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Privates Portal und soziales Netzwerk für Kinder und Jugendliche

Kommerzielle soziale Netzwerke erlauben Jugendlichen erst Zugang mit 13 Jahren (Facebook) oder 18 Jahren (Google+). Fast alle Schulen in USA betreiben deshalb ein eigenes eMail System und zum Teil schon private soziale Netzwerke! Mit Facebook, Google+ und Co ist z.B. Jugendarbeit im Verein oder Koordination von Schulprojekten nicht möglich. Aus gutem Grund! Schließlich möchte man die persönlichen Daten der Kinder nicht unbedingt weltweit veröffentlichen und die Kinder auch nicht der agressiven Werbung von Google und Facebook aussetzen. Natürlich möchte man die Kinder auch von unangenehmen Kunden bei Facebook schützen. Viele Facebook Kunden sind aber bereits heute jünger als 13 Jahre – manche sogar jünger als 10 Jahre. Das ist eindeutig illegal! Natürlich möchte Mark Zuckerberg das Mindestalter absenken. Es ist aber wohl besser sich rechtzeitig nach Alternativen umzusehen, bei denen der Zugang zur Gruppe eigenverantwortlich kontrolliert werden kann.

Vor speziellen eMail Systemen für Kinder wie z.B. Mail4Kids  rate ich ab. Hier können die Täter die Zielgruppe direkt angreifen. Schon vor 12 Jahren gab es beim SWR ein soziales Netzwerk für Kinder. Fpr eine Demo legte ich ein typisches Familienkonto an. Schon nach einer Stunde meldeten sich zwielichtige Typen bei dem Demo-Mädchen! Die Verhältnisse sind sicher in der Zwischenzeit noch schlimmer geworden. In den USA werden auch Systeme zur Kontrolle und zur Überwachung für eMail von Kindern angeboten z.B. ZooBuh! Das ist allenfalls für sehr kleine Kinder sinnvoll. Die beste Lösung ist wohl immer noch, dass man sich bei einem seriösen Provider wie z.B. 1&1 eine eigene Domain mit eMail Postfächern. mit Thunderbird auf dem Client die eMail verwaltet für etwa 10 €/Monat. Wenn man sich diesen Luxus mit Freunden teilt, dann kostet dieser Luxus weniger als 0.50 € im Monat. Man kann dann auch mit dem Handy auf die eMails zugreifen und wenn nötig auch die eMail Adressen der Kinder ändern, wenn diese mißbraucht werden. Kontrollen sollte man den Kindern erklären und mit ihnen Absprechen.

Identität bei Facebook, Google, Sharepoint – Private Soziale Netzwerke

Einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren von Facebook war, dass die Benutzer ihren richtigen Namen und sogar ihr Geburtsdatum angeben müssen. Pseudonyme, wie bisher bei den meisten Sozialen Netzwerken üblich, sind nicht erlaubt. Das hat für Facebook Benutzer den Vorteil, daß sie sehr schnell “Freunde” finden können – den richtigen Namen des Freundes kennt man ja, Pseudonyme kennen nur Eingeweihte oder nur der Benutzer. Für Facebook hat das den Vorteil, dass sich die Benutzer in der Regel etwas gesitteter verhalten, da man sie ja an ihrem Namen leicht identifizieren kann. Der wesentliche Vorteil liegt für Facebook aber bei der Werbung. Werbenachrichten an Benutzer, deren Namen und Geburtsdatum man kennt, werden wesentlich höher bezahlt als Werbung an anonyme Benutzer. Da gewerbliche Benutzer heute beliebig viele Datenbanken mit Namen und Adressen zur Verfügung haben (u.a. verkaufen in Deutschland die Gemeinden die aktuellen Adressen ihrer Bürger) kann man damit gut geschneiderte Werbeangebote an die Facebook Nutzer machen. Google und der neue Service Google+ übernimmt diese Facebook Geschäftsbedingungen und behauptet, damit die Interessen ihrer Benutzer zu wahren, die sicher sein sollen mit wem sie Freund sind und mit wem sie chatten usw. Nun hat aber weder Facebook noch Google eine vernünftige Methode den angegebenen Namen zu verifizieren und schon gar nicht zu prüfen, ob hinter einem real existierenden Namen auch der richtige Mensch steckt. Es wird eigentlich nur eine Sicherheit vorgegaukelt, die in Wirklichkeit gar nicht existiert. Will man als Privatperson verhindern, dass ein Gauner den eigenen Namen missbräuchlich nutzt, muss man sich bei Facebook oder Google anmelden. Als “Karl Meier” sollte man das möglischst schnell machen damit kein Namensvetter den Namen wegschnappt. Das ist z.B. einer der Gründe warum die Zahl der Facebook Benutzer so schnell gewachsen ist. Ein Großteil der eingetragenen Nutzer besucht den Dienst nur selten oder gar nicht.

Nun können einzelne Benutzer selbst entscheiden, ob sie Bei Facebook oder Google mitmachen wollen. Problematisch wird das aber besonders bei Kindern und Jugendlichen, die um zu einer Gruppe gehören, einen Vertrag mit Facebook oder Google schließen müssen. Will man mit einer Gruppe z.B. einem Verein Facebook oder Google+ auch für interne Zwecke nutzen, so müssen alle Vereinsmitglieder einen Nutzungsvertrag mit den von Facebook oder Google vorgeschriebenen Nutzungsbedingungen abschließen. Proteste oder Vertragsänderungen sind da wohl ausgeschlossen. Hoffentlich gibt es aber in jedem Verein zumindest einige Mitglieder, die sich dieser Prozedur aus Datenschutzgründen widersetzen.

Ganz andere rechtliche Verhältnisse hat man, wenn man einen Server für die Gruppe selbst betreibt wie z.B. mit Portal Hosting Services für Sharepoint(Sharepoint) oder Websphere Portal (IBM) an. Hier hat nur der Portal Betreiber (z.B. der Verein) einen Vertrag mit dem Hoster und kann selbst Benutzer anlegen und die Nutzungsbedingungen für die Vereinsmitglieder vernünftig gestalten. Die echten Namen der Gruppenmitglieder sind dem Hoster nicht bekannt. Damit kann man speziell Jugendliche vor Werbung und unerwünschten Kontakten schützen. Diese Gefahr sollte man nicht unterschätzen. Schon vor 10 Jahren war das ein Problem. In weniger als einer Stunde meldeten sich nach Anlegen eines Familienkontos mit Kindern bei einem Portal für Jugendliche schon andere angemeldete “Jugendliche” mit anzüglichen Angeboten. Heute ist das schon fast gängige Praxis in den sozialen Netzwerken. Bei einem privaten Portal kann man die Benutzer wirklich effektiv kontrollieren, da man sie wirklich persönlich kennt.  Zusätzlich ist man als Portal Betreiber ist Herr der auf dem Portal gespeicherten Daten und kann z.B. Vertraulichkeit viel besser kontrollieren als bei Facebook und Google wo man die Benutzerechte nicht flexibel vergeben kann.

IN USA hat man das bereits erkannt. Die “cleveren” Benutzer haben zwar noch ein Feld-, Wald- und Wiesenkonto bei Facebook für die “Allerweltsfreunde”, das wirkliche soziale Leben findet aber in privaten Gruppen statt (wie im richtigen Leben – gute Einführung). Ohne Einladung eines Gruppenmitglieds kann man der Gruppe in der Regel gar nicht beitreten (Beispiele). (Bei Google+ braucht man jetzt auch schon eine “Einladung” von einem Google+ Mitglied). Die innovativen Social Network Entwickler wandern inzwischen in Private Social Network Start Ups ab siehe Yammer(Firmen), SocialGO. Die ersten Privaten Sozialen Netzwerke wurden inzwischen schon von Google aufgekauft z.B. Fridge  , Fastgush – da hat die Freiheit schnell ein Ende.  Ein sicheres Anzeichen für einen neuen Trend.

Was kann man gegen unerwünschte Fotos in Facebook tun?

Selbst wenn man sehr vorsichtig mit seinen privaten Informationen und Fotos umgeht kann man sich oder seine Kinder auf Fotos in Facebook finden, die man eigentlich nicht in der Öffentlichkeit sehen möchte. Besonders unangenehm ist es, wenn man selbst oder die Kinder auf dem Foto von wohlmeinenden Freunden auch noch “markiert” wurde. Dann werden bei der Suche nach einem Namen in Facebook diese Fotos auch angezeigt.

Will man dies nicht, so kanne man zunächst den FreundIn, der das Foto in Facebook gesetzt hat, bitten, das Foto zu löschen oder alternativ die entsprechende “Markierung”  zu entfernen. Das kann man auch selbst machen. Als letzte Alternative kann man einen FreundIn auch aus dem Freundeskreis ausschließen oder den Freundeskreis (Gruppe) verlassen, dann können Fotos nicht mehr mit dem eigenen Namen markiert werden. Wie im richtigen Leben sollte man seine FreundIn sorgfältig aussuchen und darauf achten, dass sie die Basisregeln für den Umgang mit persönlichen Daten im Internet kennen und wenigstens Grundkenntnisse über die Funktion und die Sicherheitseinstellungen bei Facebook haben. (Da sieht es allerdings in Deutschland ziemlich schlecht aus.)

Diese und andere gute Tipps für Jugendliche, Eltern und Lehrer rund ums Web findet man bei Common Sense Media , einer gemeinnützigen Organisation in Kalifornien, die Familien und Lehrern helfen will, die oft bemühte Medienkompetenz zu erwerben. Man findet dort z.B. auch Vorschläge für Lehrinhalte der verschiedenen Alterstufen. Natürlich nur in Englisch. Leider gibt es in Deutschland keine ähnlich seriöse, kenntnisreiche (und finanzierte) unabhängige Organisation, die sich um Medienkompetenz der Familien kümmert. Wie immer wird viel geredet “wir müssen eine gemeinsame Lösung finden” aber wirklich wenig getan.