Ärger mit neuen EC- und Kreditkarten – im Ausland trotzdem bezahlen

Da der Magnetstreifen von EC- und Kreditkarten schon von jedem Junior Programmierer kopiert werden kann, wird die Bankenwelt von der Chipkartenindustrie schon seit langem zum Einsatz von Chipkarten gedrängt. Chipkarten haben ja aus Sicht der einschlägigen Industrie den  Vorteil, dass sie erheblich teurer als Karten mit Magnetstreifen sind. Das ist ja bei der Gesundheitskarte ähnlich, die ja vor allem das Geschäft der Chipkartenhersteller ankurbeln soll.  Die Chips können tatsächlich nur mit extrem hohem Aufwand gefälscht werden. Damit soll das beliebte Skimming Spiel von Betrüger Banden – die Daten auf dem Magnetstreifen werden ausgelesen, in ferne Länder geschickt und dort an veralteten Geldautomaten und Kassenterminals genutzt – unterbunden werden.

Traditionell wird bei den Chipkartenherstellern sehr viel Wert auf Sicherheit gelegt – dabei bleibt die Funktion für den Kunden aber gerne mal auf der Strecke wie beim aktuellen 2010 Chaos bei EC und Kreditkarten. Mit der Einführung von Chips wird aber der Betrug mit Magnetstreifen nicht wirklich unterbunden, weil international speziell in USA nach wie vor der Magnetstreifen benutzt wird. In den USA ist man einfach nicht bereit, die zusätzlichen Kosten für den Austausch der Geldausgabeautomaten und der Kassenterminals zu tragen. Deshalb wird man international noch lange mit Magnetstreifenkarten bezahlen und auch betrügen können.

In Deutschland lässt sich das EC-Karten Problem noch relativ leicht kurzfristig mit einem Software Update zunächst der Geldautomaten und Kassenterminalsder und später der Chips auf der Karte (am PC hat man sich ja daran schon gewöhnt) und mit etwas Service der Banken lösen. Das hat durchaus einen Vorteil – die Bankmitarbeiter sehen endlich mal wieder ein paar Kunden persönlich! Ärgerlich ist aber, dass die Karten wie andere Produkte auch keine Produktionsnummer haben mit der Kunden einfach feststellen könnten, ob sie betroffen sind

Ganz anders sieht es bei Verwendung der neuen EC und Kreditkarten im Ausland aus. Hier haben deutsche Banken praktisch keinen Zugriff speziell auf die Kassenterminals. Zum Glück wird aber weltweit noch weitgehend nur der Magnetstreifen ausgelesen – das funktioniert auch mit fehlerhaften deutschen Karten. Schwierig wird es, wenn die Lesegeräte auch das Chip auslesen. Hier warten auf die Kunden ganz neue Überraschungen, weil die Chips mit zusätzlichen Daten für mancherlei Sperren ausgestattet sind, die z.B. den Betrag der Zahlung oder den Einsatz in verschiedenen Ländern begrenzen.

Tips: Bei Zahlung an Kassenterminals im Ausland bevorzugt mit Magnetstreifen bezahlen sobald ein Versuch über den Chipleser nicht funktioniert (Terminals in Frankreichs haben zusätzlich zum Chiplesegerät meist noch einen manuellen Magnetstreifenleser, durch den die Karte gezogen wird). Das funktioniert zumindest mit Kreditkarten einwandfrei.

Eine Ersatzkarte von einer anderen Bank ist immer gut! (Die Amerikaner haben meist > 10 Karten – eine geht fast immer!)

Schwieriger wird es, wenn die Karte in einen Kombileser eingezogen wird, da dann die Terminalsoftware bevorzugt auf das Chip zugreift. Hier kann manchmal das großzügige Abkleben des Chips auf der Karte in Längsrichtung zum Beispiel mit Tesafilm helfen. Das sollte man jedoch nur mit Einverständnis des Verkäufers machen, da immer ein gewisses Risiko besteht, dass Tesafilm im Terminal hängen bleibt. Da muss dem Verkäufer schon ein ziemlich gutes Geschäft winken, damit er diesem Verfahren zustimmt. Auf alle Fälle sollte man im Ausland möglichst bald einen kleineren Betrag zur Probe mit der Karte bezahlen und größere Hotelrechnungen nicht erst am Tag der Abreise kurz bevorder Flieger abhebt bezahlen. Mit einem Anruf bei der eigenen Bank kann man zum Besipiel den Höchstbetrag bei einer Zahlung im Ausland bei einer Sperre erhöhen. Dabei sollte man sich aber nicht von den Bankangestellten abwimmeln lassen – es geht – man muss nur wissen wie. Fazit: mit erhöhter Sicherheit werden die Bezahlsysteme in den verschiedenen Ländern noch für mehr Überraschungen auch beim Bezahlen im Internet z.B. Paypal sorgen.

Will man eine gößere Hotelrechnung bezahlen, kann man das im Notfall auch über das Internet machen. Hierfür kann man z.B. die Funktion Anzahlung nutzen, die größere Hotels anbieten. Man muss sich da einfach mit dem Hotelier einigen. Mit einem Internet fähigen Handy geht das ganz gut und mit einem iPhone ganz einfach. Bei einem größeren Betrag wird sich sogar der Hotelier freuen, weil er dann die hohen Gebühren für die Kreditkartenzahlung spart. Wichtig ist, dass man das Problem rechtzeitig erkennt.

(Kommentare zu diesem Eintrag wegen SPAM gesperrt)

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.