Mit Facebook Timeline zum ewigen Ruhm

Schon immer haben Menschen danach gestrebt von der Umwelt anerkannt und möglichst auch als berühmte Persönlichkeit in die Geschichte der Menschheit einzugehen. Dieses Ziel konnte auf verschiednen Wegen erreicht werden. Man konnte sich als Herrscher durch Brutalität, Heldenmut und Großmut, als Wissenschaftler Dichter, Maler oder  Musiker aber auch als Bösewicht und Mörder so auszeichnen, dass man in die Geschichte einging (wie hieß noch mal der Mörder von Cäsar?).

Man musste schon eine gute Beziehungen und/oder viel Geld haben, um für die Nachwelt in Büchern verewigt zu werden. Veröffentlichungen waren auch nach Gutenberg teuer. Nur wenige konnten sich das leisten. Ohne Veröffentlichungen blieben die Wissenschaftler graue Mäuse. Oft fielen selbst exzellente Arbeiten den Intrigen der geistigen Machthaber an den Universitäten zum Opfer. Der Rest der Bevölkerung konnte allenfalls privat Tagebuch schreiben (wenn man das denn konnte), das man niemandem zeigte und oft den Tod des Schreibers nicht überlebte. Speziell wenn beim Lesen des Tagebuches nach dem Tod die Wahrheit ans Licht kam und größere Streitigkeiten in der Familie  ausbrachen. Im Deutschen Tagebuch Museum werden wenigstens einige dieser persönlichen Dokumente archiviert.

Mit der neuen Funktion Timeline von Facebook kann nun jeder in den Olymp der Unsterblichen aufstiegen, indem er sein privates Tagebuch Freunden oder gar der Welt zeigt. Man muss auch nicht viel schreiben – es genügt mit der Handykamera Bilder aus verschiedenen Lebensabschnitten zu machen. Genau wie bei einem privaten Tagebuch sollte man sich aber genau überlegen, was man da hineinschreibt.  Leider ist aber zu befürchten, dass die langweiligen digitalen Tagebücher von langweiligen Leuten genauso wenig Interessenten finden wie die Twitter Einträge von Politikern. Ein Eintrag wie ” Den ganzen Tag zu Hause mit verschiedenen Anordnungen beschäftigt” wird wohl nur dann für die Nachwelt bedingt interessant wenn er von J.W. Goethe stammt.

Allerdings ist zu befürchten das Facebook ähnlich wie Second Life, Yahoo u.a. den Weg alles Irdischen geht bevor die Facebook Jünger das iPAD aus der Hand legen.

Wollen Sie zur Avantgarde der Kommunikation im 21. Jahrhundert gehören, so führen Sie z.B. ein Offline Reisetagebuch in das Einträge und Bilder nur von Hand gemacht werden. Setzen sie sich auf Reisen irgendwo in ein Kaffee oder eine belebte Ecke und zeichnen/malen Sie mit Bleistift und einem kleinen Aquarellkasten ein Bild in ihr Reisetagebuch. Auch wenn ihr Bild nicht annähernd so gut ist wie die Skizzen von Goethe oder des Ingenieurs Max Eyth wird ihnen die Bewunderung der Generation iPhone sicher sein! Wenn Sie zu dem Bild noch das Datum und den Ort dazuschreiben kann ihnen ihr Offline Tagebuch auch noch in späten Tagen eine Gedächtnishilfe sein (wann wir in Griechenland?), wenn sie wegen Alzheimer vergessen haben wie man den PC einschaltet. Anders als bei Facebook haben sie da auch hre Daten unter persönlicher Kontrolle.

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Eine Antwort zu “Mit Facebook Timeline zum ewigen Ruhm

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