Schlagwort-Archive: Ratschlag

Warum manche Wesites z.B. von Microsoft, IBM u.a. auf dem iPhone nicht funktionieren

Schaut man sich mit dem iPhone Webseiten an, so ist man zunächst begeistert. Die Seiten werden zwar sehr klein angezeigt, mit dem iPhone Zoom kann man aber sehr elagant und schnell interessante Bereiche der Webseite leserlich anzeigen. Bei näherem Hinsehen stellt man aber fest, dass manche Websites völlig anders dargestellt werden als auf dem PC und man damit mit dem iPhone überhaupt nichts anfangen kann.

Die Website z.B. von Apple funktioniert wie zu erwarten erwarten perfekt. Aber auch die Seiten von Behörden Stadt, Land und Bund funktionieren auf dem iPhone wie erwartet. Beispielhaft ist da z.B. die Website von Baden-Württemberg. Geht man dagegen auf Websites großer IT Firmen wie Microsoft, IBM oder SAP so erlebt man einige enttäuschende Überraschungen. Die Sites funktionieren nur teilweise oder überhaupt nicht auf dem iPhone. Bei IBM wird auf dem iPhone eine ganz andere Website angezeigt, die hauptsächlich Marketing Informationen enthält und die speziell für mobile Geräte konzipiert wurde. Die vom PC gewohnten IBM Seiten sucht man vergeblich. Allerdings gibt es bei IBM in der Fußleiste eine Option mit der man sich die Seiten wie auf dem PC (ganze Seite) ansehen kann. Zoom funktioniert bei manchen Teilen von Seiten aber nicht.

Die genauere Analyse zeigt, dass Webseiten mit limitierter Bildbreite (< 1024 pixel), die sich streng an die HTML Standards halten, auf dem iPhone gut angezeigt werden. Komplexer aufgebaute Seiten produzieren mit dem Safari Browser des iPhones nur Schrott auf dem Bildschirm. Manchmal, z.B. bei Microsoft Seiten, kann man das Problem umgehen indem man den Opera Mini Browser verwendet, den man als kostenlose APP vom Apple APP Store herunterladen kann. Um eine Vollbildanzeige zu erhalten muss man bei  Opera die Einstellungen ändern (Vollbild – EIN, Einspaltige Ansicht – AUS).  Mit dem Opera Mini Browser kann man gut mit Microsoft Sharepoint Seiten arbeiten. Interessanterweise erhält man mit Sharepoint 2007 bessere Ergebnisse auf dem iPhone als mit Sharepoint 2010.   Bei SAP funktioniert aber der Safari Browser einigermaßen und der Opera Mini Browser überhaupt nicht. Manchmal könnte man die Standard PC Seiten auf dem iPhone eigentlich gut darstellen. Beim Server wurde aber eine Option aktiviert, mit der Webseiten für kleine Bildschirme “optimiert” werden. Genau das möchte man aber auf dem iPhone nicht haben. Manchmal genügt ein Anruf beim System Administrator um dieses Problem zu korrigieren. Das funktioniert aber nur bei relativ einfachen Websites.

Schwierig ist es dagegen bei IBM.  Auf die riesige IBM Website mit auch mobil interessanten Funktionen kann überhaupt nicht zugegriffen werden (so will man den Kunden den Ärger ersparen). IBM ist z.B.  die einzige große Firma, bei der man mit IBM Whois die Telefonnummer jedes IBM Mitarbeiters erfahren kann (das ist wahre Kundenfreundlichkeit und Transparenz!) Die iPhone Unverträglichkeit von IBM ist ziemlich unverständlich konnte doch der IBM WebSphere Portal Server schon 2001 mit Handys und Spracheingabe arbeiten.Man konnte sogar das Endgerät ohne Unterbrechung während einer Transaktion wechseln. Das Problem von IBM ist jedoch typisch für große Firmen. Hinter dem Web Frontend verbergen sich hunderte von Servern, von denen nur ein Teil auf dem Stand der modernen Web Techniken sind.

Der Grund für die iPhone Unverträglichkeit von Microsoft und IBM ist in ihrer Produkt- und Marketing-Strategie zu finden. Man wollte die Kunden dadurch an sich binden, dass man den Kunden Lösungen verkauft, die mit Produkten der Konkurrenz nicht kompatibel sind (IBM z.B. /370, Microsoft WINDOWS aber auch APPLE mit MAC, iOS aber auch iPhone). Die Webprodukte von Microsoft (aspx, .net … ) und IBM (z.B. Flash) verwenden Client Komponenten, die auf dem iPhone aber auch auf anderen mobilen Geräten nicht funktionieren weil sie die  mit dem W3C  Standards (HTML, HTML5) nicht kompatibel sind. Viele Kunden, die Produkte von Microsoft und IBM für ihre Lösungen verwenden, sitzen nun im mobilen Geschäft mit in der Tinte. Die Marketing Strategen haben die eigene Durchsetzungskraft wohl überschätzt. Die Techniker bei Microsoft und IBM haben das schon längst eingesehen und arbeiten bei der W3C Standardisierung kräftig mit. Beim oberen Management der Großfirmen konnten sich die Techniker aber offensichtlich nicht durchsetzen. Microsoft (Sharepoint) und IBM (WebSphere Portal) arbeiten nun aber fieberhaft daran, ihre Webprodukte kompatibel mit den Standards zu machen. Wie sagte schon der Dichter “Spät kömmt ihr – aber ihr kömmt!”.

Ratschlag an iPhone Besitzer: Installieren Sie zusätzlich zum Safari Browser auch den Opera Mini Browser und probieren Sie die für Sie wichtigen Websites (z.B. die der eigenen Firma) aus. Generell kommt der Opera Mini Browser mit komplexen Seiten besser zurecht als der im iPhone eingebaute Safari Browser. Man muss aber dafür die Option Vollbild (Full Screen) im Opera Browser setzen. Häufig kann der Administrator z.B. des Firmenservers Optionen so einstellen, dass man mit dem iPhone einigermaßen arbeiten kann (wenn die Angestellten dafür bezahlt werden). Kunden werden sich mit den Problemen aber wohl nicht abplagen wollen.

Beim Kauf eines neuen Geräts sei es nun ein PC, PAD oder Mobiltelefon sollte man vor dem Kauf ausprobieren, ob man die für einen selbst wichtigen Funktionen wirklich benutzen kann oder ob man eine Marketing Falle läuft.

Auf allen Browsern funktioniert häufig nur die Eingabe von Textzeilen und Zahlen. Komplexere Eingaben z.B. für Rich Text oder komplizierte Menu Strukturen für die Navigation kann man mit dem iPhone meist nicht bedienen.

Soziale Netzwerke – Ratschläge für Lehrer und Eltern

Viele Lehrer und Eltern stehen den sozialen Netzwerken, in denen ihre Schüler und Kinder unterwegs sind, recht hilflos gegenüber. Versuche, diese den Kindern zu verbieten sind ähnlich wirkunsvoll wie die Verbote, mit denen  Erwachsene seit Jahrhunderten die Jugendlichen von Dingen abhalten wollen, die sie selbst gern und oft machen. Soziale Netzwerke sind aber nicht einfach ein neues Medium nach Buch, Schallplatte, Fernsehen und Internet sondern verändern nachhaltig die Kultur des Umgangs der Menschen miteinander. Wichtige Unterschiede uu bekannten Medien:

  • Informationen sind persistent – verschwinden auch nach Jahrzehnten nicht
  • Informationen können gezielt und leicht gesucht und gefunden werden. Suchtechnologie wird sich weiter entwickeln (Bilder, Video,Ton, Abhängigkeiten … )
  • Informationen können leicht kopiert, geändert und an anderen Stellen veröffentlicht werden.
  • Unbekannte Zielgruppe von Lesern. Eine private Information kann plötzlich für Millionen von Menschen interessant werden.

In Deutschland wird  in Talkschows von älteren Herren und Damen über soziale Netzerke im Fernsehen diskutiert, die selbst allenfalls minimale Erfahrungen mit sozialen Netzwerken haben. Viele Institutionen in Deutschland bieten inzwischen Informationen und Rat für den Umgang mit sozialen Netzwerken an. Dabei wird in Deutschland notorisch immer wieder die Sicherheit persönlicher Daten hoch gespielt. Dabei macht ja gerade die Preisgabe persönlicher Daten den Reiz der Sozialen Netzwerke (und früher der Klatschbasen) aus. Die Pädagogen in USA sind da bereits weiter. Eine sehr gute Einführung in die Problematik  zum Verhältnis von Lehrern und Schülern gibt Danah Boyd.

Einige wichtige Punkte

  • Soziale Netzwerke sind für die Aktivitäten außerhalb der Schule. Man sollte nicht versuchen, diese in die Schule oder in das Elternhaus einzubringen. Welcher Jugendliche möchte schon alle Aktivitäten mit Eltern und Lehrern teilen?
  • Lehrer sollten am populärsten Sozialen Netzwerk “distanziert” teilnehmen und zeigen, dass auch sie ein Leben ausserhalb der Schule haben. Man sollte sich aber nicht als Freak betätigen. Die Jugendlichen sollten aber wisssen, dass der Lehrer so viel “Knowhow” hat, dass er am öffentlichen, sozialen Netzwerk teilhaben kann.
  • “Ex Cathedra” funktioniert in sozialen Netzwerken nicht – man muss diskutieren und überzeugen. Das ist eigentlich ganz vernünftig. Die Beteiligung ist aber immer freiwillig und ist nicht einklagbar.