder Videorekorder zum Fernseher übertragen. Auf der IFA 2015 werden hunderte von Anwendungen gezeigt, die schnelle 5 Ghz WLAN Verbindungen mit dem Standard 802 11n nutzen. Die neuen Router von Telekom (Fritzbox), Vodafone(Easybox) unterstützen diesen Standards auch. Der Benutzer erwartet aber, dass auch ältere Geräte in einem gemeinsamen WLAN benutzen werden können.

Konfiguriert man ein WLAN aber nach den Empfehlungen seines Internet Providers stellt man fest, dass viele Geräte gar nicht an das WLAN angeschlossen werden können und häufig Störungen auftreten. Stellt man die Parameter z.B nach den Empfehlungen von Apple ein, funktionieren andere WLAN Geräte (und häufig auch die Apple Geräte sobald andere Geräte das WLAN nutzen) nicht. Die Geräte verlieren kurzzeitig die Internetverbindung und müssen vom Benutzer mit Tricks wieder an das Internet angebracht werden. In manchen Foren wird empfohlen kurz den Flugmodus aus- und wieder anzuschalten (anstatt laut gegen diese Zumutung zu protestieren). Die Probleme treten bei iPhone und Android Geräten und den üblichen Routern (Fritzbox/Telekom, Easybox/Vodafone) und unabhängig vom Internet Provider auf. In den Foren werden viele Lösungen für das Problem vorgeschlagen, die wie üblich von völlig sinnlos bis hilfreich im Einzelfall reichen. Da seit Monaten weder die Hersteller vom Smartphones noch die Hersteller der Router das Problem lösen können, scheint es sich um ein Hardwareproblem im WLAN Chipset (oder um einen Fehler in der Protokoll Spezifikation/Implementierung) zu handeln. Die WLAN Chips versuchen dauernd den Empfang zu optimieren indem sie auf andere Kanaäle schalten, was dann aber ab und zu nicht funktioniert. Als Nebeneffekt entlädt sich der Akku des Gerätes schneller, da die WLAN Chips mehr Strom benötigen und sich dann erhitzen. Ganz Schlaue haben herausgefunden, dass die Störungen geringer werden wenn man das Gerät in den Kühlschrank legt!

In meiner Installation mit 3 Laptops (Lenovo, IBM), mehreren Smartphones und Tablets(iPhone, Android) und einem  Easybox Router von Vodafone gibt es keine Einstellung der WLAN Parameter bei denen die Geräte ohne intermittierende Fehler arbeiten. Auch die Trennung der alten Geräte auf 2.4 Ghz und der neuen Geräte auf 5 GHz funktioniert nicht, da sich beim Easybox Router die WLAN Parameter nicht völlig unabhängig einstellen lassen. Da eine Lösung des Problems nicht in Sicht ist, empfiehlt sich das Problem mit einem (oder mehreren) WLAN Access-Point zu lösen. Man schließt den WLAN Access-Point an eine vorhandene Ethernet Dose an und konfiguiert ein neues WLAN so, dass alle Geräte damit betrieben werden können. Ich verwende dazu einen Linksys Adapter (2.4 Ghz Baujahr 2003 !). Man kann aber auch einen einfachen Access-Point (z.B. von Edimax für ca 30 €) dafür verwenden. Das hat den zusätzlichen Vorteil, dass man den Router optimal im Haus z.B. im ersten Stock platzieren kann. Hat man dort keinen Ethernetanschluss, kann man über die Steckdose ein PowerLAN nutzen. Die Geschwindigkeit ist in diesem WLAN nicht so wichtig, da der Internetanschluss die Geschwindigkeit sowieso begrenzt. Wichtig ist hier die Zuverlässigkeit. Diese Lösung arbeitet in meinem Haus ohne intermittierende WLAN Störungen (vorausgesetzt der Internet Provider bietet einen störungsfreien Internet Anschluss!). Den „offiziellen“ Router z.B. Fritzbox oder Easybox kann man dann für die schnellen 5 Ghz Verbindungen zwischen den Geräten (PC, Photo, Video, Fernseher usw) nutzen.

PS in der schönen neuen „Cloud Welt“ gibt es einen von Apple initiierten Trend „ist ja alles so easy“. Man versucht den Kunden anders als z.B bei den älteren Versionen von Windows von allen internen Problemen abzuschirmen. Microsoft versucht das mit Windows 10 auch! Das ist sehr benutzerfreundlich wenn System und Anwendungen fehlerfrei funktionieren. Im Problemfall ist der Kunde dann aber völlig hilflos. Er kann weder Analysedaten für Experten erstellen noch von Experten erarbeitete Lösungen in seinem System anwenden. Benutzerfreundliche Systeme sollten einen Experten Modus und einen Satz von Werkzeugen für die Analyse und die Korrektur von Problemen haben. Von den Helpdesks der Hersteller ist wenig Hilfe zu erwarten. Ihre Hauptfunktion ist es, Probleme zu leugnen, damit die Kunden keine Forderung nach Gerätetausch (der in diesem Fall nichts bringt) oder Schadenersatz stellen können.

 

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