Rösler’s Gesundheitskarte zum x-ten – jetzt mit Gewalt

Die Gesundheitskarte ist eines der vielen „Innovations Projekte“, die von der deutschen Chipkartenlobby vertreten u.a. vom Ex-Minister Goldfinger Schily, mit immensen Kosten für die Versicherten und unsinnigem Aufwand für Ärzte zum Wohle des eigenen Umsatzes flächendeckend nun mit Zwang im Oktober 2011 eingeführt werden soll. Dabei wird der Bevölkerung auch durch unkritische Berichte in Fernsehen und Zeitung (da die Redakteure nicht selbst recherchieren wollen, schreiben sie die Artikle der Kartenlobby einfach ab) das Blaue vom Himmel versprochen. Man soll auf der Karte, Notfallinformationen, Allergien, Arztbesuche, Arztbriefe usw speichern können. Dabei wird völlig ausgeblendet, dass die meisten Daten über den Patienten anfallen, wenn er gar nicht in der Praxis ist und man dann auch nichts auf die Karte schreiben kann. Die wichtigste Funktion für den Patienten, nämlich persönlicher Zugriff auf seine gespeicherten medizinischen Daten, ist natürlich nicht vorgesehen. Die „fortschrittlichen“ Funktionen können mangels Speicherplatz gar nicht auf der Karte gespeichert werden. Im Zeitalter von Mobilfunk und iPhone ist das auch absolut unsinnig. Das Konzept stammt noch aus Zeiten, als noch wenige Ärzte PCs hatten und eine flächendeckend Versorgung mit schnellen Internetanschlüssen und mobilem Internet nicht existierte.

Alles was an heute braucht ist eine Ausweiskarte mit ähnlicher Funktion wie die heutige Versichertenkarte und ähnlicher Sicherheit wie heutige Bankkarten. Eine solche Karte wäre nur unwesentlich teurer als die heutige Gesundheitskarte und könnte ohne Probleme eingeführt werden da ja heute das Lesegerät für die ecKarte, zur Grundausstattung der Ärzte gehört. Das Backend System sollte auf keinen Fall zentralisiert werden sondern so ähnlich arbeiten wie die Banken. Es ist absolut unsinnig, die Gesundheitsdaten von 80 Millionen Deutschen zentral zu sammeln! Die Kommunikation zwischen den Anbietern im Gesundheitssystem und den Patienten sollte ähnlich wie im heutigen Geschäftsverkehr mit eMail, Portalen usw erfolgen. Das funktioniert in Teilbereichen auch schon mit Standardsoftware und erfordert keine Neuentwicklung.

Es ist unverständlich warum Herr Rösler in bewährter Management Technik dieses unsinnige „Ulla“ Vermächtnis seiner Vorgängerin samt den assoziierten Beratern bei Amtsantritt nicht gekippt hat. Das ist wohl nur seiner (und seiner Parteifreunde) Unerfahrenheit zuzuschreiben. Der neue Innenminister Friedrich und der neue Verteidigungsminister De Maizière zeigen wie man unsinnige Projekte kippt auch wenn die Vorgänger in der eigenen Partei sind. Wahrscheinlich muss man auch den Gesundheitsminister Rösler auf den Acker schicken um dieses Projekt loszuwerden.

Dazu sollte die Presse und vor allem das Fernsehen die Berichte der Kartenlobby nicht kritiklos übernehmen und die Berichterstattung mit dümmlichen Befragungen von ahnungslosen Patienten und Ärzten einstellen.

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