Facebook oder Privates Portal

Viele Gruppen (Vereine, Familien, Firmen, Schulen, Kirchen – man kann auch Soziale Netzwerke dazu sagen) möchten ihren Mitgliedern zeitgemäße Methoden der Kommunikation anbieten und erliegen häufig der Versuchung einfach ein bestehendes kommerzielles System wie z.B. Facebook, Google Groups, XING usw einzusetzen. Selbst viele Firmen meinen heute, dass sie eine Kundenbeziehung einfach über ein kommerzielles, soziales Netzwerk aufbauen können. Eine Gruppe ist in den bestehenden Systemen einfach zu gründen – dann fangen die Probleme aber erst so richtig an. Bei kommerziellen Systemen muss sich zunächst jedes Mitglied registrieren lassen und dabei die allgemeinen Geschäftsbedingungen des Anbieters akzeptieren. Nun ist nicht jeder bereit seinen Namen, Alter und eMail Adresse an Facebook und Co. weiterzugeben wenn der Betreiber sein eigenes Geschäftsmodell verfolgt und das auch gerne mal wieder ändert wenn die Kasse nicht stimmt. Bei Facebook werden die Adressen der Benutzer z.B. offiziell an Dritte verkauft. Dazu kommt, dass die Sicherheitsmechanismen meist für den Betreiber und nicht für die Benutzer optimiert sind. Viele Gruppenmitglieder akzeptieren auch nicht die kommerzielle Werbung vom Betreiber des sozialen Netzwerks oder von externen Firmen.

Stellt man dann eigene Informationen in das Soziale Netzwerk ein, so ist meist ziemlich unklar, wem die Daten eigentlich gehören, wie der Zugriff gesteuert wird und wie man letztendlich seine Daten wieder aus dem System herausholen kann, wenn man beschließt auf ein anderes System umzuziehen. Betreiber von sozialen Netzwerken führen auch gerne kurzfristig eine neue Software Version ein ohne sich darum zu kümmern wie die Kunden ihre Daten und Anwendungen migrieren können – so z.B. letztes Jahr bei Google Spaces geschehen.

Bei einem Privaten Portal z.B. bei einem Sharepoint Portal Server hat man zunächst etwas mehr Arbeit das Portal aufzusetzen. Typisch wird man das Portal bei einem Hoster betreiben und der Betreiber des Privaten Portals muss auch die Nutzungsbedingungen des Hosters akzeptieren. Anders als Bei Facebook und Co. verwaltet aber die Betreiber und seine Beauftragten alle Benutzer, Daten, Anwendungen und Zugriffsrechte und kann selbst entscheiden welche Teile seines Portals öffentlich und welche Teile nur privat genutzt werden. Die Benutzer müssen mit dem Hoster keine seperaten Verträge abschließen. Zwar kostet so ein Privates Portal bei exklusiver Nutzung und einigen Hundert Benutzern etwa 100 € $ im Jahr. Dabei können Subportale für Familie, Vereine, Kundengruppen usw  aufgesetzt werden. Typisch liegen dann die Kosten je Benutzer bei < 1 $/Jahr.  Man hat dabei aber völlige Selbstbestimmung, muss keine Werbung erdulden und man ist Herr der eigenen Daten. In einem Privaten Portal findet man heute alle Funktionen wie man sie typisch in Gruppen braucht: Web Site, Dokumenten Management, Benachrichtungen, Wikis, Umfragen usw. Das ganze kann professionell mit verteilter, delegierter Verantwortung gemanaged werden. Dafür braucht man in einer Gruppe einige Administratoren, dei sich zumindest in Teilaspekten des Systems auskennen. Die Komplexität liegt dabei auf ähnlicher Ebene wie z.B. bei WORD oder EXCEL. Allerdings gibt es heute in Deutschland noch relativ wenig Benutzer, die sich in dem Gebiet einigermaßen auskennen.

Ein typisches Privates Portal für einen Verein ist das VDE Portal . Der VDE führt z.B. sogar seine Wahlen Online mit dem System durch.

Eine Antwort zu “Facebook oder Privates Portal

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