WhatsApp bei Facebook – WhatNun

BayBlueDer Aufkauf der kleinen Firma WhatsApp durch Facebook ist eigentlich das Eingeständnis des Versagens des Facebook Konzepts. Die Mehrheit der Benutzer möchte keine komplizierten Systeme mit vielen Funktionen, die sie nicht verstehen und eigentlich nicht brauchen. Der Vorteil von Facebook liegt ja nicht in den Funktionen sondern im Aufbau einer weltweiten Adressdatei, in der die Benutzer ihren richtigen Namen angeben müssen. Das gab es vorher im Web nicht – meist wurde mit Pseudonymen gearbeitet. WhatsApp nutzt die größte Benutzerdatei der Welt – das System der Telefonnummern. Damit verliert Facebook die Machtposition für die Adressierung im Web und die Benutzer konnten sich sich ohne großen Aufwand dem System WhatsApp anschließen.

Der Ansatz von Facebook alle Daten der Benutzer lebenslang zu speichern ist wohl gescheitert. Die Benutzer wollen das offensichtlich nicht. Datenschutz spielt bei den meisten dabei keine Rolle – das System Facebook ist einfach zu kompliziert geworden und die Benutzer wollen nicht von Werbung überflutet werden. Da kommt schon genug von Google!

WhatsApp ist eine recht einfache aber komfortable Methode Daten von einem Benutzer zu eine anderen zu schicken, eine Person to Person / P2P Anwendung, die man von Briefen, Telefon, eMail usw kennt. Falls einem diese Anwendung nicht mehr gefällt kann man problemlos (zuminest mit seinen engsten „Freunden“) zu einer anderen Messaging Anwendung z.B. Threema wechseln.  Die Anwendung ist ähnlich einfach zu handhaben wie WhatsApp, das für viele junge Benutzer schon wieder OUT ist, wenn man sich auf die Gespräche in den Szenekneipen verlassen kann (nicht nur der NSA hört mit).

Es ist zu erwarten, dass Messaging im Web sehr bald soweit standardisiert wird, dass die Benutzer eine Anwendung (Client / App)  ihrer Wahl benutzen können ganz ähnlich wie bei eMail. Der Aufkauf von WhatsApp wäre dann für Facebook eine riesige Fehlinvestition.

Als Benutzer sollte man im eigenen Interesse die Standardisierung im Web unterstützen. Mit Firefox und Thunderbird konnten die Benutzer ein Monopol durch die Microsoft Produkte Internet Explorer (Browser) und Outlook (Email) verhindern.  Nun möchte Microsoft bei Betriebssystemen auf mobilen Geräten sogar mit Mozilla zusammenarbeiten, weil es Microsoft nicht mehr gelingt einen eigenen Standard am Markt durchzusetzen. Allerdings besteht die Gefahr, dass Mozilla von Microsoft dominiert wird, da die Mozilla Organisation auch Geld für seine Aktivitäten benötigt.

Ähnlich wird die Entwicklung bei CLOUD Services verlaufen. Zur Zeit möchten Apple, Google, Micorosoft u.a. proprietäre Standards für Cloud Anwendungen etablieren. Dabei werden Benutzerdaten in proprietären Formaten gespeichert. Damit kann der Benutzer später nicht einfach zu einem anderen Anbieter wechseln. Es wird geraten Daten in der Cloud nur als Kopie zu speichern und sich nicht auf proprietäre Standards, wie sie z.B. Apple propagiert, einzulassen. Langfristig haben sich im Web immer Standards durchgesetzt. Wer sich auf Firmennormen einläßt wird das langfristig teuer bezahlen müssen.

Ganz wichtig für die Unabhängigkeit im Web ist die Fähigkeit Verbindungen zwischen zwei Benutzern (Peer to Peer) im Netz aufbauen und damit  Alternativen zu großen Monopolstrukturen entwickeln zu können. Da die Politik zumindest heute noch die Hoheit über die Festnetze und die Mobilfunkbandbreite hat, kann sie freiheitlich, demokratische Regelungen durchsetzen, wenn unsere Politiker einmal verstanden haben, dass die Freiheit auch für das Web gelten  muss.  Jeder Bürger sollte die Möglichkeit haben, eine Personal Cloud (PCl) für sich und andere Im Web zu betreiben. Von wem und wieviel Hilfe er sich hierfür von Servicefirmen holt, sollte dem Benutzer überlassen werden und nicht durch Monopole bestimmt sein.

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Eine Antwort zu “WhatsApp bei Facebook – WhatNun

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