Was bedeutet die neue Microsoft Strategie für kommerzielle Kunden?

FreeRSS App2-DetMicrosoft verdankt seinen Aufstieg den Kunden in den großen und kleinen Betrieben, die sich mit Microsoft Software endlich unabhängig von den großen, unflexiblen der großen Rechenzentren machen wollten. Mit dem verdienten Geld der ersten Kunden konnte Microsoft dann in das Personal Computing für Endverbraucher einsteigen. Relativ simple Programme wie EXCEL und WORD waren für viele Kunden der Einstieg in die Microsoft Welt. Neue Entwicklungen wie z.B. das Internet (Browser, Webserver, Mobilfunk) oder Portalplattformen (Sharepoint, Cloud) wurden regelmäßg verschlafen. Mit viel Aufwand musste Microsoft nachrüsten und da ein zentraler Stratege wie z.B. Steve Jobs fehlte, passte vieles bei der technischen Entwicklung nicht zusammen. Typisch ist z.B. dass die Microsoft Web-Produkte mit dem Firefox Browser besser funktionieren als dem Internet Explorer von Microsoft. Microsoft versuchte immer wieder, mit viel Geld eigene Standards im Markt durchzusetzen und ist immer wieder gescheitert. IBM war da schlauer und hat diesen Kampf schon vor Jahren aufgegeben und lieber offene Standards unterstützt. Mit viel Geld und Ausdauer konnte sich Microsoft aber trotzdem einen beträchtlichen Anteil im kommerziellen Marktsegment sichern. Die Produkte haben aber so viele Probleme, dass Microsoft auf die Unterstützung vieler externer technischer Experten angewiesen ist, die durch Fehlersuche und Reparatur die Systeme benutzbar machen.

Microsoft hat auch viele gute Seiten. Nach wie vor beschäftigt das Unternehmen viele gute Systementwickler und Programmierer. Die internen Abläufe in der Entwicklung sind gut organisiert, die Code Qualität ist bei Microsoft besser als bei den Mitbewerbern und Microsoft hat den wohl besten Update Prozess für seine Produkte.  Microsoft bemüht sich auch seine Produkte aufwärts kompatibel zu machen und kümmert sich auch langfristig um die Kunden. Auf diesem Gebiet werde die Kunden von Google und Apple noch einige Überraschungen erleben.

Steve Balmer war ein typischer IT CEO der letzten Dekade. Viele IT Firmen haben geglaubt, dass sie durch Stärkung ihrer Marketingfunktionen, wahllose Zukäufe kleinerer Firmen und inkrementelle Verbesserungen ihrer Produkte langfristig Wachstum für ihre Firma generieren können. Mit dem iPhone von Apple hat sich die Szene aber grundlegend gewandelt. Überascht stellen die Business Experten fest, dass sie gegen exzellente und innovative Technologie mit ihren Produkten nicht konkurrieren können. Nun werden überall Technologieführer mit Erfahrung gesucht und stellt fest, dass diese nicht auf den Bäumen wachsen.

Einen solchen Leader bräuchte Microsoft dringend, um die solide Basis von Microsoft mit der neuen mobilen Welt zu integrieren und zu verbinden. Es ist aber zu befürchten, dass Microsoft nun den Schwerpunkt auf die mobile IT legt und seine Basissoftware weiter vernachlässigt. Dabei kann man schon jetzt vorhersagen, dass Microsoft in der mobilen Welt allenfalls eine sekundäre Rolle spielen kann. Wer eine grundlegende Änderung in der Technologie verschläft, kann den Rückstand meist nicht aufholen. Ein gutes Beispiel ist da IBM, das mit dem IBM PC zwar richtig gestartet ist, dann aber vom Management ausgebremst wurde. Selbst IT Experten wissen heute nicht mehr, dass die in der mobilen Welt üblichen ARM Prozessoren auf den 801 Prozessor zurück gehen, den IBM in den 70ern zusammen mit führenden US Universitäten entwickelt hat. Dieser wurde vom IBM Management damals mit der Begründung ausgebremst, dass Prozessoren damit viel zu billig wären und man das Geschäft mit den /370 Prozessoren ruinieren würde. Ganz konsequent vewrsucht IBM jetzt auch nicht in das mobile Geschäft für Endverbraucher einzusteigen. Zu spät ist zu spät.

Microsoft ist eigentlich in einer guten Position wenn es um die Anbindung der PC Welt an die neue mobile Welt geht. Um diese Chance zu nutzen, müsste bei Microsoft aber ein strategischer Kopf die Führung übernehmen, der Business und Technologie ähnlich wie Steve Jobs zusammen halten kann. Eine Aufspaltung in eine Business Unit (Konkurrenten IBM, Oracle) und eine Mobile Unit (Konkurrenten Apple, Google, Samsung) würde das Management erleichtern  aber Microsoft langfristig schaden. Die größte Gefahr für Microsoft ist, dass sich die IT Experten (Supporter) von Microsoft abwenden und damit keine Skills mehr für die notwendigen Korrekturen und Anpassungen im kommerziellen Umfeld verfügbar sind.

Auf kommerzielle Großkunden, die mit einem Produkt-Konglomerat von Microsoft, IBM, Oracle u.a. arbeiten werden interessante aber harte Zeiten zukommen. Nichts ist mehr alternativlos.

PS: Auf die Überlegenheit der NEXT Entwicklungsumgebung (Apple) hat mich bereits vor 20 Jahren ein Mitarbeiter hingewiesen, der kurz vor der Pensionierung stand. Ein bischen Erfahrung braucht man auch in den neuen schönen Zeiten.

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