Google gegen Microsoft – Mashups

Wie sehr das Weltbild von Microsoft durch den Konkurrenten Google gestört wird, sieht man an den recht hilflosen Versuchen von Microsoft, kleine Anwendungen für die Benutzer schnell zu entwickeln. Die Microsoft Strategie besteht ja darin, umfangreiche Softwareprodukte wie VISTA, SQL Server, Office u.s.w. anzukündigen und dann jahrelang an vielen Funktionen herumzubasteln, die der größte Teil der Benutzer gar nicht benötigt. Dabei steigt die Komplexität der Software immer weiter an, sodaß sich nicht nur die Benutzer sondern auch die Microsoft Entwickler und viele Anwendungsentwickler nicht mehr zurechtfinden. Die Einführung von VISTA ist ein schönes Beispiel, wie diese Strategie in einer Sackgasse endet. Die Strategie von Microsoft wird trotzdem von den vielen Entwicklern und Beratern unterstützt, die sich über Jahre in die komplexe Microsoft Welt eingearbeitet haben,  da ja eine Vereinfachung durch Web basierende Services ihr Wissen weitgehend überflüssig macht. Häufig fehlt auch schlichtweg die Zeit, sich mit anderen Architekturen und Systemen auch nur in der Übersicht zu beschäftigen. 

Nun sind die von Google angebotenen Services weitgehend rudimentär und deren Architektur  noch auf einem doch sehr infantilen Niveau. In der Entwicklungsmethodik jedoch ist Google auf dem neuesten Stand u.a. werden die Benutzer eingeladen, bereits bei der Entwicklung der Komponenten Einfluß zu nehmen und die Komponenten dann auch früh zu testen. 

Wie in allen großen Firmen gibt es aber auch bei Microsoft kleine revolutionäre Zellen, die gute Ideen haben und meist gegen die etablierten Produkte und deren Manager ankämpfen müssen. Popfly ist zwar noch in Alpha Stadium aber doch eine recht interessante Weiterentwicklung der üblichen Portale wie iGoogle und Sharepoint, bei denen die einzelnen Kacheln (Gadgets, Webparts, Widgets) isoliert nebeneinander stehen. Popfly erlaubt es, die Blöcke miteinander zu verbinden und damit kleine Anwendungen aufzubauen.  Einen kleinen Eindruck gibt die folgende Live demo. Kommunikation zwischen Portal Bausteinen ist zunächst keine neue Idee – bei IBM im Labor Böblingen und im WebSphere Portal Server gab es das bereits vor 8 Jahren und ist in den Portlet Spezifikationen JSR 168 (268)  und WSRP standardisiert. Microsoft hat jedoch eine grafische Schnittstelle für die Programmierung sowie Community Verwaltungssoftware erstellt. Ählich wie Gadgets, Widgets usw kann man Popfly Komponenten auch in Sharepoint aber auch in andere Portale integrieren. 

Leider basiert Popfly auf dem proprietären Microsoft Browser Plug In Silverlight , das auch für Firefox verfügbar ist und auch für andere Browser verfügbar gemacht werden soll. Microsoft versucht also einmal mehr mit proprietären Standards und Komponenten den Markt zu beherrschen. Interessant wird werden, wie die  Entwickler und die Mitbewerber Google sowie die JSR Gruppe (IBM, SUN, Oracle, SAP u.a. ) auf den Vorstoß von Microsoft reagieren, Web Inhalte auf einer höheren Text Ebene als HTML zu beschreiben. Letztendlich wird man sich hoffentlich ähnlich wie bei HTML auf einen einheitlichen Standard zum Nutzen der Kunden einigen müssen.

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