Google hat schon vor 18 Monaten eine vom Patienten kontrolliert Gesundheitsakte angekündigt von der bisher wenig zu sehen war. (Ähnlich ist der Microsoft Health Vault zur Zeit nur für US Bürger verfügbar). Nun scheint sich aber allmählich der Nebel zu lichten. Man kann geteilter Meinung sein ob man seine Gesundheitsdaten unbedingt bei Google speichern sollte. Jedoch ist das Modell – der Benutzer entscheidet welche Daten er nutzen und weitergeben will – einfach und praktikabel. Eine einheitliche gesetzlich geregelte Gesundheitsakte wie in Deutschland geplant ist für die Benutzer nicht attraktiv und mit so vielen gesetzlichen und organisatorischen Problemen behaftet, dass trotz jahrelanger Bemühungen es in Deutschland einfach nicht weitergeht. Wahrscheinlich ist das von den Hauptverantwortlichen so gewollt, da ja Patientenbeteiligung in unserem Ungesundheitssystem nicht erwünscht ist.
Ich bevorzuge nach wie vor meine Notfall- und Gesundheitsdaten auf meinem privaten Server abzulegen. Wer sich das Geld z.B. 6 € /monat für einen privaten Sharepoint Server sparen möchte, kann auch Dokumente umsonst auf Google Apps gesichert ablegen. Inzwischen steht mit dem Opera Mini Browser auch ein geeigneter Browser für das Handy zur Verfügung, sodass man auf die Daten auch unterwegs zugreifen kann. Ist man noch bei relativ guter Gesundheit sollte man daran denken, rechtzeitig eine Notfallakte für ältere Verwandte anzulegen.

1 Antwort bis hierher ↓
IT im Gesundheitswesen « PrivatesPortal // Oktober 12, 2008 um 9:44 pm |
[...] Google, Microsoft und Co. haben erkannt, dass eigentlich der Patient am meisten Interesse an seiner eigenen Gesundheit hat und bieten Speicher für medizinische Daten an, die voll vom Patienten kontrolliert werden. Wenn man schon selbst seine persönlichen Daten verwalten will, warum sollte man dann die hochsensiblen Datem jemand anderem überlassen? Während in Deutschland bei Ambient Assisted Living Kongressen Jungforscher ihre vom BMFT geförderten Spezialprojekte vorstellen, werden demnächst in USA Gebrauchsgeräte für Patienten auf dem freien Markt angeboten, welche die Einnahme von Medikamenten und die Überwachung wichtiger Gesundheitskennwerte kombinieren. Das könnte man ja auch auf einem modernen Handy mit niedrigeren Kosten implementieren. Bei uns wird aber lieber Geld für Grundlagenforschung ausgegeben, auch wenn bereits marktfähige Produkte angesagt wären. [...]