Identity Management mit eMail Adresse

Im Web findet man eine Vielzahl von Verfahren, um den Zugriff auf persönliche Daten in Portalen und speziell im Web 2.0 Umfeld zu sichern. Je mehr Sites Benutzername und Passwort verwenden, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass die Benutzer Name und Passwort vergessen. Deshalb ist es gängige Praxis, neue Passwörter an die vom Benutzer angemeldete eMail Adresse zu schicken. Die eMail Adresse ist damit die Verbindung zur Identität des Benutzers. Wer auf die persönliche eMail zugreifen kann, kann auch Passwörter neu beantragen oder ändern.  

Für die eMail Adressen- und Berechtigungsverwaltung gibt es zwei wesentlich unterschiedliche Verfahren

  1. Man melder sich bei einem eMail Provider wie z.B. Telekom, Arcor, GMX, Google usw an. Dabei schließt man einen Vertrag zu den jeweilgen Geschäftsbedingungen des Anbieters ab. Bei Google beinhaltet das z.B. dass in der eMail Anwendung des Benutzers Werbung angezeigt wird. 
  2. Man besorgt sich eine eigene Domain von einem Anbieter, die auch eMail Service beinhaltet. Das hat den Vorteil, dass man eigene eMail Adressen z.B. in der Firma oder im Verein vergeben kann, ohne dass jeder einzelne Benutzer einen Vertrag mit dem Anbieter abschließen muss. Allerdings ist der Domain Owner für die vergebenen eMail Adressen verantwortlich und kann diese auch ändern. In der eigenen Domain kann man auch sinnvolle Benutzernamen wählen ( z.B. meinname@mydomain.com) und auch mehrere Identitäten/eMail Adressen mit Weiterleitung an die Hauptadresse einrichten. Der eMail Administrator kann eMail umleiten, eine Kopie der eMail automatisch an andere Benutzer schicken oder die eMail Adresse löschen.  

Die Sicherheit im Web wird also im wesentlichen dadurch bestimmt, wie eMail gehandhabt wird. Ich bevorzuge für mich die 2. Methode und empfehle diese auch für Portale und soziale Netzwerke. 

Bei offenen, privaten Portalen haben die Benutzer in der Regel selbstgewählte eMail Adressen und sind nicht gewillt, andere eMail Adressen zu verwenden, während in geschlossenen Firmennetzen die eMail Adressen zentral vergeben werden. Offene Systeme müssen also in der Lage sein, mit beliebig gewählten eMail Adressen zu arbeiten. 

In Sharepoint kann man inder Regel (nicht bei allen Hosting Anbietern!) die beliebige eMail Adresse des Benutzers als Benutzername verwenden und Benachrichtigungen über Änderungen oder Aufgaben im Workflow an beliebige eMail Adressen automatisch versenden. Allerdings gibt es keine Möglichkeit eMail Adresslisten zentral einzurichten oder zu verwalten. Hierfür sollte man nach Meinung von Microsoft die Microsoft Kommunikationssoftware verwenden. Das ist aber bei offenen Systemen nicht realisierbar.

Bei Google Diensten ist es zum Teil zwingend vorgeschrieben, dass die Benutzer eine Google eMail Adresse haben (und damit auch einen Vertrag mit Google eingehen!). Das ist für öffentliche Portale mehr als hinderlich.  

Eine recht interessante Methode ist es, Mailing Verteiler Listen für Gruppen bis zu 100 Teilnehmern zentral in Google Mail zu verwalten und diese den Sharepoint Nutzern und den Sharepoint Funktionen zur Verfügung zu stellen.  In den Google Mail Verteiler Listen kann man beliebige Adressen (nicht nur Google Adressen) angeben. Damit kann man eine zuverlässige, flexible, kostenfreie Kommunikationsinfrastruktur für kleinere Gruppen aufbauen.

Schöner wäre es natürlich, wenn die eMail (und Messaging) Funktionen z.B. in  Sharepoint wirklich integriert wären. Da steht sich aber Microsoft wohl selbst mit seinen unterschiedlichen Firmenphilosophien im Weg.

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