Sharepoint mit dem iPhone – Microsoft Irrungen und Wirrungen

Safari ScreenMicrosoft hat den Trend zu mobilen Geräten gründlich verschlafen und hat wohl auch keine Chance mit seiner Entwicklungsmannschaft aufzuholen. Die meisten privaten Benutzer lösen das Problem sehr einfach. Sie kaufen sich ein iPhone  oder ein Galaxy Phone und benutzen einfach keine Microsoft Software mehr.

Nun gibt es aber viele Firmen, Behörden, Vereine und auch Privatpersonen, die Microsoft Software nutzen und auch nicht mit vernünftigem Aufwand umsteigen können. Allein in Deutschland hat man sicher viele Milliarden €  in Software auf Microsoft Plattformen investiert.  Nachdem die Bildschirme der Mobiltelefone immer größer werden und sich auch die Auflösung verbessert, sollte man meinen, dass man Microsoft Software auch auf dem Mobiltelefon nutzen kann. Zumindest Software, die über einen Browser bedient wird, sollte eigentlich auf einem Mobiltelefon laufen. Diese naive Vorstellung haben auch viele Firmenchefs und Angestellte. Meist probieren sie bekannte Anwendungen auf dem Mobiltelefon aus und sind dann verwundert, dass die Microsoft Anwendungen nicht laufen und äusserst ungewöhnlich Effekte speziell bei der Eingabe von Daten auftreten. Das liegt meist daran, dass sich Microsoft nicht an die W3C Standards gehalten  und proprietäre „Verschlimmbesserungen“ eingebaut hat. Das Management in der Software Entwicklung und ihre Chefdesigner haben dabei den Überblick total verloren. Das Problem lässt sich auch nicht durch einen grösseren Display, z.B. eines iPADs, lösen – da läuft auch keine Microsoft Windows Software!

Sharepoint ist eigentlich eine sehr gute Plattform, mit der man schnell und mit geringem Aufwand Software für Gruppen und Firmen realisieren kann. Ich selbst benutze Sharepoint seit Jahren. Eine Hosted Sharepoint Plattform kann man für eine kleine Firma oder ein Projektteam durchaus in wenigen Stunden aufsetzen. Benutzer, die Microsoft Produkte auf dem PC nutzen, können im Allgemeinen auch recht schnell damit umgehen. Selbst die Generation 60+ kann eine kooperativ Sharepoint nutzen.

Eigentlich wäre Sharepoint eine ideale Plattform um klassische PC Anwendungen auf mobile Geräte zu bringen und dabei die Benutzerschnittstellen etwas freundlicher zu gestalten. Verwendet man einen Opera Browser auf dem iPhone oder auf einem Galaxy Phone, so ist man überrascht, dass viele Funktionen von Sharepoint so funktionieren wie auf dem PC. Da man mit den mobilen Geräten sehr schnell Zoomen kann, kann man zumindest navigieren und einen großen Teil der Informationen lesen. Bei der Eingabe von Daten wird es allerdings schwierig – die meisten Eingabe Funktionen von Microsoft funktionieren einfach nicht. Trotzdem kann man mit einigen Tricks Sharepoint mit einem Opera Browser recht gut nutzen. Alternativen zu Sharepoint gibt es von Apple oder Google auf absehbare Zeit nicht.

Besonders ärgerlich ist, dass bei Verwendung eines Safari Browsers der Sharepoint Server in einen Mobilen Modus schaltet. Alle  Elemente der Website werden ann linear als Text (siehe oben) dargestellt, womit aber nur äusserst willige Sharepoint Experten etwas anfangen können. Manche Microsoft Enthusiasten finden diese Feature sogar  besonders pfiffig. Ein „normaler“ Benutzer, der iPhone Komfort gewöhnt ist, wird sich aber mit Grausen abwenden.  Man kann diese Feature auf dem Server abstellen (Disable Sharepoint Mobile Redirection) . Dann können aber auch die Experten keine Daten mehr in Sharepoint eingeben. Das ist also auch keine vernünftige Lösung.

Damit ist Sharepoint als Plattform für „Normal“-Mitarbeiter und externe Benutzer praktisch unbrauchbar, da diese meist Safari oder Chrome als Browser benutzen.

Sind die Benutzer gewillt, die Opera Browser App (kostenfrei) zu installieren, kann man Sharepoint zumindest für einfache Webanwendungen nutzen. Die Opera Entwicklungsmannschaft ist äusserst kompetent und reagiert auf Verbesserungsvorschläge. Ich verwende den Opera Browser seit Jahren. Opera hat schon auf dem Nokia N70 funktioniert! Innerhalb einer Firma kann man die Nutzung des Opera Browsers u.a. damit verkaufen, dass man durch die Benutzung zweier verschiedener Browser private und geschäftliche Anwendungen gut trennen kann.

Alternativ können Sharepoint Anwender spezielle Clients (Apps) installieren (Sharepoint Mobile Clients Overview) z.B. SharepointPlus . Das ist aber allenfalls eine Lösung für den Notfall. Will Microsoft auf dem mobilen Markt etwas bewegen, muss die Sharepoint Plattform wirklich mobil werden. Dabei müssen alle Funktionen und die Benutzerschnittstellen auf den Prüfstand. Im Moment sieht man aber bei Microsoft keinen Chefdesigner, der diese Herkulesarbeit anstossen und kontrollieren könnte. Der übliche Strategie – man kauft einfach die führende Firma auf – funktioniert nicht. Apple ist wohl auch für Microsoft zu teuer!

Eine Antwort zu “Sharepoint mit dem iPhone – Microsoft Irrungen und Wirrungen

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