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Schwarmintelligenz #4 – Facebook, Twitter und die Arbeitsstelle

In jedem Betrieb gab und gibt es die Plaudertaschen, die am Kopierer und Kaffeeautomaten Neuigkeiten verkünden, die man besser für sich behalten sollte. Auch an Flughäfen, im Zug oder an den bars der Business Hotels kann man einiges mitbekommen, wenn man die Ohren spitzt. Die Wirkung dieser Indiskretion sind meist begrenzt, wenn man nicht gerade ein VIP ist. Ganz anders sieht es aber aus, wenn man soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter benutzt. Unbedachte Äusserungen können da sehr wohl dem Arbeitgeber oder dem Mitarbeiter schaden. Man sollte sich dabei nicht auf die z.B. von Facebook angebotene Sicherheit in geschlossenen Gruppen oder auf ein Pseudonym verlassen.

Manche Unternehmen lösen das Problem einfach so, dass sie den Mitarbeitern einfach die Nutzung von Facebook und Twitter verbieten. Intelligentere Unternehmen stellen vernünftige Regeln auf, die sie eventuell sogar mit dem Betriebsrat abstimmen.

Schwierig wird es, wenn das Unternehmen den Mitarbeitern die Teilnahme an Fachforen z.B. in der IT verbietet.  Die technischen Communities reagieren schnell sauer, wenn jemand nur das Knowhow der Gruppe abgreifen will, aber selbst nichts beiträgt. Firmen, die da eine restriktive Politik fahren, schaden sich selbst. Bei vielen kleinen Firmen ist die Qualität ihrer Mitarbeiter, die sich in ihren Forenbeiträgen zeigt, die beste Reklame.Viele kleine Spezialfirmen verwenden die Fachforen als einziges aber effektives Marketing Tool.

Werden für ein Kundenprojekt interne oder externe Mitarbeiter gesucht, so schaue ich in der Regel in den einschlägigen Fachforen nach, ob der Kandidat mit positiven Beiträgen aufgefallen ist. Findet man überhaupt keine Beiträge, so sind Zweifel sowohl an der Technologie-  als auch an der Team-Kompetenz angebracht. Erlaubt der Arbeitgeber keine Beteiligung an Fachforen, Standardisierungsgremien usw so sind die Mitarbeiter bei einem Wechsel (gezwungenermaßen oder freiwillig) benachteiligt.