Meine Gesundheitsakte gehört mir

In Deutschland wird seit längerem die Einführung einer elektronischen Gesundheitskarte geplant. Die unter anderem wichtige medizinische Daten enthalten kann. Das ist sicher eine gute Idee, es wird aber sicher Jahre oder gar Jahrzehnte dauern bis das System flächendeckend eingeführt wird. Ein Hauptnachteil des vorgesehenen Systems ist, dass die Karte zum Lesen immer physisch verfügbar sein muss und der Patient die Daten selbst nur mit Hilfe eines Arztes oder Apothekers einsehen oder gar ändern kann. Auf einer Auslandsreise ist die Gesundheitskarte ebenfalls wenig hilfreich, da Ärzte im Ausland weder über deutsche Lesegeräte, Software noch Arztausweise für den Zugriff verfügen. Mit einem privaten Portal lässt sich eine einfache Lösung realisieren. Ich habe ein Subportal als privaten, virtuellen Ordner  für Gesundheitsdaten angelegt. Dort werden allgemeine Notfalldaten (in Deutsch und Englisch), Telefonnummern der Angehörigen, Arztbesuche und verschriebene Medikamente, Arztbriefe, Laboruntersuchungen usw gespeichert. Ich kann dann zum Beispiel eine in einem Arztbrief dokumentierte Fehldiagnose oder eine Unverträglichkeit von Medikamenten kommentieren. Wenn man nicht gerade chronisch krank ist, erfordert das relativ wenig Aufwand.In meiner Brieftasche habe ich eine Visitenkarte mit URL meines Notfallportals und das Passwort neben die Versichertenkarte (im Ausland Scheckkarte!) gesteckt. Im Notfall kann dann sogar diese Adresse an eine Klinik über Telefon weitergegeben werden. Im Normalfall kann ich bei einem Arztbesuch mit dem Handy auf die Daten zugreifen und dem behandelnden Arzt Auskunft geben. Meist haben die Ärzte in Deutschland ja keinen Internetanschluss (das ändert sich aber langsam – viele Ärzte haben ein privates iPhone mit Internet Zugang). Moderneren Ärzten, kann ich den Zugriff über Internet erlauben aber auch wieder sperren oder das Passwort ändern wenn meine Brieftasche verloren gehen sollte. Hier kann man auch wichtige Termine wie geplante Arztbesuche, Impfungen, Links zu Informationen usw geordnet ablegen.

In einem allgemeinen Notfallordner kann man im Portal auch Informationen zu Ausweis, Reisepass, Führerschein, Auto, Versicherungen, wichtige Nummern von Handwerkern usw. ablegen und über Handy zugreifen. Nach einer Buchbinder Wanninger Tournee durch die Dickichte der Hilfsorganisation von BMW und deutscher Versicherungen nach einem Autoeinbruch in Südfrankreich, weiß ich diese Funktion zu schätzen. Die Stadt Blumberg bietet ihren Bürgern mit Doku-Safe einen kostenlosen Service zur Speicherung wichtiger Dokumente an. Dafür hat sie zu Recht einen eGovernment Preis bekommen.

Leider hinkt Deutschland mal wieder bei der Implementierung der in der EU Charta definierten Patientenrechte hinterher. Wenn es um die Rechte der Bürger geht, haben es unsere Bürokraten offensichtlich nicht eilig!

9 Antworten zu “Meine Gesundheitsakte gehört mir

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