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MIDI nach MP3 umwandeln – für Anfänger

Obwohl fast jeder Internet Benutzer häufig mit Musikdateien umgeht, ist vielen Benutzern nicht klar wie  die verschiedenen Audiodatenformate arbeiten und wie man die Daten konvertiert. Hier mal ein Versuch das ganz einfach darzustellen:

MIDI Format ist eine Datei, die beschreibt, wann bestimmte Töne gespielt werden. Am einfachsten stellt man sich das als Töne auf dem Klavier vor. Die MIDI Datei gibt dann an, welche Töne gespielt werden. MIDI Dateien sind sehr klein. Ein einfaches Musikstück benötigt etwa 4 kByte/Minute.

Will man sich eine MIDI Datei auf dem PC anhören, braucht man einen Tongenerator, der die MIDI Daten in Töne bzw elektrische Schwingungen für die Lausprecher umwandelt. Dafür gibt es Tongeneratoren in Hardware oder Software auf dem PC (oder Musikinstrumenten z.B. Keyboard). Je nach Typ des Tongenerators klingen MIDI Stücke auf verschiedenen PCs unterschiedlich. Die Tonsignale für den rechten und linken Lausprecher werden im WAV Format gespeichert. WAV Dateien kann man deshalb nicht nur auf dem PC sondern auch auf CD Spielern abspielen und die Musik klingt auf jedem Gerät (annähernd) gleich.

Der Nachteil von WAV Dateien ist, dass sie sehr viel Speicherplatz benötigen – etwa 10 MByte/Minute. Deshalb wird das WAV Format hauptsächlich auf CDs verwendet, wo man Wert auf hohe Qualität legt und genügend Speicherplatz auch für längere Musikstücke verfügbar ist.

Die große Datenmenge der WAV Files ist natürlich beim Herunterladen von Musikstücken im Netz und beim Speichern auf Handy usw recht hinderlich. Deshalb wurde vom Fraunhofer Institut in Erlangen das komprimierte MP3 Format erfunden und patentiert. Eine Minute eines  Musikstücks, das im WAV Format 10 MByte benötigt, kann man im MP3 Fomat in 1 MByte speichern.

PC Benutzer möchten natürlich möglichst gute, frei verfügbare Programme (Freeware) für die Bearbeitung von Audio Daten benutzen. Es ist auch kein Problem, Programme zur Umwandlung von MIDI nach WAV,  WAV nach MIDI oder MP3 nach MIDI zu finden. Sucht man allerdings nach Programmen zur Umwandlung von MIDI nach MP3 stößt man auf allerlei dubiose, kostenpflichtige Angebote. Das liegt daran, dass man für die Benutzung des Fraunhofer MP3 Konverters Lizenzgebühren bezahlen muss.

Eine Alternative ist der frei verfügbare LAME MP3 Konverter.  Es empfiehlt sich den LAME Konverter zusammen mit dem Audio Editor Audacity (Freeware) zu verwenden.Mit dem Audacity Audio Editor kann man Audio Daten bearbeiten z.B. Stücke weg- oder ausschneiden, Lautstärke und Hall verändern oder Stimmen überlagern. Anschließend kann man die bearbeiteten Musikstücke in MP3 Dateien umwandeln.  Hierfür muss man LAME zusätzlich installieren und in Audacity integrieren.  Das geht so

  • LAME für Audacity – Herunterladen und in Audacity Integrieren (Deutsch) (Englisch)

Ich verwende zur Verwaltung meiner Audio Dateien (MIDI, WAV, MP3)  iTunes ( Freeware weil ich keine Musikstücke bei Apple kaufe). Die Umwandlung von MIDI nach MP3 verläuft dann wie folgt:

  1. Auswahl der MIDI Datei in iTunes. -> Click mit rechter Maustaste -> WAV Version erstellen  (wird im Ordner angelegt wo sich das MIDI File befindet. ) Man kann das WAV File auch mit einem beliebigen anderen Programm erstellen.
  2. Audacity starten
  3. -> Datei -> Öffnen xxxx.WAV
  4. -> Datei -> Exportieren -> Dateityp MP3 auswählen
  5. Speichern

Mit iTunes und Audacity/LAME hat man einen leicht bedienbaren, leistungsfähigen Bearbeitungsplatz für Audio Daten für den Hausgebrauch und den Alltag von Hobbymusikern.

Mit Audacity MIDI Files in MP3 umwandeln

Audacity ist zur Zeit wohl der beste freie Audio Editor. Man kann damit Tonaufnahmen machen und editieren und daraus Dateien für CD (.wav) oder MP3 Dateien erstellen. Audacity hat auch eine MIDI Import Funktion. Damit kann man aber MIDI Dateien nur ansehen - also z.B. in Relation zu einer WAV Datei. Um eine MIDI Datei in eine MP3 Datei umzuwandeln, muss man zuerst eine “klingende” WAV Datei erstellen. Man spielt hierfür einfach eine MIDI Datei auf dem PC ab und nimmt das Ausgangsignal mit Audacity auf ganz ähnlich wie man mit dem Mikrofon eine Audio Aufnahme macht. So geht’s:
  1. Audacity downloaden, installieren und starten    
  2. Im Ausgangsfeld wird Waveausg.-Mix angezeigt. Der Schieberegler für das Mikrofon (Aufnahme) links davon sollte etwa in der Mitte stehen.
  3. Mono oder Stereo Ausgabe einstellen -> Bearbeiten -> Einstellungen -> Kanäle  1 oder 2  einstellen  
  4. Auf den runden, roten Aufnahme Button klicken
  5. Jetzt das Midi File abspielen z.B. mit Windows Media Player. Bei Audacity werden nun Signale in den Eingangsfeldern dynamisch angezeigt.
  6. Am Ende der Wiedergabe auf den gelben Audacity Stop Botton klicken.
  7. Eventuell am Anfang und Ende des Audio Files “stumme” Teile entfernen wenn man bei Start und Stop nicht besonders schnell war. Eventuell kann man die Audio Daten mit Audacity noch bearbeiten z.B. Bässe verstärken usw
  8. Audacity Datei exportieren -> Datei Exportieren als MP3 …

In einer typischen Anwendung komponiert man z.B. ein Stück mit einem Kompositionsprogramm z.B. Finale, Encore, Sibelius etc und generiert daraus ein MP3 File zum Üben, als Begleitmusik oder Klingelton. Bei den meisten kann Programmen kann man klingende MP3 Files direkt exportieren und braucht nicht den Umweg über ein MIDI File gehen.

Musik und Podcasts professionell aufnehmen

Wenn man sich schon die Mühe macht, Musik oder Podcasts ins Web zu stellen, dann sollte man auch dafür sorgen, dass die Qualität der Aufnahmen gut ist. Für professionelle Aufnahmen reicht die Qualität von PC Mikrofonen und Soundkarten nicht aus. Man muss professionelle Mikrofone (für Stereo Aufnahmen) und ein professionelles Aufnahmegerät sowie Software für die Nachbearbeitung verwenden. Nun ist es ziemlich mühselig für Aufnahmen zwei Mikrofone, Aufnahmegerät und mehrere Kabel und Netzgeräte herumzuschleppen und aufzubauen. Hier bietet der neue zoom H2 Audiorecorder im Handyformat eine elegante Lösung (gibt’s im Paket mit Lautsprecher bei Thomann für 195 €) (Bedienungsanleitung als Video in Englisch)

zoom H2

zoom H2

 Das Gerät hat nicht nur zwei sondern vier hochwertige eingebaute Mikrofone! Damit kann man z.B. vor dem Gerät oder hinter dem Gerät sprechen oder spielen. Man kann aber auch alle vier Mikrofone gleichzeitig aktivieren, um einen Raumklang zu erzielen oder z.B. bei einem Interview das Aufnahmegerät in die Mitte stellen. Beim Aufnehmen von Musik kann man z.B. Solisten auf einer Seite platzieren. Das Gerät kann im WAV Format oder im MP3 Format aufnehmen und die Daten über einen USB Anschluss zum PC übertragen. Ich nehme in der Regel im WAV Format auf und schneide und bearbeite dann die Aufnahme am PC mit dem Audacity Audioeditor und exportiere die Aufnahme als MP3 File.

Da das zoom H2 keinerlei Aufnahmegeräusche macht kann man es z.B. bei Musikaufnahmen oder Proben dauernd mitlaufen lassen und dann die gewünschten Ausschnitte machen. Das Gerät ist auch extrem Rauscharm! Auf alle Fälle sollte man die Aufnahmen mit Audacity normalisieren d.h. den Pegel so anpassen, dass man mit normaler Lautstärkeeinstellung auf dem PC, MP3 Player oder CD Spieler die vom Benutzer gewünschte Lautstärke erhält. Bei Musikaufnahmen kann man durch Abheben oder Absenken der vier Kanäle mit dem Audioeditor das Klangbild harmonisieren. Das zoom H2 bietet die bei professonellen Recordern üblichen Funktionen wie automatische Lautstärke Anpassung (Automatic Gain Control gegen Unter- und Übersteuern) sowie Dienstprogramme für den PC.  Aus einer verzerrten Aufnahme kann man auch mit dem besten Audioeditor kein gutes Klangbild erzielen! Um den guten Klang wirklich zu hören muss man aber auch gute Kopfhörer oder Lautsprecher verwenden – aus dem PC oder Laptoplautsprecher kommen allenfalls Geräusche. Einen Kontrabass hört man z.B. auf dem PC meist gar nicht, da der Lautsprecher für diese tiefen Töne viel zu klein ist. Die Bedienung des Geräts ist so ausgelegt, dass man für Standardaufnahmen  nur vier Tasten braucht. Das Display ist aber ziemlich klein – es ist aber wohl sinnvoll den Platz für die Mikrofone zu verwenden. Alles in allem kann man mit dem zoom H2 nahezu professionelle Aufnahmen mit geringen Aufwand machen.

Für Profis gibt es noch das zoom H4 mit zwei Mikrofoneingängen (etwa 400 €), das aber schon Profi Tontechniker Qualitäten erfordert, wenn man die Funktionen auch nutzen will.    

 

Mi