Was verrät meine IP Adresse und was meine Hardware?

Die IP Adresse eines Besuchers im Web ist die Sende- und Empfangsadresse für Daten im Web. Die Informationen, die in der eigenen IP Adresse  verbunden sind kann man  sich einfach ansehen z.B. mit Meine IP Adresse ermitteln und anzeigen etwas detaillierter mit Web Privacy Check oder mit Anzeige Bildschirmformat. Mit yougetsignal kann man für die eigene oder eine fremde IP Adresse prüfen und sich in einer Google Map anzeigen lassen an welchem Ort man sich ans Internet angeschlossen hat. Die IP Adresse enthält Informationen darüber wo und wie man ins Internet kommt z.B. Internet Provider (ARCOR, 1&1, Telekom, Firma usw)  und Ort der Anschlussstelle , Browser (Internet Explorer, Firefox, Chrome, u.a.), PC Betriebssystem, Netzgeschwindigkeit und, Bildschirmauflösung. Geht man mit einem mobilen Geräte ins Internet ist der Netzwerkprovider (SIM Karte) auch der Internet Provider – der Einwahlort wird dann aber nicht angezeigt.  Da die IP Adresse in der Regel vom Provider dynamisch vergeben wird, kann man von der IP Adresse nicht direkt auf den Namen des Benutzers schließen. Nur wenn man die genaue Zeit und die IP Adresse kennt, kann der Netzwerkprovider den Benutzer eindeutig identifizieren. Diese Daten wird der Netzwerkbetreiber nur auf richterlichen Beschluss an Dritte herausgeben. Allerdings veranlassen  manche deutsche Richter häufig auch die Herausgabe dieser Daten an windige Internet-Abzocker ohne triftigen Grund.  Jede besuchte Website kann die Internetadresse des Besuchers und die damit verbundenen Geodaten ermitteln und mit einem Zeitstempel ablegen. Die besuchte Site kann auch feststellen von welcher Webseite (z.B. über ein Link auf dieser Seite) der Besucher kam. Kommt der Besucher über eine Google Suche weiß die besuchte Site auch mit welcher Suchanfrage der Benutzer auf die Seite geleitet wurde. All diese Informationen werden von Betrügern gern benutzt um Name, Adresse und Geburtsdatum des Besuchers herauszufinden und das als Beweis für einen Vertragsabschluss zu benutzen. Viele naive deutsche Richter akzeptieren diese Daten als Beweis für einen Vertragsabschluss und erlauben den Betrügern  mit richterlichem Beschluss an die Verbindungsdaten zu kommen. Das Geburtsdatum als Bestätigung für eine Transaktion besorgt man sich z.B. einfach von Facebook.

Senden Sie eine Email so ist darin Ihre IP Adresse enthalten. (Das kann man sich ansehen indem man sich selbst eine Mail schickt und dann den Inhalt als Quelltext anzeigt (Firefox:  -> Ansicht -> Seitenquelltext ansehen oder Internet Explorer -> klick rechte Maustaste auf eMail-> Eigenschaften -> Details -> Quelltext und Nachrichten-Quelltext wählt). Damit kann jeder Empfänger einer Ihrer Mails die IP Adresse ihrer Email-Adresse zuordnen. Damit ist es dann eine relativ leichte Übung detaillierte Daten über Sie zu ermitteln. Senden Sie also nie eine Mail an dubiose Adressen – auch nicht zur Anmeldung an eine vielversprechende Site, wo Sie dann meist nicht finden was der Titel verspricht z.B. kostenlose Software zum Runterladen.

Die dynamische IP Adresse für einen PC wird meist beim Einschalten des DSL Routers vergeben.  und wird (anders als früher bei Wählverbindungen) beim Ein- und Abschalten des PCs nicht geändert. Man kann seine IP Adresse am einfachsten ändern indem man den DSL Router kurz ausschaltet und dann wieder einschaltet. Steht der Router in einem anderen Raum oder im Keller kann man mit einer Funksteckdose ohne Mühe Aus- und Einschalten oder den Router über die Benutzerschnittstelle zurücksetzen. Bei mobilen Geräten muss man die Verbindung zum Internet unterbrechen und  neu aufbauen. Moderne Web Nomaden mit Flatrate sind oft wochenlang mit der gleichen IP Adresse unterwegs und leicht zu identifizieren.

Die Information über den Einwahlort ist häufig interessant für den Besitzer einer Site. Viele Sites verwenden Google Analytics für die Besucher Analyse.

Eine kleine Firma, kann daran schon erkennen dass z.B. Konkurrenten Informationen abrufen. Wenn z.B. ORACLE sehr viele Anfragen aus Walldorf zu bestimmten Themen sieht, weiß man genau wofür die Konkurrenz sich gerade interessiert.

Ziel vieler Websites ist es, den Benutzer möglichst genau zu kennen und die IP Adresse einem realen  Benutzer zuzuordnen. Das geht relativ einfach wenn sich der Benutzer mit Benutzername und Kennwort angemeldet hat oder wenn die besuchte Site z.B. ein Cookie auf Ihrem PC gespeichert hat.  Dann kann die Site eine Liste erstellen aus der hervorgeht zu welchen Zeiten eine Benutzer eine bestimmte IP Adresse benutzt hat. Haben Sie sich z.B. bei Google, Facebook usw angemeldet, so kann die IP Adresse eindeutig einem Benutzer zugeordnet werden.  Man sollte sich also nicht bei dubiosen Websites anmelden, die diese Information gezielt speichern und verkaufen.

Die IP Adresse wird im Internet auch zur Erkennung von SPAM oder Denial of Service Attacken benutzt. Wird die eigene IP Adresse auf eine Blacklist gesetzt, kann man eventuell bestimmte Teile des Internets nicht mehr erreichen oder keine Mail verschicken. Das wird bei privaten Benutzern wohl selten vorkommen. Im Notfall kann man mit einem Blacklist  Check prüfen, ob die eigene IP Adresse auf einer der vielen Blacklisten steht. Ähnlich wie den Absender auf einem Brief kann man die Absender Adresse von Mail leicht fälschen. Böse Buben können dann durch Versenden von SPAM eine Mail Adresse „verbrennen“ und unbrauchbar machen.

In bestimmten Situationen kann es durchaus sinnvoll sein, die eigene IP Adresse zu verbergen. Hierfür kann man einen Anonymisierungs Proxy verwenden. Am einfachsten geht das mit einem TOR Plugin, den man im Firefox Browser installiert.  Man sollte aber beachten, dass die Identifizierung des Site Besuchers über Cookies (Site eigene und fremde)  auch funktioniert, wenn die IP Adresse nicht bekannt ist. Zusätzlich gibt es noch viele Hacker-Tricks um Benutzer zu markieren und zu verfolgen. Auch in einem Internet Cafe ist man nur solange anonym bis man sich bei einem  Dienst z.B. eMail anmeldet. Man sollte sich also keinesfalls darauf verlassen, dass man im Internet anonym ist. Die Internet (Un)Sicherheitsdienste sind überall.

Benutzt man einen Opera Mini Browser auf dem Handy so werden die Anfragen automatisch über einen Proxy geleitet und sind damit recht gut anonymisiert. Das kann man selbst nachprüfen indem man mit dem Handy oder mit dem  Opera Mini Simulator die IP Adresse  anzeigt www.ueber-mich.com. Als Provider wird dann opera-mini.net angezeigt. Allerdings wird von Opera auch die originale IP-Adresse weitergegeben. Diese wird aber nicht von allen Sites ausgewertet.

Leider kann man trotzdem eindeutig identifiziert werden, wenn man die IP-Adresse etwa mit TOR oder VPN verbirgt! Ein PC kann z.B. über die Hardware erkannt werden (Beispiel Platte) oder über Cookies und natürlich wenn man sich mit Login anmeldet.  Mobiltelefone konnten Anwendungen  bisher über die Hardware Kennung (IMEI) und/oder den UUID eindeutig erkennen. Professionelle Gangster nutze deshalb ein Handy nur für einen einzigen Anruf! Beim iPhone können Anwendungen (Apps) ab iOS Relese 6 den UUID nicht mehr auslesen. Dafür gibt es jetzt einen UDID, der ähnlich wie die IP Adresse von der Software generiert wird. Auf den UDID haben Anwendungen (APPs) Zugriff um z.B. personalisierte Werbung zu ermöglichen. Den UDID beim iPhone kann man zurüchsetzen oder ganz sperren (-> Einstellung -> Datenschutz -> Werbung -> Ad-ID zurücksetzen).

Ganz Schlaue können mit Hilfe einer Datenbank sogar von der MAC Adresse des WLAN Routers auf die Postadresse des Benutzers schließen. Mit Google Street View wurde das u.a. auch erfasst. Man sollte bei Smartphone und PAD die Ortungsdienste zu Hause immer abschalten damit man nicht über den Aufenthaltsort identifiziert werden kann.

Das zeigt einmal wieder, dass man sich auf „Security Experten“ nicht verlassen kann, die nicht auf Systemebene denken und Verfahren wie TOR isoliert betrachten. TORen eben.

PS Auch von Personen, die nie einen PC oder ein Smartphone benutzen, gibt es inzwischen im Web viele Daten, die sie selbst, „Freunde“ Behörden, Banken,  Unternehmen u.a. generiert haben. Die Daten im Internet sind dagegen bei Privatleuten nur „Peanuts“.

9 Antworten zu “Was verrät meine IP Adresse und was meine Hardware?

  1. Pingback: Geo-Sperren und Info-Filter umgehen | PrivatesPortal

  2. Pingback: IP-Adressen | fiona

  3. Super Erklärung!

  4. Pingback: Was verraten meine IP Daten im Festnetz und Mobil? | PrivatesPortal

  5. This IP address 77.13.0.0 – 77.13.255.255 is a spam sending spams address
    (Please see http://www.spambusted.com/ how spam detection works)

  6. Pingback: Identität und Anonymität im Internet und in der realen Welt | Freie Abgeordnete

  7. Pingback: Beliebteste Suchbegriffe » Was verrät meine IP Adresse?

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  9. Pingback: Was verrät meine IP Adresse? - SharePoint Blogs in German - Bamboo Nation

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