Was verraten meine IP Daten im Festnetz und Mobil?

Bei jedem Zugriff auf eine Webseite wird ein Satz von Daten geliefert der u.a. die IP-Adresse (REMOTE_ADDR) des Zugreifenden aber auch zusätzliche Daten enthält (Was verrät meine IP Adresse).

IP-Safari

Die Daten zeigen, dass über ein lokales WLAN und über das Netz von ARCOR mit einem iPhone zugegriffen wurde. Aus der IP-Adresse kann die Identität des Zugreifenden nicht direkt bestimmt werden, weil die IP Adressen meist dynamisch zugewiesen werden. Will man Namen und Adresse des Nutzers einer IP-Adresse herausfinden, kann man beim Internet Provider (hier ist das ARCOR) nachfragen und begründen warum man diese Adresse benötigt. Typisch reicht es aus wenn man nachweist, dass mit dieser IP Adresse eine bestimmte Seite (z.B. für Downloads) zu einer bestimmten Zeit besucht wurde. In der Regel muss diese Anfrage „zeitnah“ erfolgen. Interessant ist nun, dass  die verschiedenen Anbieter sowohl bei der Vergabe der IP-Adressen unterschiedlich vorgehen (siehe Tabelle AK Vorratsdatenspeicherung). Die meisten Anbieter vergeben die IP-Adresse für ein Gerät beim Internetzugang. Im Festnetz erfolgt das über einen Router, in dem die IP Adressen der Geräte gespeichert werden. Schaltet man PC oder Smartphone aus und wieder an erhält man meist die gleiche IP-Adresse. Die meisten WLAN Benutzer sind deshalb oft monatelang mit der gleichen Adresse unterwegs. Will man eine neue IP Adresse muss man den Router kurz ausschalten oder ein RESET machen. Bei der Telekom wird z.B. aber zwischen 3 und 80 Tagen gespeichert wem die Adresse zugeordnet war. Bei einem Festnetzanschluss wird bei ARCOR nicht gespeichert! Manche Provider wie z.B. KabelBW vergeben auch eine feste „ewige“ IP-Adresse. Bei fehlendem Datenschutz braucht man nicht lange nachfragen wem eine IP Adresse gehört.

Erfolgt der Internetzugang über das Mobilfunknetz muss zur Abrechnung der Gebühren die Telefonnmmer sowie Ort und Zeit des Zugriffs gespeichert werden. Diese Daten benötigt der Provider auch zur Optimierung seines Netzes. Einige Anbieter speichern bei Flatrates die Benutzerdaten nicht. Es lohnt sich die Art und den Umfang der Vorratsdatenspeicherung der verschiedenen Anbieter zu vergleichen und einen Anbieter oder einen Tarif zu wählen bei dem keine oder nur wenige persönlichen Daten gespeichert werden.

Die Identität eines Besuchers einer Webseite kann man eventuell auch aus HTTP Adresse der aufrufenden Seite bestimmen. Hat eine Firma auf ihrem Server z.B. eine Seite mit URLs der Konkurrenz z.B. „Unsere Mitbewerber“, dann kann man sehr leicht erkennen, wer sich da informieren will.  (Das hat SAP einmal viel Geld gekostet) . Es empfiehlt sich in solchen Fällen die URL direkt in das Browser Fenster einzugeben. Ich speichere die URLs meiner wichtigsten Webseiten auf einer sicheren, persönliche Smartcard ab und greife damit auf die Webseiten zu. Das entspricht der direkten Eingabe in das Browserfenster

Viele Benutzer haben es sich angewöhnt gar keine URLs mehr im Browser einzugeben sondern einfach zu Suchen und dann über Google zuzugreifen. Da hat man keinen Ärger mit Bookmarks und muss sich fast gar nichts mehr merken.

IP-SafariGoogleDamit liefert man der Datenkrake Google über HTTP_REFERRER alle seine Daten auf dem Silbertablett an. Die Links bei den Google Suchergebnissen zeigen nämlich nicht auf die gewünschte Seite sondern zum Google Server wie man oben sieht. Meist hat man sich auch bei Google angemeldet z.B. weil man den Google Search Bar verwendet. Google hat damit alle Daten zu wer? wann? wo? wie oft? usw des Benutzers. Google verwendet diese Daten natürlich selbst um die Suchalgorithmen zu verbessern oder zu personalisieren. Zusätzlich werden diese Daten über Google Services aber auch an Kunden verkauft. Da braucht man die IP Adresse gar nicht mehr. Es hilft auch  nicht viel wenn man „Anonyme“ Suche z.B. DuckDuckGo verwendet. Das sind meist nur vorgesetzte Server, die letztendlich wieder Google als Suchmaschine verwenden.

Mit dem Opera Mini Browser auf dem Smartphone kann man die Benutzeridentifikation zumindest erschweren, da man über einen zwischengeschalteten Transcoding Proxy Server auf die Zielserver zugreift.

Transcoding Scheme

Der Opera Mini Transcoding Proxy Server vergibt selbständig IP Adressen (siehe Feld DNS). Da der Server im Ausland steht, können deutsche Behörden nicht so ganz einfach Auskünfte erhalten (Deshalb steht z.B. mein Server in der Schweiz).

IP-OperaMini

PS Es empfiehlt sich seine IP Adressen regelmässig zu erneuern durch

  • AUS/EIN Schalten des WLAN Routers (RESET geht auch über das Netz)
  • AUS/Einschalten des Smartphones (es ist sowieso eine gute Idee das Smartphone mindestens mehrere Stunden am Tag ganz auszuschalten)

Eine Antwort zu “Was verraten meine IP Daten im Festnetz und Mobil?

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