PayPal Käuferschutz – Werbung und Wirklichkeit

Obwohl ich ein Internet User der ersten Stunde bin und auch in diesem Blog gute Ratschläge gebe, wie man sich vor Betrügern im Internet schützen kann, bin ich bei einer Bestellung eines Ersatzteils für einen alten Laptop neulich doch in Schwierigkeiten gekommen. Da ich bei der Lieferfirma noch nie bestellt hatte, habe ich mir das Impressum und die AGBs angesehen. Dabei wurde zwar der Gerichtsstand Berlin erwähnt aber es gab keine gültige Adresse, was ich aber übersehen habe. Um mich zusätzlich abzusichern habe ich die Zahlung über PayPal gemacht. Da kann mir eigentlich nichts passieren – dachte ich. Soweit so gut.

Nachdem ich die Bestellung abgeschickt hatte, tat sich zwei Wochen gar nichts.  Es gab auch keine eMail in der die Bestellung bestätigt wurde. Das machte mich schon etwas unruhig. Dafür rhielt ich eine etwas kryptische Meldung in holprigem Englisch dass meine Zahlung von Paypal eingegangen wäre. Mein Geld war also weg. Danach erkundigte ich mich über die Info eMail Adresse des Shops nach dem Verbleib meiner Sendung und bekam nach einiger Zeit eine eMail mit einem Tracking Code der Schweizer Post. Eine Nachfrage ergab, dass mein Paket Shanghai noch nicht verlassen hätte. Meine Bestellung war also in einem Shop in Shanghai gelandet. Nach weiteren zwei Wochen erhielt ich dann eine Nachricht von DHL, dass ich mein Paket beim Zollamt abholen konnte (zum Glück ist in meinem Wohnort ein Zollamt). Dort wurde mir dann eröffnet, dass der Zoll für mein Paket nicht bezahlt worden sei und ich jetzt zusätzlich zum Kaufpreis noch Zoll zahlen müsste. Nachdem ich nicht unbedingt mit der Firma in Shanghai in internationale Rechtsverhandlungen eintreten wollte, habe ich den Zoll bezahlt und dann festgestellt, dass ein anderes als das von mir gewünschte Teil geliefert wurde.

Das sollte eigentlich ein klarer Fall für den Käuferschutz von PayPal sein – dachte ich. Auf meine eMail mit der Schilderung des Falles wurde ich von PayPal dann aufgeklärt, dass ich zunächst alle möglichen Dinge mit der Lieferfirma  klären müsste, bevor die Käuferschutz Garantie von PayPal greifen würde. So einfach wie PayPal den Käuferschutz auf seiner Web Seite darstellt ist es dann doch nicht. Offensichtlich muss bei PayPal der Kunde und nicht der Händler (wie bei der Kreditkarte) nachweisen, dass die Bestellung unkorrekt war. Damit ist der PayPal Käuferschutz weit weniger wirksam als in der Werbung suggeriert wird. Einfach bei PayPal melden, dass nicht richtig geliefert wurde und das Geld zurückerhalten geht wohl nicht. PayPal prüft offensichtlich auch die Händler nicht, ob sie gewisse Minimalstandards erfüllen. Ich werde in Zukunft wohl nur mit der Kreditkarte bezahlen, da dort die Beweislast beim Händler liegt (zumindest auf dem Papier).

PS Nach einigem Hin und Her mit meinen neuen Freunden in Shanghai habe ich die Lieferung akzeptiert, da das gelieferte Ersatzteil zwar nicht das war was ich wollte aber zumindest in meinem Laptop funtioniert hat. Ende gut fast alles gut.

Nun habe ich mich über

3 Antworten zu “PayPal Käuferschutz – Werbung und Wirklichkeit

  1. Ich hatte auch mal so einen Fall, der über PayPal sofort erledigt wurde. Ich glaube aber dass die Kulanz mit dem wachsenden Geschäft zurück geht und die Händler z.B eBay als Filter wirken müssen.

  2. Über Ebay klappt der Paypal-Schutz hervorragend. Ich habe vor mehr als einem Jahr nämlich ein billig-teure Speicherkarte in China bestellt. Sie kam nie, und ich sah dann anhand negativer Bewertungen – die es zum Zeitpunkt der Bestellung nicht gab -, dass da etwas faul ist. Binnen weniger Tage hatte ich mein Geld zurück.
    Das war auch noch zu Zeiten, als die Abwicklung direkt über PayPal lief, nicht wie jetzt über Ebay selbst.

  3. Pingback: PayPal Käuferschutz – Werbung und Wirklichkeit - SharePoint Blogs in German - Bamboo Nation

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