Private Cloud Strategie

Bru_PeopleCloud Services sind im Moment ein heiß umkämpfter Zukunftsmarkt. Alle großen IT Anbieter wie Amazon, Apple, Google, IBM aber auch Internet Provider und sogar Hardware Lieferanten wie Lenovo möchten unsere Daten in ihrer Cloud speichern und Cloud Anwendungen liefern. Zum Einstieg werden diese Neuerungen nach dem Getty Öllampen Prinzip zunächst kostenlos angeboten. Später soll man für diese Services dann aber lebenslang kräftig bezahlen. Sinnvolle Cloud Einstiegspakete mit GByte Speicher, EMail und Kalender kosten etwa heute 100 €/Jahr und Benutzer.

Dafür soll man in Zukunft keine Software mehr kaufen müssen und braucht sich um Server, Hardware, Software Updates, BackUps und Sicherheit keine Sorgen mehr zu machen. Alte IT Hasen erinnert es an die goldenen Zeiten, als man in der Firma zentrale Rechner, Speicher und Drucker sowie einige wenige Anwendungen hatte, um die sich die IT Abteilung kümmerte. Man selbst konnte sich auf die eigene Arbeit konzentrieren.  Heute gibt es in großen Firmen Tausende von Servern und Endgeräten (auf denen unzählige meist inkompatible   Anwendungen laufen) und die mit komplexen Netzen weltweit verknüpft sind. Diese Systeme müssen mit immensem  Aufwand verwaltet werden. Mit Cloud Services soll nun die Komplexität dieser Systeme wieder reduziert werden.

Auch in den Familien sind die Zeiten vorbei als eine Familie nur einen PC hatte, der mit einer langsamen Leitung mit dem Netz verbunden war.  In einer typischen Familie findet man heute mehrere PCs, Laptops, Smartphones, Tablets sowie diverse Geräte wie z.B. Router, Drucker, Scanner, Foto/Video Apparat, TV, Radio, Lautsprecher, Navigationssystem usw. Da verliert man schnell den Überblick auf welchem Gerät bestimmte Daten wann gespeichert wurden und mit welcher Applikation und mit welchen Passwörtern man mit den Daten arbeiten kann. Private Cloud Services (zumindest die Werbung) versprechen hier einfache Lösungen. In der Praxis sieht es dann aber meist komplizierter aus. Kauft man Geräte und Services wahllos ein, hat man nach kürzester Zeit ein komplettes Chaos im Haus ähnlich wie bei großen Firmen. Es empfiehlt sich eine Bestandsaufnahme sowohl der Geräte als auch der Anwendungen zu machen.

Beispiel für eine konventionelle Familie mit Vater, Mutter und 2 Kindern im Teenage Alter.

  • Vater
    Geräte: iPhone, Windows Laptop, Fotoapparat
    Anwendungen: Email, Messaging, Kalender, Office(WORD, EXCEL, PowerPoint) , (Privat & Arbeit), Foto & Video,  Musikverein, Schule
  • Mutter
    Geräte: Handy, Android-Tablet, PC (Shared), Drucker
    Anwendungen: Email, Messaging, Kalender, Word (Privat, Familie)
  • Teen 1 
    Geräte: Smartphone, PC, XBox
    Anwendungen: EMail, Messaging, Kalender, Office, Spiele, Musik, Audio, Foto/Video, Sportverein
  • Teen 2
    Geräte: Smartphone, Tablet
    Anwendungen: EMail, Messaging, Kalender, Office, Schulportal, Audio, Foto/Video, Blog, Spiele
  • Haus
    Geräte: Smart TV, Navi, Router (WLAN), WLAN Festplatte (BackUp), WLAN Drucker

Apple, Microsoft und Google hätten gerne, daß die Familie ein Gesamtpaket einer einzigen Firma benutzt. Den besten Cloud Services hat hier wohl Apple. Das ist sicher auch das teuerste Angebot. Leider werden sowohl Vater und Mutter im Beruf und häufig auch die Kinder in der Schule wohl weiter Microsoft Office Software einsetzen müssen. Da macht es keinen Sinn, zusätzlich privat Apple Software zu verwenden. Für die Kinder ist es wichtiger mit den Anwendungen ihrer Freunde und ihrer Schule kompatibel zu sein. Hier wechseln die Moden sehr schnell (Facebook out –  WhatsApp u.a. in). Für die Kommunikation funktioniert eigentlich nur Email und SMS Messaging (vielleicht sollte Mutter auf ein Smartphone upgraden) innerhalb der Familie.

Cloud Services, die leicht zu bedienen sind und die das Aufgabenspektrum der Familie abdecken, gibt es zur Zeit leider nicht (obwohl viele Firmen das behaupten).  Die wichtigste private Anwendung neben dem Backup für mobile Geräte ist zur Zeit wohl die Speicherung von Audio, Fotos und Videos in der Cloud.  Es empfiehlt sich dabei aber die Cloud nur als Zwischenspeicher zu benutzen.  Die Internetverbindungen sind viel zu langsam um größere Datenmengen zu bewegen. Wahrscheinlich werden viele Cloud Anbieter aufgeben müssen, wenn sich der Cloud Markt stabilisiert. Dann kommen ihre Cloud Daten in die Hölle und nicht in den Himmel.

Will man Daten nicht mit anderen teilen, empfiehlt es sich, den Cloud Service zu benutzen der am besten mit dem eigenen Gerät zusammen arbeitet z.B. iCloud auf dem iPhone. Will man Daten mit anderen teilen, sollte man erst mit einem einfachen File Sharing Cloud Service Erfahrungen sammeln z.B. mit Dropbox bevor man viel Arbeit und Zeit in die Organisation von Cloud Services steckt.

Es wird empfohlen im Haus eine WLAN Festplatte Family Cloud für BackUps und Daten Sharing zu installieren. Man kann auch einen älteren PC für diesen Zweck einsetzen. Schaltet man das Gerät nur dann ein wenn es gebraucht wird, hat man auch viel für den Schutz seiner privaten Daten getan.

Ich selbst verwende ein professionelles Microsoft Sharpoint System, das in der Schweiz gehostet wird. Das System könnte alle Bedürfnisse einer Familie abdecken und funktioniert mit dem Browser und speziellen Apps mit allen gängigen Geräten. Die Benutzerschnittstellen sind aber nicht sehr benutzerfreundlich. Für nicht IT affine Benutzer muss man einfache Zugänge und Anwendungen anpassen. Dafür kann man mit dem System für 10 € im Monat aber auch eine Großfamilie weltweit bedienen. Man kann aber erwarten daß Microsoft dieses System bald einstellt, weil es für das Geschäft mit der echten Cloud eine zu günstige Konkurrenz ist.

In Deutschland muss man sehr gut aufpassen wenn man Daten und Anwendungen in der Cloud speichert und mit anderen teilt oder von anderen empfängt. Gemäß deutscher Rechtsprechung wird man damit ein Internet Dienstleister selbst wenn man nur seine Familie versorgt. Die Fraktion der deutschen Abmahnanwälte liegt schon auf der Lauer. Nachdem aber unsere Bundestagsabgeordneten ihre Daten im großen Stil mit Hackern geteilt haben, knnn man in Zukunft wohl auf etwas mehr Verständnis unserer Politiker hoffen.

Siehe auch:

Sharepoint Offline mit Laptop und iPhone

Sharepoint Mobil mit Mercury Browser mit iOS und Android

Building Personal Info Boards with Sharepoint XML Viewer

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