Private Cloud mit ownCloud

Blue Sky

Der eigene Himmel mit ownCloud

Alle großen IT Firmen Apple, Google, IBM, Microsoft, Oracle, SAP u.a. versuchen heute ihre Geschäftskunden aber auch die privaten Benutzer auf ihre Cloud Services  zu migrieren. Für typische PC Nutzer hat das durchaus Vorteile. Die ursprünglich recht einfachen Programme für den persönlichen Gebrauch sind inzwischen zu wahren Monstern gewachsen. Wer heute eine typische Installation mit Windows, MS Office Suite, Apple iTunes usw hat, wird durch häufige Updates beim Arbeiten behindert. Wer keine schnelle Datenleitung hat, kann mit diesen Programmen praktisch nicht mehr arbeiten. Diese „Alt“programme sind auf mobilen Geräten nicht lauffähig. Dazu kommt, dass die Qualität der Programme für den Benutzer immer schlechter wird. Häufig muss man in Foren nach den Fehlern und den Korrekturen suchen, die in den Programmen regelmäßig auftreten und von den Herstellerfirmen ga nicht korrigiert werden.

IT „Urgesteine“ erinnern sich noch an die gute alte IBM /370 Welt in den 70er Jahren, in der alle Programme zentral auf den Hosts (auch weltweit) liefen und man am Arbeitsplatz nur einen Thin Client (3270 Terminal = Browser) hatte, den man nur einschalten musste, wenn man arbeiten wollte. Allerdings konnten Normalverbraucher auch nur das machen was ihnen die zentrale IT anbot. Die Freaks hatten aber damals auch schon Virtuelle Maschinen auf denen spezielle Apps liefen. Die ersten Personal Computers waren damals eine Revolution, weil jetzt auch „normale“ Benutzer Programme nach ihren Bedürfnissen nutzen konnten.

Wer diese „vorbestimmte“ IT Welt kennt, wird von den neuen Cloud Angeboten nicht so leicht zu begeistern sein. Dazu kommt, dass die Geschäftsbedingungen (AGBs) der Anbieter nicht gerade benutzerfreundlich sind. Da werden private Daten beliebig genutzt, Dienste nach Belieben eingestellt und die Preise erhöht sobald die Benutzer technisch nicht mehr auf eine andere Plattform wechseln können. Für Einstiegspreise von 6 € /Monat je Benutzer erhält man nur sehr rudimentäre Services. Offensichtlich peilt man ähnliche Gebühren > 20 €/Monat wie beim Internet Zugang oder Mobiltelefon an. Mit dem Verkauf von Software an die Endkunden kann man ja nichts mehr verdienen.

Anders als Firmen haben private Cloud Benutzer das Problem, dass die IT Partner wie Familie, Freunde, Behörden, Firmen auf unterschiedlichen Cloud Plattformen arbeiten. Das Problem kann man nur dadurch lösen, dass sich ein Cloud Anbieter auf dem Markt durchsetzt und ein Monopol etabliert ähnlich wie z.B. Microsoft in der PC Welt. Für private Benutzer ist das wohl eher ein Alptraum.

Ähnlich wie beim PC gibt es aber auch die Alternative der Personal Cloud. Man kann sich eine solche private Cloud für sich und seine Freunde/Geschäftspartner einrichten, die bei einem Hardware/Software Provider im Web läuft. Dann braucht man sich um den Betrieb der Hardware, Software Updates, Sicherheit usw nicht zu kümmern. Man bleibt dabei auch im Besitz seiner Daten, kann selbst entscheiden wer Zugriff auf diese Private Cloud hat und kann zu einem anderen Cloud Hoster wechseln, wenn man mit dem Serviee unzufrieden ist oder der Preis willkürlich erhöht wird.

Ich verwende zur Zeit einen Microsoft Sharepoint Server, der in der Schweiz gehostet wird, für meine private Cloud, die auch von mobilen Geräten erreichbar ist. Diese Cloud kann bis 100 Benutzer bei Kosten von etwa 10€/Monat (0.1 € / Benutzer und Monat!) genutzt werden. Sharepoint 2010 enthält ein komplettes Content Management System, Aufgabensteuerung (Workflow) und Funktionen für die Zusammenarbeit in Gruppen. Die Zugriffskontrolle kann auf mehreren Ebenen auch von den Benutzern kontrolliert werden. Die Benutzerschnittstellen sind leider noch im alten Stil und werden von Smartphone Benutzern kaum Begeisterung hervorrufen. Das System ist sehr stabil, ist schon mehrere Jahre im Markt (ich nutze Hosted Sharepoint seit 2007!) und wird heute hauptsächlich in Unternehmen genutzt. Da haben die Mitarbeiter keine Wahl. L.eider ist aber zu vermuten, dass Microsoft Sharepoint  langsam sterben läßt um die Benutzer auf ihreteurere  Cloud Plattform zu migrieren.

Ideal wäre es, wenn man eine standardisierte Cloud Plattform hätte, die auf offenen Standards für Anwendungen, Daten- und Kommunikation basiert,  eine einheitliche Benutzerschnittstelle bietet und die von vielen kleineren und großen Hoster Firmen unterstützt wird. Als Vorbilder könnten hier z.B. die Linux Desktop Distributionen (z.B. das freie Ubuntu) oder auch die WordPress Plattform sein. Beide arbeiten mit einem ähnlichen Business Modell. Privatpersonen und kleiner Anbieter erhalten die Plattform kostenlos um eine große Verbreitung der Plattform zu erzielen. Größere Firmen bezahlen für Installation und langfristige Unterstützung.  Dabei besteht allerdings bei proprietärer Code Basis wie bei WordPress die Gefahr, dass große Firmen eine innovative kleinere IT Firmen einfach aufkaufen und dann die Benutzer wieder einfangen.

Eine interessante Entwicklung ist ownCloud, eine offene Cloud Plattform, die ähnliche Services anbietet (Speicher, Sync, Kalender, Adressen, ToDo, Benutzer Management, Apps für IOS/Android usw) wie die der großen IT Anbieter.  Es gibt auch schon die ersten ownCloud Service Provider auch in Deutschland, die ownCloud Services anbieten. Man kann aber eine eigene ownCloud z.B. auf einem 1&1 Host für etwa 7 €/Monat betreiben (natürlich für mehrere Benutzer). Allerdings braucht man da mindestens einen „Kundigen“ in der Gruppe, der einen Hosted Server verwalten kann – das ist allerdings meist einfacher als einen eigenen PC mit komplexer Software zu betreiben.

Wenn unsere Politiker ein wenig Ahnung von Software oder IT Infrastruktur hätten (oder wenigstens vernünftige Berater aus dem IT Mittelstand) würden sie mit einigen Millionen € und mehreren kleinen IT Firmen eine offene ownCloud  Plattform und deren Nutzung in Schulen und Behörden fördern. Dann könnte man sich viel Ärger mit den US Monopolisten ersparen. Die deutschen Hochschulen könnten dies auch als Spielwiese nutzen, um neue Ideen auf einer einheitlichen Plattform auszuprobieren und auf den Markt zu bringen. Um die kostenlose Plattform herum, können dann clevere Anbieter kostenpflichtige Zusätze (Cload Apps) anbieten, von denen die Entwickler auch leben können.

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Eine Antwort zu “Private Cloud mit ownCloud

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