Private IT für Familie und kleine Gruppen – Strategie

Wolken

Alles in der Cloud?

Seit der Einführung des IBM PCs 1987 hat  die Zahl der privaten PCs in Deutschland  stark zugenommen (heute Abdeckung der Haushalte 80%). Die Organisation der privaten Datenverarbeitung hat sich dagegen relativ wenig  geändert. Obwohl heute fast alle privaten PCs einen Internetanschluss haben (80 % Abdeckung), werden ausser eMail und Surfen im Web alle Anwendungen lokal auf dem PC ausgeführt. Das Finanzamt nimmt dabei eine Nutzungsdauer von PC und Software und PC für die Abschreibung an. Im Privathaushalt werden PCs etwa alle 5 – 7 Jahre erneuert. Ähnlich lang ist die Nutzung von PC Software. Windows Benutzer (80% Marktanteil in Deutschland) konnten bisher Software wie z.B. Microsoft Office u.a. kaufen und beliebig lang nutzen. Microsoft hat es dabei geschafft, dass alte Programme, darunter auch viele kostenlose Programme, auch auf neueren Betriebssystemen benutzt werden konnten. Geld wurde dabei hauptsächlich mit dem Verkauf von neuen Versionen des Betriebssystems für neue PCs und Office Software verdient. Die Umsätze gehen aber zurück, weil immer mehr Benutzer Smartphones und PADs und die darauf verfügbaren APPs (Anwendungen) kaufen.

Die Software-Industrie möche deshalb ihr Geschäftsmodell ändern. Der Kunde soll jetzt die Software nicht mehr kaufen, sondern einen Services mieten und diese über das Internet mit PCs, Smartphones und PADsnutzen. Ein typisches Familien Paket von Microsoft Office 365 Home kostet für fünf Geräte 99 €/Jahr. Das Standard Paket Microsoft Office 2010 kann man heute dagegen für 69 € bei unbegrenzter Nutzungsdauer kaufen. Bei Office 365 sind allerdings 1 TB Cloud Speicher und 1 Stunde Skype zum Telefonieren enthalten. Auf den ersten Blick sieht das Angebot sehr verlockend aus. Preisbewusste Benutzer können sich aber ein ähnliches Paket kostenlos zusammenstellen mit z.B. Open Office und Thunderbird für eMail sowie einem kostenlosen Cloud Speicher (Dropbox  [2GB] oder  iCloud [5GB] ). Die Konkurrenz von Microsoft schläft natürlich nicht und bietet ähnliche Pakete an wie z.B.

Daneben gibt es viele Cloud Angebote von alten und neuen Softwareanbietern.   Gegenüber den klassischen Lösungen auf dem Heim PC haben alle Cloud Angebote jedoch einen gravierenden Nachteil. Die Netze sind zu langsam. Selbst mit schnellem DSL und WLAN ist der Datentransfer zu den Cloud Servern viel langsamer als zu einer lokalen Festplatte. Der Traum von den Tausenden von hochauflösenden Fotos und Videos oder dem PC BackUp in der Cloud ist da schnell ausgeträumt. Firmen verwenden für Cloud Services (speziell für die Administration) private Netze. Noch langsamer sind die Mobilfunknetze. Die schnellen Netze wird es auch in Zukunft zu erschwinglichen Preisen nur in den Ballungszentren geben. Weite Gebiete werden auch in Deutschland für Cloud Services nicht geeignet sein. Im Ausland wird es weiterhin totale Funklöcher geben. Wer schon einmal im Ausland im Funkloch ein Hotel buchen wollte, versteht die Problematik sofort.

Benutzer werden zur Zeit von großen und kleinen Anbietern umgarnt. Wer aber hier auf das falsche Pferd setzt, handelt sich viel Arbeit und Ärger ein. Bevor man sich auf die Angebote einläßt sollte man sich überlegen wie man in Zukunft die IT in der Familie, in Gruppen oder kleinen Unternehmen nutzen will. Wichtig ist dabei, dass man für sich eine Strategie entwickelt wie man die Vielzahl der (Pervasive Computing), Geräte, Netzwerke, Software und IT Dienste betreiben will ohne dass man  extensive Zeit mit der Administration der Infrastruktur verbringen muss.

Private-IT-Time-Scale

Dabei sollte man mindesten 20 Jahre voraus denken. In diesem Zeitrahmen werden sich Geräte, Netzwerke sowie Anwendungsprogramme und Datenformate ändern. Das Ziel muss ein, wichtige persönliche Daten und damit verbundene Anwendungen über einen möglichst langen Zeitraum zu erhalten. Kurzfristig kann man fast beliebige Geräte und Software betreiben (roter Bereich) – der Umstieg auf neue Geräte und Software ist meist möglich. Schwierirger wird es schon wenn man Anwendungen über 10 Jahre (grün) erhalten möchte. In diesem Zeitrahmen stellen Softwarefirmen und Gerätehersteller ihre Produkte oft ein oder gehen gar Bankrott.  Das wird im heiß umkämpften Markt der Cloud Services und APPs in den nächsten Jahren mit Sicherheit passieren. Kompatibiltät mit älteren Systemen wird dabei keine Priorität haben, da die Entwicklung IT nicht mehr von den großen, langsamen Großfirmen sondern von den Verbrauchern getrieben wird. Ganz interessant wird es, wenn Sie wollen, dass ihre Enkel oder Historiker noch auf ihre Dokumente und Fotos lesen und ansehen können.

Meine strategische Empfehlung an „normale Benutzer“ (keine IT Experten) für die nächsten 5 Jahre:

  • Bringen Sie ihre konventionelle PC (Windows) Infrastruktur schnell auf den heutigen Stand, damit Sie diese noch möglichst lang nutzen können.
  • Richten Sie ein Archiv mit einem PC älterer Bauart und externer Festplatte ein. Stellen Sie sicher, dass dieser PC nicht von Viren usw verseucht ist. Erlauben Sie keine Hardware oder Software Updates.
  • Verwenden Sie nur Programme die standardisierte Datenformate verwenden (hier hat Apple ein Problem), die möglichst viele andere Benutzer, Firmen und Behörden verwenden.
  • Nutzen Sie Cloud Services vorsichtig und sorgen sie für BackUp auf ihrem lokalen System. Warten Sie ab wer die Gewinner im neuen Cloud Rennen sind.
  • Nutzen Sie neuartige Geräte erst, wenn sich ein genügend großer Markt entwickelt hat.

Die Umsetzung dieser Strategie ist nicht einfach. In einer Reihe von Beiträgen  werde ich verschiedene Aspeke aufgreifen und versuchen Musterlösungen zu beschreiben.

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