Was weiß Google über mich?

Das Bestreben von Google ist laut Aussage der Chefs und Mitarbeiter, immer nur das Beste für ihre Kunden zu wollen. Diese Grundhaltung ist sicher eine wesentliche Grundlage für den Erfolg von Google und den guten Service, der jeden Tag von Millionen von Kunden zur vollen Zufriedenheit genutzt wird. Eine wesentliche Voraussetzung für gute Resultate bei der Suche ist,  daß man die Interessen des Benutzers durch Analyse der Suchanfrage und der Seiten, die daraufhin angeklickt werden, kurzfristig und langfristig kennt. Hierfür muss man den Benutzer identifizieren. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die wichtigsten sind wohl:

  1. IP Adresse (kurzzeitig,langfristig nur eingeschränkte Zuordnung zu einer Person möglich)
  2. Cookie
  3. Add On im Browser z.B. Google Tool Leiste
  4. Benutzername und Passwort nach Login z.B. bei iGoogle, GMail u.a.
  5. Erkennung von fremden Cookies z.B. Facebook

Durch Verwendung dieser und anderer Methoden kann Google z.B. (Quelle)

  • Eine Liste von Benutzern erstellen, die eine bestimmte Suchanfrage gestartet haben
  • Ausgehend von der IP Adresse oder dem Google Cookie des Benutzers eine komplette Liste aller Anfragen des Benutzers erstellen.

Dabei ist für die Speicherung der Benutzerdaten in Google beliebig viel Platz vorgesehen. Es werden sicher aber nicht alle Daten immer genutzt. Google verwendet heute die Kundendaten hauptsächlich zum Nutzen von Google und der Kunden und das sind nicht nur Leute, die etwas im Internet suchen, sondern auch Unternehmen die Anzeigen schalten oder Profile von Benutzergruppen erstellen lassen. Grundsätzlich ist das ein zulässiges Geschäftsmodell. Die Google Benutzer „Bezahlen“ mit ihren Daten für die kostenlose Nutzung der Suchmaschine. Das funktioniert zur Zeit zur Zufriedenheit fast aller Teilnehmer und sollte leichtfertig nicht geändert werden.

Dem deutschen Datenschützer und dem BSI läuft es dabei aber kalt über den Rücken. Das soll es ja auch – sie sollen ja die Privatsphäre des Benutzers schützen (hinken aber meist dem Stand der Technik weit hinterher). Die Tipps, die für die „Anonymisierung“ gegeben werden sind zwar gut gemeint, aber meist wenig praktikabel und auch nicht wirksam.

Nun gibt es aber durchaus einige gute Gründe nicht alle persönlichen Interessen bei Google offenzulegen auch wenn man nicht Interessent bei http://www.schweinkram.de ist. Man möchte z.B. als Firma nicht unbedingt der Konkurrenz offenlegen, für welche Themen sich die Entwicklungsabteilung gerade interessiert. Ein Journalist möchte nicht unbedingt aller Welt bekanntgeben zu welchen Themen er gerade recherchiert usw.  Einige Schutzmaßnahmen, die zumindest im Detail die Privatsphäre schützen können sind:

  • Sperren Sie die Speicherung von 3rd Party Cookies damit die Zahl der auf ihrem PC gespeicherten Cookies überschaubar bleibt.
  • Verwenden Sie außer Google auch andere Suchmaschinen – dann hat Google zumnidest nicht alle ihre Suchdaten. Ich verwende z.B. BING mit speziellem Profil für Englische Suche.
  • Suchen Sie nicht mit Ihrem Standard Browser nach Ihrem Namen, Kreditkarten-, Kontonummer etc  (sonst weiß Googles wirklich alles!)
  • Machen Sie keinen automatischen Login zu Google Funktionen, die Benutzername und Passwort benötigen iGoogle,GMail, Google Apps etc. sonst kann man Sie ganz eindeutig ihren Profil Daten zuordnen. (wahrscheinlich ist das schon längst geschehen).
  • Ändern Sie vor kritischen Abfragen ihre IP Adresse (ab/anschalten des DSL Routers z.B. über drahlos abschaltbare Steckdose).
  • Verwenden Sie für kritische Abfragen einen zweiten Browser z.B. Chrome oder IE anstatt Firefox und stellen sie den Browser so ein, dass keine Cookies und Privatdaten gespeichert werden.
  • Verwenden Sie nach erfolgreicher Suche nicht den angezeigten Google Link (der führt nämlich zurück nach Google und erst dann ans Ziel), sondern steuern Sie Website direkt an, indem Sie die von Google angezeigte Website direkt ansteuern.
  • Richten Sie einen zweiten Benutzer auf dem PC ein und stellen Sie möglichst viele Parameter auf höchste Datenschutzstufe.

Bei allen Bedenken sollte man jedoch nicht in Hysterie verfallen sondern sollte nur die Aspekte der persönlichen Nutzung des Web schützen, die man selbst für schützenswert hält. Dafür benötigt man aber relativ viel Detailwissen und muss mit viel Sorgfalt arbeiten. Wer diesen Aufwand nicht leisten will und kann, wird seine privaten Daten gegen Google wohl nicht verteidigen können.

Eine Antwort zu “Was weiß Google über mich?

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