So wird mit Web Traffic betrogen – wieviele Klicks und Facebook Likes hätten’s denn gern?

FriendsDer ADAC ist offensichtlich im Neuland noch nicht angekommen. Man fälschte die Daten einer Abstimmung noch von Hand. Dabei ist die Technik und der Markt für Fälschungen der Ergebnisse von Umfragen bereits sehr weit entwickelt. Eine der einfachsten und billigsten Angebote ist die Erzeugung von Klicks (auch mehrfach) auf Webseiten. Wie das im Detail geht erkärt ein Insider in:  Bekenntnisse eines Webklick Käufers.  Die Preise für einen gefälschten Webklick auf einer Seite beginnen bei 0.002 $ (o.2 Cent). Dafür bekommt man einen Besuch der gewünschten Webseite von einem PC, der irgendwo im Ausland steht (meist ein altes XP  Modell das gehacked wurde) und Teil eine Botnets ist. Das kann sich schon lohnen wenn z.B. eine Verlag oder ein Autor nach der Zahl der Klicks entlohnt wird. Das ist z.B. bei der VG Wort, der deutschen Verwertungsgesellschaft für Autoren der Fall. Zum Glück kennen sich die deutschen Autoren im Neuland nicht so gut aus. Ich nehme aber an, dass einzelne Verlage diesen Trick bereits kennen und ausnutzen. Der Verlag des Bekenners gibt etwa 10 000 $ bis 35 000 $ pro Tag für den Kauf von Klicks aus.

Etwas fortschrittlichere Webseiten schauen nicht nur auf die Klicks sondern auch woher die Klicks kommen. Ein Klick der von Google, Bing oder Yahoo kommt, kann bis zu 2 $ kosten. Facebook Klicks werden häufig gefälscht – der Anteil soll sogar bei 80% liegen.Besonders  teuer sind Klicks auf Videos. Hier will man durch eine hohe Zahl von Downloads den Markt gezielt beeinflussen. Die Benutzer laden eben besonders gern die „Marktführer“ herunter.

Hätte sich der Verantwortliche für die Umfrage beim ADAC technisch ein wenig kundig gemacht, hätte er für wenig Geld einige Hunderttausend Stimmen kaufen können, wäre noch heute im Amt und hätte sicher eine Belobigung plus Bonus vom ADAC Oberboss erhalten. So wurde er aber wqegen Missachtung des Neulands hart bestraft. Die Moral von der Geschicht – trau den Klick-Statistiken  nicht!

Natürlich kann man sich auch Facebook Likes kaufen. 1000 WW Likes kosten zur Zeit 22 $. Auch Friends kann man günstig kaufen. Hier ergeben sich fantastische Möglichkeiten für unsere Politiker. Sie wollen 20 Millionen Friends kaufen – kein Problem! Endlich wird der Stimmenkauf im Web geregelt – da muss man keine Renten mehr erhöhen, um sich beliebt zu machen.

3 Antworten zu “So wird mit Web Traffic betrogen – wieviele Klicks und Facebook Likes hätten’s denn gern?

  1. Sind diese Friends die man sich kauft dann „fake profiles“ oder wie läuft das? Kann man die irgendwie herausfiltern? Danke! LG Sabrina

    • Im Internet kann man alles kaufen natürlich auch Klicks auf Webseiten (page hits) oder „Freunde“ und „Likes“ bei Facebook. Sehr billig sind page hits z.B. von Botnetzen ( 1$ / 1000 hits). (Noch billiger ist es allerdings wenn man auf seiner Webseite selbst eine Hitzahl anzeigt, die mit der Relität nicht zu tun hat. Diese Hits sind nur zum Angeben.) Will eine Firma z.B. potentielle Kunden auf ihre Webseite lenken, dann kauft sie Hits bei einem seriösen Werbeanbieter, der Daten über viele Benutzer hat und diese z.B. über eMail auffordert diese Webseite zu besuchen. Bei privaten Benutzern sind Link-Genossenschaften wie http://www.like4like.org beliebt, die Webseiten und Facebook-Seiten gegenseitig verlinken um z.B. bei Google oder Facebok ein besseres Ranking zu bekommen. Bei Facebook ist es etwas komplizierter da nur angemeldete Besucher „Likes“ abgeben können. Durch Fehler im Facebook gelingt es Hackern aber immer wieder, „like“ Bots in Facebook z.B. über Flash oder Internet Explorer einzubauen. Es gibt in Asien aber auch große Fake-Benutzer Fabriken, die Fake-Benutzer für beliebige Länder generieren und deren Dienste verkaufen (www.maxvisits.com). Google und Facebook verbessern laufend ihre Filter für fake Hits und Likes. Als Benutzer ohne die Daten von Google und Facebook hat man nur wenig Möglichkeiten. Grundsätzlich sollte man aber Freundschaftsanfragen von Fremden nicht annehmen und Kommentare mit Links nur nach Prüfung genehmigen. Es besteht sonst die Gefahr daß eine Website bei Google niedrig bewertet wird, wenn sie zu viele Junk Links hat. Sicher ein spannendes Thema für Werbeleute.

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