Der Cloud Super GAU – neue Software Version

Allenthalben werden jetzt Services im Web als Lösung aller Benutzer Probleme angeboten. Es ist ja auch zu verlockend ein System nur zu nutzen und einem professionellen Anbieter den ganzen Ärger mit der Hardware- und Software Infrastruktur zu überlassen. Zunächst ist die Begeisterung groß und man packt immer mehr Anwendungen in die Cloud. Bei seriösen Anwendern sind die Anwendungen recht benutzerfreundlich und auch stabil. Der Verwaltungsaufwand ist wirklich minimal und die Anwendungen sind verglichen mit dem Betreiben eines eigenen Servers mit eigener Software sehr billig.

Schwierig wird es allerdings dann, wenn eines Tages eine eMail des Hosters im Briefkasten landet, in der angekündigt wird, dass demnächst eine tolle neue Version der Software installiert wird und sich gleichzeitig einiges am Sicherheitskonzept und bei den Geschäftsbedingungen ändert. Freundliche Hoster lassen dann dem Benutzer 2 Monate Zeit, die Umstellung zu bewerkstelligen. Andere wie zum Beispiel Google  bei der Anwendung Google Spaces teilen ihren Anwendern kurz mit, dass die Software geändert wurde und alte Anwendungen nicht mehr laufen. Freundlicherweise wird eventuell noch eine Datenkonversion alt nach neu angeboten, die aber meist nicht richtig funktioniert. Für die Benutzer bedeutet das, dass sie ihre Anwendung von Hand neu aufbauen und meist auch neu strukturieren müssen. Im Fall von Google kann sich der Benutzer nicht einmal beklagen, da die Anwendungen in den ersten Jahren meist als BETA (keine Garantie) bezeichnet werden und Google sich ausdrücklich das Recht vorbehält, Dienste (Service) jederzeit zu beenden. Nachdem ich eine Vereins Website mit Google Spaces beim Erscheinen der neuen Software Version komplett neu machen musste, hält sich meine Begeisterung für Google Services in Grenzen. Die Google Services sind ja ganz nett, können aber nur für Dinge benutzt werden, die man jederzeit wieder aufgeben kann.

Wer glaubt diese Sachlage würde sich ändern, wenn man für die Google Services bezahlt, sollte mal die Verträge von Google genau ansehen. Software Entwickler, die nie gelernt haben wie man Software baut, die über Jahrzehnte betrieben werden kann (wie bei den IBM Großsystemen bisher üblich) , können das auch nicht wenn die Marketing Abteilung die Services aggressiv verkauft. Für Privatanwender mit kleinen Applikationen mag das fehlende Versionsmanagement von Internet Anwendungen ja sehr ärgerlich sein, für Firmen, deren Geschäft von solchen Systemen abhängt, kann eine nicht geplante neue Version der Cloud Software sogar zum Zusammenbruch der Firma führen. Dieses Problem ist keineswegs nur auf Google beschränkt. Selbst erfahrene Software Hersteller wie Microsoft können ihre Cloud Produkte wie z.B. Sharepoint nicht managen. Das ist auch extrem schwierig, weil man ja neue Funktionen anbieten will, die über das bereits bestehende Angebot hinausgehen und die Anwender bewegen sollen, die neue Software zu kaufen.

Andere Hoster lassen einfach veraltete Software weiter laufen, was dann dazu führt, dass man dann keinen Support mehr bei Fehlern erhält und z.B. neue Betriebssysteme, Hardware  oder Anwendungssysteme nicht unterstützt werden. In der Regel ist das auch keine sehr gute Alternative.

Auf alle Fälle sollten Cloud Anwender folgende Szenarien durchspielen, bevor sie signifikante Mengen an Zeit und Geld investieren:

  1. Was muss ich tun wenn der Cloud Betreiber kurzfristig oder generell seinen Dienst einstellt? (oder seine Preise wesentlich erhöht)
  2. Was muss ich tun wenn eine Cloud Anwendung komplett eingestellt wird? (Hoster geht Pleite)
  3. Was muss ich tun wenn eine Cloud Anwendung nicht mehr weiter entwickelt wird?

Eine ganz wichtige Funktion jeder Cloud Anwendung ist das Auslesen und Speichern der Benutzerdaten aus der Cloud und Konversion in ein bearbeitbares Format. Ein ganz wesentlicher Grund dafür, dass ich WORDPRESS als Blog Plattform benutze, ist die No Lock In Funktion, mit der man alle Benutzerdaten in ein strukturiertes XML Dokument exportieren kann.  Diese Daten kann man dann mit einfacher Software z.B. in Word Dateien umwandeln und so auch ausserhalb des WORDPRESS Hostings verfügbar machen. Ein gutes Zeichen ist es z.B. wenn der Cloud Anbeiter bereits mehrere neue Software Versionen heraus gebracht hat ohne die Benutzer wesentlich zu stören. Das deutet auf ein kompetentes Entwicklungsteam hin.

Es lohnt sich auch ab und zu im Web nachzuschauen, ob das verwendete Cloud System gute Kritiken erhält und die Zahl der Benutzer wächst und nicht zurückgeht. Ist ein konkurrierendes System wesentlich erfolgreicher, wird das benutzte System wohl nicht lange Bestand haben (the winner takes it all). Besondere Vorsicht ist bei Apple und Microsoft Services angebracht, da diese Firmen ganz bewusst eigene Standards bei Datenformaten, Anwendungs- und Programmiersystemen bevorzugen. Davon wegzukommen ist extrem schwierig.

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Eine Antwort zu “Der Cloud Super GAU – neue Software Version

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