Ärgernis: Third Party Cookies

Allenthalben wird in den Medien über die Aushöhlung der Privatsphäre geklagt und auf die bösen Abzocker im Internet hingewiesen. Wenn es allerdings um den eigenen Profit geht, ist schnell Schluß mit dem Datenschutz. Sicher haben Sie sich schon gewundert, wenn Ihnen kurz nach Besuch einer Website über Segeln eine Reklame über Segelkleidung in den Briefkasten geworfen wurde. Sie wundern sich dann, woher der Anbieter ihr Hobby Segeln kennt und woher er Ihre Adresse bekommen hat.

Wenn man das Web vernünftig nutzen will, dann muss man das Speichern von Cookies zulassen, mit denen man auf dem Server identifiziert werden kann. Was Unternehmen mit diesen Cookies machen, sieht man sehr schön z.B. bei den Datenschutzrichtlinien von Rebok.
Auszug:
Nicht personenbezogene und zusammengefasste Daten
Wir sind berechtigt, bei Ihrem Besuch unserer Websites so genannte „Clickstream“-Daten (IP-Adresse, Server-Adresse, Domänenname, Browser-Informationen und andere nicht personenbezogene Daten über Ihren Besuch zu erfassen. Diese Informationen können mit Daten kombiniert werden, die Sie uns mitgeteilt haben (beispielsweise bei der Anmeldung), wodurch wir Ihre Besuche analysieren und besser auf Sie zuschneiden können.

Da Ihr Einwohnermeldeamt ihre Adresse an Datenhändler verkauft, kann man schnell ein ziemlich komplettes Kundenprofil zusammenstellen und anders als Rebok auch an interessierte Werbefirmen und Datenhändler verkaufen.

Third Party Cookies (Drittpartei Cookies) werden auf dem PC meist von Werbebannern gespeichert, die mit der Information, die man eigentlich sehen will, mitkommen. Wenn man diese Third Party Cookies wie über 92% der Benutzer nicht sperrt, hat man in kürzester Zeit Hunderte von Cookies von allen möglichen Anbietern auf dem PC und wird auf deren Servern auch als „Kunde“ gespeichert, ohne dass man jemals diese Server bewußt besucht hätte.

Nun ist es selbst bei „seriösen“ Websites wie FAZ oder Forbes zur Unsitte geworden, dass Webseiten und -anwendungen nur noch angezeigt werden, wenn man Third Party Cookies zulässt. Man liefert damit seine Kunden der Cookie Mafia aus. Seriöse Firmen sollten dieses Geschäftsgebaren im Sinne ihrer Kunden ablehnen und nur Anwendungen auf ihren Servern laufen lassen, die Third Party Cookies nicht zwingend erfordern.

Um einen einigermaßen wirksamen Datenschutz für Third Party Cookies wenigstens bei deutschen Websites zu sichern, muss man das Datenschutzgesetz erweitern. In Kalifornien kann z.B. jeder Bürger von einem Website Anbieter eine Liste der Firmen anfordern, an welche Informationen weitergegeben wurden. Mit einem guten Anwalt kann dann der Kunde gegen die Firma klagen. Da das richtig teuer werden kann, verzichten die Webanbieter dann lieber auf die paar Cent, die sie mit Weitergabe der Daten verdienen können.  Na ja, in Kalifornien gibt es eben bereits Politiker, die sich mit dem Internet auskennen.

2 Antworten zu “Ärgernis: Third Party Cookies

  1. Pingback: Was verrät meine IP Adresse? | PrivatesPortal

  2. Pingback: Ärgernis: Third Party Cookies - SharePoint Blogs in German - Bamboo Nation

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